
- Museum Rutheneum Schleiz, Thüringen - Christine Rödel
Konrad Alexander Friedrich Duden wurde 1829 am Niederrhein, in Lackhausen, Ortsteil von Wesel, geboren. Das Gymnasium trägt heute seinen Namen. Am 1. August 2011 begeht der Herausgeber des ersten vollständigen orthographischen Wörterbuchs seinen 100. Todestag. Die 25. Auflage wurde am 21. Juli 2009 veröffentlicht.
Konrad Duden veröffentlichte das erste orthographische Wörterbuch
Duden studierte Geschichte, Germanistik, Klassische Philologie in Wesel und in Bonn. Doch Duden trieb es in die Ferne. Nach seiner Promovierung an der Universität in Marburg brach er seine Referendarzeit in Soest ab und ging 1854 nach Italien. Hier begegnete er Adeline Jakob, die er sechs Jahre später heiratete.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als Lehrer, später als Direktor und gelangte im Alter von 40 Jahren nach Schleiz in Thüringen. Hier war er sieben Jahre lang als Direktor des Gymnasiums beschäftigt. Anschließend leitete er das königlichen Gymnasium in Hersfeld. Im Alter von 51 Jahren veröffentlichte er das vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache.
Der Schleizer Duden, der erste Duden
Bevor die deutsche Sprache orthographisch und grammatikalisch geregelt war, galt zum einen der Grundsatz, zu schreiben wie man spricht und zum anderen die Wortgeschichte bei der Schreibweise zu berücksichtigen. Letzteres Prinzip vertrat hauptsächlich der ältere von den Brüdern Grimm, Jacob Grimm. Die daraus resultierenden regional unterschiedlichen Schreibweisen der einfachsten Wörter wurde zum Hemmnis und machten eine Regelung unabdingbar. 1872 erschien das erste orthographische Werk, der Schleizer Duden, mit 28.000 Wörtern. Elf Tage lang wurde im Januar 1876 die Vereinheitlichung der deutschen Orthographie in Berlin diskutiert, aber aufgrund des Einspruchs von Bismarcks nicht durchgesetzt.
Zweite orthographische Konferenz
Fünfundzwanzig Jahre später, 1901, fand die zweite orthographische Konferenz statt. Der Bundesrat erklärte den Duden als verbindliche Grundlage zur Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung für das gesamte Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und der Schweiz. Mit dieser Konferenz wurde auch das th aus den Wörtern entfernt, deren Herkunft deutsch war. Das C wurde in vielen Wörtern durch K ersetzt. Auch diese Reform verlief unter Kritik. Nachfolgend tauchten in fast jeder Neuauflage des Dudens geringfügige Änderungen von Schreibweisen auf, die jedoch kaum ins Gewicht vielen. Doch die Anzahl der in dem Nachschlagewerk festgehaltenen Stichwörter haben sich im Laufe des Jahrhunderts mehr als verzehnfacht.
Rechtschreibreform 1996 mit Übergangsfristen
Die jüngste Rechtschreibreform, im Jahr 1996 rief zahlreiche Proteste hervor. 120 Jahre nach dem Beginn der Vereinheitlichung, war die Reform sowohl mit Befürwortern als auch mit Gegenstimmen und Befürwortern konfrontiert. Hauptziel der Neuerung war es, die deutsche Rechtschreibung zu vereinfachen. Aufgrund des zur Frankfurter Buchmesse von Schriftstellern und Wissenschaftlern geforderten Stopp der Reform und den damit entfachten Zwistigkeiten, wurde sie erneut überarbeitet. Eine mehrjährige Übergangsfrist tritt in Kraft. 2006 werden getrennte und zusammengeschriebene Worte, kleine oder große Schreibweisen, Trennungen von Worten am Zeilenende und Zeichensetzung zur Kultusminsterkonferenz verabschiedet. Das Rutheneum in Schleiz ist sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.
Quelle: eigene Recherche
