Am 26. April, möglicherweise um 11 Uhr, vielleicht auch eine Stunde später, wird die Bundesgartenschau eröffnet. Austragungsort und gastgebende Stadt ist Heilbronn am Neckar. Viel mehr ist zum Ablauf der Eröfffnungszeremonie aus der Stadtverwaltung noch nicht zu erfahren. Der Grund: Die Tore der Bundesgartenschau in der Neckarstadt Heilbronn öffnen sich in exakt neun Jahren. 2019. Am kommenden Montag, dem 26. April, wird die Zukunft aber schon einmal vorweggenommen. Mit einem Rundgang wird auf das Ereignis eingestimmt.

Neues Stadtviertel zum Wohnen und Arbeiten

Und dabei geht es nicht allein um die Ausrichtung der Bundesgartenschau. Die Stadt Heilbronn bekommt mit dem Zuschlag zur Buga die einmalig Chance, auf einer jahrzehntelangen Brachlandschaft, die lange Zeit der Deutschen Bahn gehörte, und nach langen Diskussionen und Querelen schließlich von der Stadt erworben werden konnte, ein neues Stadtviertel zu entwickeln - es im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Boden zu stampfen. Es soll einmal zum Wohnen und Arbeiten dienen.

Heilbronner Bevölkerung wird einbezogen

Die Heilbronner Bevölkerung wird in die Planungen einbezogen. Und: Das Interesse der Heilbronner an dem Projekt ist groß. Das zeigt sich besonders an den stets sehr gut besuchten Info-Veranstaltungen und Rundgängen über das künftige Gartenschau-Gelände. Selbst, als es außer Schotter, Gestrüpp und verwucherten Bahngleisen noch nichts zu sehen gab, war der Andrang immens. Seit 2008 steht eine grüne Info-Box auf dem Areal. Sie dient als Treffpunkt für alle Führungen. Und dort werden auch am Montag um 17.30 Uhr wieder viele Bürger erwartet. Die Verwaltung verspricht "frische Infos aus erster Hand".

Neckarvorstadt: Neuer Name gesucht

Die Umstrukturierung des ehemaligen Bahnareals, das auf den Namen Fruchtschuppengelände hört, in ein neues Stadtviertel, für das ein adäquater Name mittels eines Bürger-Wettbewerbs noch gesucht wird, nimmt ganz allmählich Gestalt an. Der Arbeitstitel für das gewaltige Bauvorhaben lautet "Zukunftsprojekt Neckarvorstadt". Im Mittelpunkt steht der Neckarpark, der dann die Bundesgartenschau beheimaten und Dreh- und Angelpunkt für alle Veranstaltungen sein wird. Der alte Neckararm wird die Verbindungsachse zwischen der Heilbronner Altstadt und dem neuen Stadtviertel, das zurzeit noch unter dem Begriff "Neckarvorstadt" firmiert.

Heilbronn steht vor der größten Herausforderung der Gegenwart

Als ein "Leuchtturmprojekt, das Heilbronn nach vorne bringen wird" bezeichnete Hans-Peter Barz, Leiter des städtischen Grünflächenamts, das Vorhaben bei einer der letzten Rundgänge. Zusammen mit Bürgermeister Wilfried Hajek wird er auch dieses Mal die Runde begleiten und wertvolle Informationen geben. Das neu zu erschließende Areal erstreckt sich vom Heilbronner Hauptbahnhof in Richtung Nordwest. Das Millionenprojekt darf schon heute als das umfangreichste und bedeutendste Vorhaben bezeichnet werden, als eine der größten Herausforderungen der Gegenwart, mit der Stadtverwaltung und Gemeinderat sich in den kommenden Jahren zu beschäftigen haben.

Masterplan Neckarvorstadt

2008 stellte der Heilbronner Gemeinderat die Weichen für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb. Dieser „Masterplan Neckarvorstadt" gilt als Vorlage. Danach könnte die Neckarvorstadt einmal bis zu 750 Wohnungen für etwa 1500 Einwohner bieten. Ursprünglich standen drei Nutzungskonzepte zur Wahl. Von der Idee eines Freizeitparks verabschiedete man sich ebenso wie von dem Vorschlag, ein neues Gewerbegebiet zu schaffen. Stattdessen heißt die Devise: Wohnen und Arbeiten. Neue Arbeitsplätze sollen vor allem im Dienstleistungs- und Forschungsbereich entstehen. Letzteres vor allem wegen der unmittelbaren Nähe zum jüngst eröffneten Science-Center "Experimenta". Das Gebiet soll sich durch innovative, richtungsweisende Architektur auszeichnen, ein erster Bauabschnitt könnte schon zur Buga im Jahr 2019 präsentiert werden.

Straßenverlegung und Lärmschutzmaßnahmen

Mit dem Konzept „Wohnen und Arbeiten am Buga-Park" sind einige Maßnahmen verbunden, die besonders den Verkehr betreffen. So wird die Kalistraße auf die andere Seite des alten Neckararms verlegt, damit ein durchgängiger Neckaruferpark entstehen kann. Eine neue Straßenverbindung („Westrandstraße") zwischen Europaplatz und Hafenstraße parallel zu den Bahngleisen erschließt das geplante Wohngebiet und schließt eine Lücke im Straßenring um die Innenstadt. Für die Kranenstraße wird geprüft, ob sie von der Kraneninsel verlegt oder ganz aufgegeben werden kann. Ein neuer Ost-West-Grünzug mit neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücken wird Heilbronns größten Stadtteil Böckingen mit der Innenstadt verbinden. Zudem sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.