40 Jahre DDR - 20 Jahre Deutsche Einheit: Vereintes Deutschland

Wiedervereinigung - Dieter Schütz - pixelio
Wiedervereinigung - Dieter Schütz - pixelio
Die letzten zwanzig Jahre sollten eine Einheit in Deutschland bilden. Ist es wohl gelungen?

Das Leben in der DDR bot eine einfache Struktur. Ganz nach dem Vorbild von "Timur und sein Trupp" - vom russischen Schriftsteller Arkadi Gaidar - halfen die Jungen den Älteren. Dazu zählte unter anderem, dass man einem Schwächeren einen Platz im prall gefüllten Bus anbietet oder die schwere Tasche der kranken Nachbarin abnimmt und sie unterstützend bis zur Wohnung begleitet. Wer sich nachweisend sehr fleißig in dieser Hinsicht zeigen konnte, bekam als Pionier sogar ein Timurtrupp-Abzeichen beim großen Fahnenappell vor der gesamten Schule. Auch Lehrer wurden nach Leistung bewertet: Wer einen guten Schulnotendurchschnitt in seiner Klasse durchsetzen konnte, wurde ebenfalls öffentlich geehrt. In anderen Berufen gab es eine große Wandzeitung. Hier wurde anhand von Fotos der beste Mitarbeiter gekürt. Der soziale Aspekt stimmte eben in allen Facetten. Nur die Staatssicherheitsleute störten den Alltag. Freies Denken. Freies Handeln. Ja, das fehlte.

Mauer musste weg

Eingesperrtes Leben. Man durfte die englische und französische Sprache lernen, aber nicht dahin reisen. Diese Sprachen dienten nur zur Verständigung der Besucher. Alle sozialistischen Länder durften besucht werden. Aber gerade das Verbotene stimmte die Leute immer neugieriger. Es war, als würde man auf einer lebhaften Insel wohnen, aber immer wissen wollen, was hinter dem Horizont los ist. Was verpasst man dort? Wie sieht es dort aus? Wie leben die Menschen dort? Es war eine Frage der Zeit, wann die Menschen auf die Straße gehen würden. Auf friedlicher Art machten sie jeden Montag auf ihr Problem aufmerksam. Sie wurden von aller Welt gehört. Nicht nur von den eigenen regierenden Reihen. Und es kam zum Sturz. Am 9. November 1989. Gott sei dank!

Deutschland - Eine Einheit

Zwei Welten trafen nun aufeinander. Sprüche wie: "Im Westen ist auch nicht alles Gold, wie`s glänzt." oder "Im Osten ist alles schlecht." gehörten zum Alltag. Die meisten wirkten sehr glücklich, doch es gibt noch heute einige Widersacher, die sich die Mauer wieder wünschen. Warum? Wozu soll das gut sein?

Viel wichtiger ist doch, dass die Löhne endlich angeglichen werden. Im Osten Deutschlands leben immer noch Bürger, die zu Dumpinglöhnen arbeiten gehen. Stellenweise ist sogar der Feudalismus ausgebrochen. Die älteren Arbeitnehmer, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, werden mit letzter Macht ausgebeutet. Überstunden werden nicht bezahlt. Wer sich beschwert, fliegt raus. Hier machen sich Zustände breit, die sind mit Worten kaum zu fassen. Die ostdeutschen Bürger kämpfen täglich um ihre Existenz. Urlaub wird sogar mittendrin gestrichen. Wer zu Hause ist, hat Pech. Der Urlaub kann auch kurz vor dem Antritt zurückgenommen werden. Am Wochenende arbeiten, wird zur Pflicht, aber unentgeltlich. Namen dürfen hier nicht genannt werden, da die Arbeitnehmer sonst gar keinen Job mehr hätten. So kurz vor der Rente.

Kurz vor den Feiertagen der Wiedervereinigung wird jedes Jahr aufs Neue auf den Einsatz der Solidaritätsbeiträge geschimpft. Im Osten ist alles auf dem neuesten Stand, im Westen fällt alles zusammen. Natürlich kann das so nicht weitergehen. Aber die ostdeutschen Arbeitnehmer zahlen auch monatlich ihren Soli-Beitrag. Sie wollen auch, dass der Westen ebenfalls von den Beiträgen profitiert. Von außen ist eine Einheit zu sehen, aber in den Herzen der Menschen sollten gedankenlose Kommentare endlich ein Ende finden.

Hier führt der Weg zum ersten Teil dieser Beitragsreihe:

40 Jahre DDR - 20 Jahre Deutsche Einheit: Das Leben in der DDR

Der folgende Link bietet den wissbegierigen DDR-Geschichten-Fans eines der beliebtesten Rezepte:

Soljanka - Ein herzhaftes, ostdeutsches Gericht

Und wer noch nicht genug über die Wiedervereinigung gelesen hat, findet hier weitere Beiträge meiner Kollegen:

Der Einigungsvertrag - Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990

Deutschland - Gibt's was zu feiern?

Bildnachweis: © Dieter Schütz / Pixelio.de

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