Erfolgreiche Filme bald nur noch in 3D Technik?

Durch die Wiederbelebung der 3D-Technik freut sich die Film- und Kinoindustrie über eine Explosion der Einnahmen. Vorübergehender Hype oder Trendwende?

Durch die nicht ganz so neue 3D-Technik darf sich die Film- und Kinoindustrie über eine Explosion der Einnahmen freuen. Insbesondere die Kinoindustrie kann somit nach ein paar mageren Jahren wieder aufatmen.

„Avatar und „Alice im Wunderland“– Aufbruch ins 3D-Kino-Wunderland

Filme wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von Titanic-Regisseur James Cameron und „Alice im Wunderland" von Tim Burton bescheren der Branche einen wahren Geldregen und einen Rekord nach dem anderen. So spielte „Avatar“ weltweit über 2,6 Milliarden US-Dollar ein und verdrängte damit den bisherigen Spitzenreiter „Titanic“, der diese Position mehr als zehn Jahre innehatte und übertraf dessen Einspielergebnis um mehr als 800 Millionen US-Dollar. Die momentanen Einspielergebnisse von „Alice im Wunderland“ lassen vermuten, dass „Avatar“ wohl nicht zehn Jahre an erster Stelle stehen wird.

3D – Die dritte Revolution der Filmindustrie

Man kann die 3D-Technik als dritte Revolution in der Filmindustrie bezeichnen. Nach dem Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm und vom Schwarz-Weiß zum Farbfilm stellt der Wechsel vom 2D- zum 3D-Film erneut eine Zäsur dar.

Bereits im neunzehnten Jahrhundert wurde mit 3D-Filmen experimentiert und auch die 3D-Fotografie fiel über Jahrzehnte des Vergessens anheim. Im Jahre 1922 wurde der erste 3D-Film in anaglypher Technik "The Power Of Love" aufgeführt. Die anaglyphe Technik überlagert dabei zwei Bilder auf dieselbe Projektionsfläche, die von den Augen jeweils getrennt wahrgenommen und vom Gehirn zu einem räumlichen Bild berechnet wird. Die farbanaglyphische Darstellung hat mit seinen berühmtberüchtigten rot-grün Pappbrillen nicht gerade zum Renommee des 3D-Kinos beigetragen.

Techniken, um den 3D-Effekt zu erreichen: Dolby 3D, Real 3D, iMax 3D

Es gibt zwar verschiedene Techniken, um den 3D-Effekt zu erreichen, gemeinsam ist allen, dass dem rechten und linken Auge ein jeweils leicht versetztes Bild präsentiert wird.

Bei Dolby 3D gelangt ein spezieller Farbfilter im Kinoprojektor zum Einsatz, der unterschiedliche Wellenlängen für das rechte und linke Auge erzeugt.

Bei Real 3D sorgt ein LCD-Bauteil vor dem Projektionsobjektiv dafür, daß der Kinoprojektor abwechselnd das rechte und das linke Bild auf die Leinwand projiziert und dabei im Kreis polarisierendes Licht verwendet.

Beim iMax 3D erreicht man die dritte Dimension dadurch, dass für das rechte und das linke Auge jeweils ein Bild durch zwei Filmkameras aufgenommen und mittels Polarisationstechnik wiedergegeben wird.

Ist 3D-Kino wirklich das neue Wunderland?

Zeichnet sich „Avatar“ insbesondere durch seine imposante Optik und Action aus, lässt „Alice im Wunderland“ leider die Wunder jenseits der 3D-Optik vermissen, die man erwartet hatte.

Schlecht ist die Umsetzung von Tim Burton nicht, aber er zeigt leider außer der 3D-Optik auch nichts Neues oder Überraschendes, und die Akteure bleiben mit Ausnahme des von Johnny Depp perfekt verkörpertem verrückten Hutmacher eher farblos und wirken daher trotz der dritten Dimension sehr flach. Und wenn dann auch noch Szenen fehlen, auf die wohl jeder Fan hingefiebert hat und zudem eher fragwürdige Änderungen an der Originalvorlage zugunsten der Action vorgenommen werden, bleibt ein fader Beigeschmack. Ob Lewis Carroll, der Autor von „Alice im Wunderland“, sich über diese Umsetzung gefreut hätte, bleibt fraglich.

Risiken des 3D-Kinos

Hier liegt zumindest auch kurzfristig die Gefahr des neuen 3D-Kinos: Durch die Übersteigerung der Optik durch die neue Gestaltungsmöglichkeit der 3D-Technik kann es dazu kommen, dass der Inhalt, der Spannungsbogen oder die Ausarbeitung der Figuren zu kurz kommen. Zumindest bis das 3D Fernsehen Einzug in die Wohnzimmer halten wird, werden die Kinosäle voll bleiben und weggeworfene Plastikbrillen vom Erfolg des neuen Mediums zeitigen.

Sven Fauth, © Sven Fauth

Sven Fauth - Studium der Volkswirtschaftslehre in KonstanzStudium der Landschaftsplanung in BerlinAls selbständiger Künstler erstelle ich ...

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