190: Modellautos Mercedes 190 E / W201 im Maßstab 1:35 und 1:43

190: Mercedes 190 Modellautos im Maßstab 1:43 und 1:35 - Jörg Tilmes
190: Mercedes 190 Modellautos im Maßstab 1:43 und 1:35 - Jörg Tilmes
Einst Cursor und aktuell Minichamps: Modelle des Baby-Benz 190 E von damals und heute. Technischer Fortschritt anhand zweier Generationen im Vergleich.

1982 erschien mit dem Mercedes 190 der intern unter dem Kürzel W201 laufende erste Versuch von Mercedes, die Verkaufspalette nach unten hin zu erweitern. Bis dahin mit den Oberklassetypen W123 und W116 / W126 vor allem in der Luxusklasse überaus erfolgreich, wollte die seinerzeitige Geschäftsleitung des Konzerns die Palette um einen Einsteiger-Mercedes erweitern. In den Jahren von 1982 bis 1993 fertigte der Stuttgarter Konzern insgesamt 1.879.630 Exemplare des nur als Viertürer gebauten, sehr erfolgreich verkauften Fahrzeuges. Rund zehn Prozent nehmen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes davon noch am Straßenverkehr in Deutschland teil. Dies vor allem deswegen, weil der umgangssprachlich 190er genannte Mercedes auf eine dermaßen gründliche und solide Art und Weise entwickelt und produziert worden ist, dass er bei einem Minimum an Pflege selbst seine Nachfolger überlebt. Selbstverständlich machte auch die Modellautobranche nicht vor ihm Halt.

Modellautos zum Mercedes 190 von Cursor

Zum Zeitpunkt, zu dem der W201 eingeführt wurde, erhielt das Label Cursor den Auftrag, Modellautos zu dieser Baureihe zu entwickeln. Auch diese im damals üblichen Maßstab 1:35 gefertigten Miniaturen sind noch in ausreichender Zahl über die Auktionsplattform Ebay erhältlich. Doch Branchenprimus Minichamps legte nach und produziert ebenfalls einen 190er; allerdings im zeitgemäßen, weltweit verbreitetsten Sammlermaßstab 1:43 gehalten. Ein Vergleich beider Modellautos ergab, dass der Minichamps-190 zwar in Sachen Detaillierung führt, derjenige von Cursor aber sowohl die Anmutung des Vorbildes trifft wie auch durch seinen Charme punktet.

Das 12,07 Zentimeter lange Modell aus Zinkdruckguss zeichnet die Linien des Baby-Benz relativ grob nach. Unter der Artikelnummer 1182 erhältlich bietet der 190 von Cursor eine stimmige Linienführung, mit dem Vorbild übereinstimmende Proportionen sowie eine oberflächlich passende Nachbildung von Innenraum und Fahrzeugunterseite. Details sind dort aber nicht wirklich wiederzuerkennen: Der Motor könnte zu jedem anderen Auto passen; etwas geformtes Plastik, doch keine realitätsnahe Nachbildung. Nicht viel anders stellt sich der Unterboden dar, der lediglich im Bereich der Motorabdeckung unten sowie im Hinterachsbereich Gravuren aufweist.

Zu öffnende Türen und Hauben am Cursor-190er

Neben der Motorhaube sind auch vordere Türen und der Kofferdeckel aufzumachen, die ebenfalls einen Blick auf nur grobe Modellautotechnik gewähren. Die Scharniere dominieren den Eindruck, den der Sammler von der Miniatur gewinnt. Auch die Spaltmaße sind nach aktuellen Verhältnissen riesig, aber sie stören nicht den positiven Gesamteindruck des Modells, weil eben die Proportionen passen und der kleine Cursor-190er dem Sammler genauso sympathisch-freundlich entgegen blickt, wie sein Vorbild: Zum einen der signalrote Benz im Ursprungsdesign von 1982, zum anderen die Variante des im Jahr 1988 eingeführten Facelifts; zu erkennen an den nach ihrem Gestalter Bruno Sacco benannten Seitenplanken, den Sacco-Brettern, am silbernen Modell.

Cursor hat auch nicht vergessen, der Frontschürze die breiten Lufteinlassöffnungen zu verpassen, die der Mercedes 190 seit der Modellpflege besaß. Das Fahrzeug war als Mercedes 190, 190 E sowie als 190 D lieferbar; die Typenbezeichnungen später ergänzt um die Hubraumangaben wie beispielsweise beim Mercedes 190 E 2.6; die Hochleistungsversionen trugen die Namen 190 E 2.3-16 und 190 E 2.5-16. Die Endfertigung war in Bremen und Sindelfingen angesiedelt; einzelne Komponenten wie zum Beispiel die Motoren kamen aus dem Werk Düsseldorf. Minichamps, das Label von Paul und Romy Lang aus Aachen, nahm den W201 ebenfalls ins Programm.

