"Im Wahn" von David Moody

Roman von David Moody - Pia Jäger
Roman von David Moody - Pia Jäger
Die Welt befindet sich im Wahn zwischen Gut und Böse. Töte oder du bist der nächste!

Gewalt in der Gesellschaft, ein Thema das polarisiert und immer aktueller zu werden scheint. Lange wurde es verschwiegen und wenn man doch darüber sprach war die Gewalt sowieso ganz weit weg. " In meinem eigenem Reich bin ich sicher", und "Mir kann so etwas nicht passieren", waren die verbreiteten Meinungen. Doch die Gewalt ist allgegenwärtig geworden, sie lässt sich nicht mehr anonymisieren, lässt sich nicht mehr auf bestimmte Stadtteile kategorisieren. Mittlerweile findet Gewalt statt, nicht nur in dunklen Straßenecken, sondern genauso in den Medien und, somit in jedem Wohnzimmer. Doch was geschieht wenn der Hass in unserer Gesellschaft wächst, und die Gewalt jedes Wort ersetzt? Mit diesem Gedanken spielt David Moody in seinem Roman "Im Wahn".

Die Entwicklung des Hasses von Danny

Danny McCoyne lebt an seinem Leben vorbei, sein Alltag ist geprägt von den immer gleichen Streitigkeiten, Auseinandersetzungen und Tiefschlägen. Jeder Tag ist wie der Andere, nur die unterschiedlichen Demütigungen gegenüber seiner Person unterscheiden die Wochen. Auf der Arbeit ist Danny der Niemand. Von Keinem seiner Kollegen wird er beachtet oder wahrgenommen, mehr als die nötigsten Worten werden mit ihm nicht gewechselt. Dieses Verhaltensmuster stört Danny mittlerweile nicht mehr. Nein, dieses Benehmen würde er sich nur zu sehr von seinen wütenden Kunden wünschen, aber als Mitarbeiter der Verwaltung für Strafzettelabwicklung befindet sich Danny unter verbalen Dauerbeschuss. Auch seine Chefin findet an jeder Tat von ihrem Angestellten etwas auszusetzen.

Unterstützung, Liebe, Zuneigung, Verständnis davon erfährt Danny McCoyne Zu Hause nichts. Zwischen ihm und seiner Frau stehen zu viele Probleme. Der ständige Geldmangel nagt an ihrer Existenz, die drei dauernd streitenden Kinder zerren an den Nerven der jungen Eltern und die dauerhafte Überforderung des Alltags lässt jegliche Nähe verschwinden.

Die Welt im Bann der "Hasser"

Auf dem Weg zur Arbeit wird Dannys Leben aus seiner Monotonie gerissen, er erfährt was geschieht wenn Angst und Hass sich vereinen. Mitten in der Stadt wird eine wehrlose alte Passanten von einem Mann mit einem Regenschirm erstochen, doch scheint es eher als hätte der Angreifer Angst um sein Leben. In den folgenden Tagen häufen sich solche brutalen Geschehnisse und Danny beginnt sich um sein Leben, sowie das seiner Familie zu sorgen, nur knapp entkommt er mehrmals gefährlichen Situationen. In des ist auch in der Presse von einer "Welle der Gewalt" die Rede. Ehepartner gehen auf ihre Liebsten los, Ärzte verstümmeln während Op´s Patienten und selbst Kinder bringen ihre Eltern um. Die Gesellschaft hat sich gewendet, Angst regiert denn Zeit. Doch von wem geht diese Angst aus? Vielmehr als die Gewaltopfer stellen die neu ernannten "Hasser" ihre Todesangst gegenüber den Menschen dar. Unsicherheit, Misstrauen breiten sich aus. Danny hat Angst, könnte auch er oder seine Familie sich verwandeln und mit dem Hass infizieren? Er weiß, lange ist er nicht mehr in der Lage seine Familie zu schützen, denn wie weit die Bereitschaft zur Gewalt in jedem Menschen verankert ist und, wie weit er gehen würde um sich selbst zu schützen, kann er in diesem Moment nur erahnen. Bald wird Danny McCoyne die Wahrheit am eigenen Leib erfahren.

David Moody regt den Leser mit einer grausamen Geschichte zum Denken an. Deutlich, klar und kalt gewährt er Einblicke in eine Welt die Liebe, Anstand, Moral und Gewissen verloren hat und stellt den Leser vor die Frage : Würde ich töten oder getötet werden?

"Im Wahn" ist der erste Teil einer Trilogie, daher lässt das abrupte Ende auf mehr hoffen.

Der bereits zweite erschienene teil heißt " Todeshunger".

David Moody , "Im Wahn", Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel "Hater", Goldmann Verlag, Deutsche Erstausgabe 2009, 320 Seiten, 7,95 Euro

Pia Jäger, Pia Jäger

Pia Jäger - Geboren bin ich 1987 in Frankfurt/ Oder, meine Kindheit verbrachte ich in Eisenhüttenstadt. Dort machte ich meine ersten ...

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