Das Starkbierfest der Paulaner-Brauerei in München gehört zu der bayerischen Landeshauptstadt wie das Oktoberfest und das Weißwurst zuzeln. Es ist aus dem Jahreslauf der Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. Ausgeschenkt wird das Starkbier der Paulaner-Brauerei vom Freitag, 01. März bis inklusive Sonntag, 27. März 2013. Ein großes Brimborium mit Fastenpredigt und Singspiel ist der Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Der Termin fürs Derblecken mit Singspiel ist festgelegt. Am Mittwoch, 27.02.2013, um 19:00 Uhr soll das Starkbier-Spektakel stattfinden. Der BR wird den Starkbieranstich live übertragen.
BR-Live-Übertragung am 27. Februar 2013
Als Bavaria wird Luise Kinseher den Bajuwaren auch beim Salvatoranstich 2013 die Leviten lesen. Der Vertrag mit der Paulaner-Brauerei wurde im September 2012 unter Dach und Fach gebracht. Die 43-jährige Kabarettistin ist die erste Frau, die für die Fastenpredigt engagiert wurde. Erstmals am 23. März 2011, um 19 Uhr, stand sie am Rednerpult beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg. Schon viele Monate zuvor war sie heiße Favoritin für die Rolle der Bußpredigerin und wurde am 16. November 2010 offiziell in das Amt berufen. Sie folgte Festprediger Michael Lerchenberg nach, der nach heftiger Kritik auf seine Salvatorpredigt das Handtuch geworfen hatte.
Luises Kinseher ist Urbayerin und prädestiniert fürs zünftige "Derblecken"
Als Urbayerin bringt Luise Kinseher auch sprachlich das nötige Rüstzeug fürs zünftige "Politikerderblecken“ mit. Sie ist die erste Frau in der Riege der "Derblecker“, die bisher nur mit männlichen Kollegen besetzt war. Unvergessen ist der feinsinnige und wortwitzige Walter Sedlmeyr, der über Jahre die Rolle des Bruders Barnabas prägte. Nach seinem tragischen Tod folgten bekannte Namen wie Max Grießer, Erich Hallhuber und Bruno Jonas. Nur ein kurzes Intermezzo gab der Kabarettist Django Asül im Jahr 2007.
Scharfe Kritik an "Bruder Barnabas" Michael Lerchenberg wegen seines KZ-Vergleichs
Im Jahr 2008 schlüpfte Michael Lerchenberg in die Mönchskutte des Bruders Barnabas. Bis dahin hatte er den Part von Edmund Stoiber im Singspiel beim Salvator-Anstich übernommen. Nachdem Stoiber als Landesfürst abgesägt worden war, hatte sich Lerchenberg dann aufs "Derblecken“ verlegt. Doch im März 2010 hatte er mit Co-Autor Christian Springer (auch als "Fonsi" bekannt) in seiner Bußpredigt Bundesaußenminister Guido Westerwelle in die Nähe eines KZ-Organisators gerückt und damit für einen Eklat gesorgt. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte: "Schlimmer geht's nimmer...". Vom Zentralrat der Juden kamen empörte Kommentare und Westerwelle zeigte sich mokiert. Daraufhin zog Lerchenberg die Konsequenz und legte die Mönchskutte ab.
Luise Kinseher gab dem Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg ein neues Gesicht
Luise Kinseher hat dem Salvator-Anstich auf dem Nockherberg seit 2011 im wahrsten Sinne ein neues Gesicht gegeben. Eine Unbekannte ist sie nicht, denn sie glänzte bereits als frustrierte Bavaria auf dem Nockherberg beim Singspiel im Jahr 2010. Weiterhin fließt viel komödiantisches Blut in ihren Adern. Das Theaterspielen hat sie bei Georg Maier auf der Iberl-Bühne in Solln gelernt.