Der Mercedes 190 E von Minichamps im Maßstab 1:43

Der Minichamps-190er ist ein Modell der Neuzeit: Mit allen modernen Produktionsmethoden gefertigt bildet er sein Vorbild bis hin zum kleinsten Lichtschalter sklavisch detailliert nach. Keine Frage, dass sowohl Anmutung und Proportionen ebenso zum Vorbild stimmen, wie beim Cursor-190er. Doch die Linien sind feiner und die Anbauteile wie Scheinwerfer und Rückleuchten passen exakter in die Zinkdruckgusskarosse. Im Gegensatz zum Cursor-190er bietet der Minichamps-190 E schwarz eingerahmte Front- und Heckscheiben, separat aufgesetzte Türgriffe, Außenspiegel mit Spiegelfolie sowie vorbildgerecht lackierte Regenrinnen und eingefärbte Rückleuchten.

Dazu liefert Minichamps noch eine Schiebedachgravur, eine Heckantenne und einen Unterboden, der wiedererkennbar die wichtigsten Details von Antrieb, Fahrwerk und Abgasstrang nachzeichnet. Ganz zu schweigen vom Innenraum, der den Fans von der vorbildgerechten Formgebung von Armaturentafel, Mittelkonsole und Sitzbau auch passende Türseitenverkleidungen bietet; Details, bei denen der Cursor-190er vollumfänglich passen muss. Eine Anmerkung zur Vorbildwahl von Minichamps: Der 10,1 Zentimeter lange W201 aus Aachen orientiert sich an der Ursprungsversion von 1982, die wie erwähnt anstatt der Seitenplanken einfache Stoßleisten an den Türen trägt.

Das Verkaufsprogramm des 190 E von Minichamps

Die Version des Facelifts wurde von Konkurrent Autoart in den Maßstab 1:43 übertragen, der auch die Fassungen des W201 im Maßstab 1:18 auf den Markt brachte. Doch die Version in 1:43 bot zwar die Sacco-Bretter, aber ein im Vergleich zu Minichamps mieses Finish der Verkleinerung; viele Sammler ließen das Modell im Regal stehen und griffen lieber zu den 175 Gramm leichten Miniaturen des Teams um Paul und Romy Lang: In Zypressengrün unter der Artikelnummer 400034100 im Verkaufskatalog, aber ebensowenig mehr werksseitig lieferbar wie der 190 E in Silbermetallic (400034101), dessen Produktion auf 3.024 Stück begrenzt war.

Hier mehr zum Vorbild: Mercedes W201

Auch der auf 1.632 Stück limitierte Baby-Benz in Rot (400034102) oder die Notarztversion mit der Lackierung der Feuerwehr Aachen (400034190) wird nicht mehr angeboten. Aber Minichamps kündigte unter der Bestellnummer 400034104 einen 190er in Creme an, dessen Markteinführung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels jedoch noch nicht genannt werden konnte. Darüber hinaus stellte der Aachener Modellautobauer eine Vielzahl an Modellen der Sportversionen Evo 1 und Evo 2 her, die auch als Basis für die Motorsportmodelle des Mercedes 190 E von Minichamps dienten: Zu viele, um sie in diesem Bericht an dieser Stelle auflisten zu können.

Mercedes 190 E 2.3-16, die S-Klasse W126 und der W124

Ein Modell des 190 E 2.3-16 entstand auch bei Cursor: Zu erkennen an den geänderten Front- und Heckschürzen sowie dem Heckspoiler auf dem Kofferraumdeckel. Die Farben Champagner- und Blauschwarzmetallic des Minis mit der Artikelnummer 254 sind heute noch für durchschnittlich 15,00 Euro bei Ebay erhältlich; dort angeboten als von NZG kommend - einem Label, das die Modelle von Cursor in sein Programm integriert hat. Vom Vorbild 190 E fertigten aber auch Siku, Wiking und Herpa zahlreiche Miniaturen, die ebenso wie die Modelle der größeren S-Klasse W126 und der Mittelklasse W124 im Maßstab 1:35 von Cursor alle noch erhältlich sind. Letztgenannte sogar mit Außenspiegeln.

Dazu passt: Artikel über den Mercedes 500 SEC von NZG im Maßstab 1:35

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Jörg Tilmes - Was Sie von mir an dieser Stelle erwarten dürfen? Artikel zu Themen aus dem Bereich der Fernsehbranche, mit der ich seit 1999 ...

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