
- Das Publikum - Christopher Dömges
Seit 38 Jahren lädt der legendäre Dortmunder Jazzclub Domicil zur Weihnachts-Jazzmatinee ins Foyer des Dortmunder Opernhauses. So auch dieses Jahr am zweiten Weihnachtstag, der mehr verschneit als sonst aufgrund des Klimawandels üblich im Ruhrgebiet daherkam. Viel lokale Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft war wieder mal selbstredend anwesend. Alle gaben dem Domicil, dass zu den ‚100 best places to listen to jazz in the world‘ gehört, auch finanziellen Auftrieb für den laufenden konzertanten Betrieb, der auch Weltstars des Jazz eine Heimat bietet. Auf fünf Bühnen wurde also, präsentiert von der lokalen Tageszeitung WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU, Jazz aus allen Genres geboten. Besonders beliebt: Der im Untergeschoss gespielte Traditional Jazz: Dixieland etwa mit den legendären, wenn auch etwas in die Jahre gekommenen Dortmunder Pilspickers. Hier wurde Louis Armstrong rauf und runter genudelt. Etwas altbacken könnte man sagen. Für beste Stimmung reichte es allemal.
Jazz auf fünf Bühnen
Und es gab ja noch die anderen Bühnen, die weniger traditionell daherkamen: Bühne eins bot dem Modern Jazz ein Forum, war ebenfalls gut frequentiert: Die Band „You are so me“, gab sich die Ehre. Gleichsam brandneu und gleichzeitig eingespielt. Frontmann und Saxophonist Jan Klare überraschte mit gekonnten, gleichsam sehr schrägen und gewöhnungbedürftigen Kompositionen von ihm und Keyboarder Oliver Siegel. Improvisation war hier das Gebot der Stunde.
Bühne zwei: Bigband
Bühne zwei: Beliebter Bigbandsound und Swing überraschte hier, erfrischend jung interpretiert, ein begeisterungsfähiges Publikum. Es begann die junge GBJA Bigband feat. Eldar Tsalikov & Dian Pratiwi. Internationale Youngsters waren vor Ort. So der 16jährige russische Altsaxofonist Eldar Tsalikov. Er ist Gastsolist der legendären Dortmunder Glen-Buschmann-Jazzakademie und überraschte durch differenziertes, im Überschwang der Jugend sprühendes, virtuoses Spiel. Später, gegen 12.45 Uhr, kam die Hammer Bigband zum Zuge. Crossover und Swing ihr Markenzeichen.
Groove-Club auf Bühne drei
Bühne drei bot den Groove-Club, ein elektronisch gestaltetes Feuerwerk um den Musiker Stu Grimshaw, der auch monatlich im Domicil seine elektrischen Träumereien verwirklicht. Im zweiten Teil kam die Gruppe FREISTIL, die eine gekonnte Mischung aus Rap, Pop, Jazz, Soul und Accoustic Metal zum Besten gaben. Hier konnten die Freaks das Tanzbein schwingen.
Vierte Bühne bot Weltmusik
Was wäre eine Jazzmatinee ohne die beliebte internationale Weltmusik. Am zweiten Weihnachtstag im Dortmunder Opernhaus zu erleben auf Bühne vier: 11 – 12 Uhr – Transorient Orchestra. Beginnt doch der Orient im Ruhrgebiet. Unter der Leitung des herausragenden Andreas Heuser bekam die internationale Szene des Ruhrpotts was auf die Ohren. Was? Musikalische Einflüsse aus der Türkei, dem Balkan, dem arabischen Raum und dem fernen Osten. Es lebe Multikulti! Und dann war da noch das Sonnica Yepes Quartett, das eigene Kompositionen der aus Spanien stammenden Bandleaderin zum Besten gab.
Stimmungsgeladene Matinee
Bleibt zu hoffen, dass das Domicil noch an vielen Weihnachten solch stimmungsgeladene Matinees zustande bringt. www.domicil-dortmund.de