Luise Kinseher ist bekannt durch die BR-Kultserien "Cafe´ Meineid" und "München 7"
Durch Rollen im "Tatort“ sowie in den Kultserien "Café Meineid“ und "München 7“ erreichte Luise Kinseher einen hohen Bekanntheitsgrad. Als Kabarettistin hat sie schon etliche Preise auf dem Regal stehen, unter anderen das Passauer Scharfrichterbeil, den Förderpreis des deutschen Kleinkunstpreises und den Kabarettpreis der Stadt München. Derzeit tingelt sie mit ihrem aktuellen Programm "Einfach reich" durch die Lande und sammelt Erfolge auf den Brettern der etablierten Kleinkunstbühnen. Zwar hat sie bisher keine politischen Kabarettprogramme geschrieben, war aber überzeugt, dass ihr die Rolle der "Derbleckerin" liegt. "Ich glaube, dass es gut wird und lustig und spaßig“ sagte sie bei ihrer offiziellen Vorstellung. Sie schlüpfte allerdings nicht ins Mönchsgewand, sondern derbleckte als Bavaria die Politiker. Als bayerische Urmutter durfte sie bereits im Singspiel agieren.
Die hohe Kunst der Kleinkunst wird von Luise Kinseher hervorragend repräsentiert
Luise Kinseher ist im niederbayerischen Geiselhöring aufgewachsen, studierte nach dem Abitur Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte in München. Seit 1998 ist sie mit eigenen Programmen auf deutschen Kleinkunstbühnen unterwegs. Sie ist Gründerin und Chefin der Firma "Kabarett & Schauspielerei" und Autorin von Kabarettprogrammen. In einer ihrer Pressevorlagen heißt es:" Man geht mit dem schönen Gefühl aus dem Theater, hohe Kunst der Kleinkunst gesehen zu haben: Einfach prächtig, diese Kinseher!“. Auf dem Nockherberg konnte sie dann zeigen, was als "Derbleckerin" in ihr steckt und der Starkbierzeit mit weiblichem Charme einen besonderen Pfiff verleihen.
Nockherberg-Singspiel 2013 mit Politiker-Doubles und einem neuen Regisseur
Alfons Biedernann, der in den vergangenen Jahren das Singspiel inszenierte und daraus eine kabarettistische Show entwickelte, wird heuer nicht mehr dabei sein. Er wird von Marcus H. Rosenmüller ersetzt, seit dem Film "Wer früher stirbt ist länger tot" einer der renommiertesten bayerischen Regisseure. Ihm stehen Thomas Lienenlüke als Autor und der Komponist und Musiker Gerd Baumann zur Seite. Im Mittelpunkt beim Singspiel auf dem Nockherberg stehen die Politiker-Doubles. Zum vierten Mal wird Wolfgang Krebs als Seehofer-Darsteller glänzen.
Der Wulff-Rücktritt kurz vor dem Nockherberg-Spektakel 2012
Der Rücktritt von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor von Guttenberg und die Atomkatastrophe in Fukushima hatte die Macher des Nockherberg-Derbleckens 2011 kalt erwischt. Bis zuletzt arbeiteten Luise Kinseher an ihrer Rede und Alfons Biedermann am Singspiel, um die aktuellen Entwicklungen einzuarbeiten. Die Fastenpredigt der Bavaria und Szenen aus dem Singspiel wurden in den vergangenen Jahren als Videomitschnitt aufgezeichnet.
2012 waren die Derblecker wiederum gefordert, ihr Konzept umzuschreiben. Am 17. Februar 2012 war Bundespräsident Christian Wulff von seinem Amt zurückgetreten. Ob es im Jahr 2013 wieder zu unliebsamen Überraschungen kommt, steht in den Sternen, ist aber eher unwahrscheinlich.
Quellen:
Abendzeitung München
tz online
Süddeutsche Zeitung
Paulaner Braurerei
Bayerischer Rundfunk
Linktipps:
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