
- Aschenputtel im TV - WDR/Hardy Spitz
Am 20. Dezember 1812 erschien die erste Ausgabe der "Kinder- und Hausmärchen" von den Kasseler Brüdern Jacob (1785 -1863) und Wilhelm Grimm (1786 - 1859). Seitdem wurden die Märchen Millionen mal gedruckt und gelesen, in über 170 Sprachen übersetzt - mehr hat nur die Bibel geschafft. Ein kurzer Rück- und Ausblick.
200 Jahre Grimms Märchen: Am Anfang gab es Ärger mit dem Verleger
Der märchenhafte Bestseller kämpfte mit großen Start-Schwierigkeiten. Als die Gebrüder Grimm vor 200 Jahren den ersten Band ihrer Märchensammlung veröffentlichten, hatten sie mit ihrem Verleger Georg Reimer in Berlin bald allerhand Ärger. Der Grund: Der Verkauf kam nicht in Schwung. Heute kaum noch zu glauben, denn die Märchen gibt es in ungezählten Ausgaben, illustriert oder nicht, konventionell und digital. Nicht nur für Kinder, auch speziell für Erwachsene zusammengestellt.
Und: Die Handexemplare der Erstausgabe (ohne Illustrationen) mit handschriftlichen Anmerkungen der Brüder Grimm sind heute ein Schatz der Literatur, sie gehören seit 2005 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Seit dem 22. Januar 2012 kann man diese Exemplare in einer speziellen Vitrine im Brüder-Grimm-Museum in Kassel (Palais Bellevue) bewundern. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 ist der Eintritt frei.
200 Jahre Grimms Märchen: Film und Fernsehen powern den Erfolg
In den neueren Zeiten hat natürlich auch der Film erheblich zum Erfolg von Grimms Märchen beigetragen. Kein Medium ist schließlich besser geeignet, märchenhafte Ereignisse darzustellen. Im Film ist es kinderleicht, einen glitschigen Frosch im Handumdrehen in einen strahlenden Prinzen zu verwandeln. Hier können Wölfe sprechen, Dornenhecken in Sekundenschnelle wachsen und Zwerge als die natürlichsten Wesen der Welt erscheinen. Walt Disneys "Schneewittchen und die sieben Zwerge" von 1937 ist übrigens der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Geschichte, und er wird auch heute noch zu den 100 besten Filmen aller Zeiten gezählt.
Allein im Jahr 2011 hat die Produktionsfirma Degeto für die ARD vier Märchen der Gebrüder Grimm neu verfilmt: "Jorinde und Joringel", "Aschenputtel", "Die Sterntaler" und "Die zertanzten Schuhe". Sie folgten auf "Der Froschkönig", "Frau Holle", "Der gestiefelte Kater", "Rapunzel", "Rumpelstilzchen"…
200 Jahre Grimms Märchen: Die Figuren erobern den Alltag
Erstaunlich ist auch der frühe und anhaltende Siegeszug der Brüder Grimm im Alltagsleben. Nur einige Beispiele: Schon im Jahr 1900 warb die Firma Maggi mit Schneewittchen auf einem Blechplakat für die berühmte Suppenwürze. Die Marke "Rotkäppchen"-Sekt gibt es seit 1895. Auch Red Bull griff in die Märchenkiste und warb Anfang 2000 mit Rapunzel für seinen modernen Energy Drink. Und In Italien heißen viele Eiscafés immernoch "Biancaneve" (Schneewittchen).
