Feldhasen, Lepus europaeus, wie Zoologen ihn nennen, werden Kindern im Frühjahr in Deutschland oft beim Osterspaziergung, zum Beispiel: Auf der Weide in Marburg, als Osterhase, präsentiert. Eine zu intensiv betriebene Landwirtschaft, mit der Verwendung unnötig hoher Ausbringung von Gülle und Pestiziden, brachte in den vergangenen Jahren die Population der Feldhasen in Gefahr. Es entstand zwangsläufig die kindliche Frage: “Stirbt der Osterhase aus?“

Waren naturliebende Eltern in den neunziger Jahren besorgt um den Bestand der Feldhasen, können die Helfer von „Meister Lampe“, dem Osterfest mit seinen besten Festtagsgrüßen, Osterhasen und Ei wieder entspannt entgegensehen. Zählungen, die 2010 im Frühjahr und Herbst erfolgten, ergaben, dass der Bestand der Feldhasen um zehn Prozent zulegte. Der bisherige Rekord der Nettozuwachsrate, von 25 Prozent, der im Jahr 2007 ermittelt wurde, konnte nicht erreicht werden. Die Zählung erfolgt wissenschaftlich korrekt in der Dunkelheit, indem mit Scheinwerfern aus dem fahrenden Auto die Felder – entlang festgelegter Strecken – abgesucht werden.

Und im Jahr 2012?

Im Jahr 2012 sank die Zahl der Hasen die auf einem Quadratkilometer leben leicht. Nach Hochrechnungen der Vereinigung der Jäger des Saarlandes leben derzeit mindestens 4 Millionen Feldhasen in Deutschland“, sagte deren Vorsitzender Josef Schneider. Wissenschaftler sehen den Rückgang des Bestandes in den vergangenen kalten Wintern. Auch die Zusammenlegung der Äcker, die die Menge der Ackersäume verringern, wird als Grund für die Minimierung der Hasen angesehen.

Damit hasenfreundliche Blühstreifen Wirklichkeit werden können, muss, so fordert auch der Deutsche Jagdverband, DJV, der vor Ort eng mit den Landwirten zusammenarbeitet, ein finanzieller Ausgleich für die betroffenen Landwirte erfolgen.

Der DJV fordert eine effektive Fangjagd für Allesfresser wie den Fuchs, der die größte Gefahr für Feldhasen in unserer Kulturlandschaft ist. Schon jetzt wurde die Jagd nach dem Vorsorgeprinzip angepasst und seit der Jagdsaison 2007/08 bereits um 30 Prozent reduziert.

Naturliebhaber lasen mit Erstaunen, das ein Feldhase in Ostfriesland einen Unfall mit 100 Stundenkilometer überlebte.

Rekordwerte nicht erreicht, trotzdem mehr als zufrieden

Kleintiere spielen in unserem Ökosystem eine wichtige Rolle. Ist ihr Bestand gefährde,t können Maßnahmen zur Veränderung eines Bestandes, nur auf Grund gesicherter Zahlen getroffen werden. Darum zählten Wissenschaftler in den vergangenen acht Jahren –mittels des Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) die Feldhasen und werteten die Zählergebnisse aus über 500 Referenzgebieten aus.

Wissenschaftler, die für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) Feldhasen gezählt haben, kommen zu dem Ergebnis, dass knapp 13 Feldhasen pro Quadratkilometer im Herbst 2009 über Deutschlands Felder und Wiesen hoppelten. Damit konnten die außergewöhnlich guten Ergebnisse des Rekordjahres 2007 zwar nicht erreicht werden, allerdings liegt der Wert für 2009 im langjährigen Mittel, sagte Jochen Borchert, Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV).

Vorsichtige Hochrechnungen, die auf der Basis der Zählungen erstellt wurden, ergaben, dass 2010/11 mindestens vier Millionen Feldhasen in Deutschland leben. Nach Jahren des intensiven Zählens und Auswertens lässt sich eindrucksvoll belegen, dass die Feldhasenbestände in Deutschland stabil sind und nur unwesentlich schwanken. „Meister Lampe ist überall in Deutschland heimisch, leichte Schwankungen im regionalen Bestand sind völlig normal“, so Borchert. Der Nachwuchs von Feldhase und anderen Offenlandarten reagiere besonders empfindlich auf nasskalte Witterung im Frühjahr, ergänzte er.

Ein ergänzender Artikel aus dem Jahr 2013: Der Osterhase stirbt in Deutschland nicht aus

Natürliche Feinde von Feldhasen dezimiert

Wer sich die Karte, die den Bestand der Feldhasen in Deutschland aufzeigt, ansieht, stellt schnell fest, dass die meisten Hasen im Nordwestdeutsches Tiefland angesiedelt sind. Allein in Nordrhein-Westfalen, dem Hasenland Nummer 1, lebten im Herbst 2010 über 32 Tiere auf einem Quadratkilometer. Vermutlich gibt es dort, außer dem Lux, nur wenige Tiere die den Feldhasenbestand in Grenzen halten.

Deutlich weniger Feldhasen, fünf Tiere pro Quadratkilometer, leben in den Offenlandschaften des Nordostdeutschen Tieflandes. Dort hat sich, erfreulicherweise, im Vergleich zum Vorjahr, .der Besatz leicht gesteigert. Von solchen Zahlen können die Verantwortlichen im Nordosten von Deutschland nur träumen. Als eine Ursache für die dortigen seit vielen Jahren vergleichsweise geringen Hasenbestände wird die landwirtschaftliche Flächennutzung mit großen Feldern und wenigen Fruchtarten genannt. Im Alpenvorland, wo Greifvögel wie Adler und Milane, Habicht und Bussard anzutreffen sind, ist das Vorkommen der Feldhasen deutlich geringer.

Hasenbestände wieder angewachsen

Bedeutenden Einfluss auf die Hasenbestände hatte, nach Expertenmeinung das überdurchschnittlich warme und trockene Frühjahr 2009. Zu dieser Zeit lagen im April und Mai, die Temperaturen bis zu fünf Grad Celsius und damit über dem Jahresmittel. Das kam den Hasen im Osten zugute, weil der Winter 2008/09 dort weniger streng als im Südwesten und Westen Deutschlands ausfiel. Hier lagen die Temperaturen im Winter 1,5 Grad Celsius unter dem Mittelwert. Es schafften dementsprechend wenige Jungtiere ins Erwachsenenalter und es pflanzten sich demzufolge 2009weniger fort. Leichte Einbußen waren im Nordwestdeutschen Tiefland und in anderen Regionen zu verzeichnen.

Das Projekt „WILD“ stellt sich vor

Das DJV-Projekt WILD wurde im Jahr 2001 vom DJV und seinen Landesjagdverbänden initiiert und wird bereits im neunten Jahr erfolgreich betrieben: Unter der Regie von Wissenschaftlern der Universität Trier, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde , erfassen speziell geschulte Jäger den Feldhasen im Frühjahr und Herbst. Zu Ostern und zum Weihnachtsfest werden viele Feldhasen als Wildhasenfilet verspeist.

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