
- Die Sendung mit der Maus - WDR Pressestelle
Ob Musiker, Politiker, Schauspieler oder Sportler: Jede Alters-Generation hat seine Helden. Während sich pubertierende Teens in der Regel mit Promi-Ikonen wie Madonna, Michael Jackson oder der gerade populärsten Casting-Band identifizieren, weinen die älteren Semester zumeist den heroischen Taten und Ansichten längst verblichener Politiker, Alt-Aktivisten und ergrauten Sportidolen ihrer Vergangenheit nach.
Helden aus Stoff, Filz und Polyester
Doch die einzigen, die auch nach mehreren Jahrzehnten noch konstant verehrt werden, sind im Gegensatz zu all den vergänglichen, zu denen die Massen hinaufschauen, nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Stoff, Filz, Polyester oder, wie im Falle der „Maus“, gar völlig imaginär. Getreu dem Motto: "Hat dich ein Kind erst einmal erkoren und in sein kleines Herz geschlossen, dann kommst du da auch nicht so einfach wieder raus". Ob Ernie, Bert, Kermit oder das Sandmännchen: Charaktere, die kleine Erdenbürger rund um den Globus ihre komplette Kindheit begleiten.
Die Maus erblickte 1971 das Licht der Welt
Genauso verhält es sich auch mit einer kleinen Maus, die seit nunmehr 40 Jahren fast jeden Sonntagvormittag auf dem Bildschirm für heitere Belustigung und Lern-Spaß sorgt. Mit der „Sendung mit der Maus“ erschuf der deutsche Autor, Regisseur und Produzent Armin Maiwald im Jahre 1971 nicht nur ein einfaches TV-Format für neugierige Kinderaugen, sondern er bewies mit dem Konzept „Wissenssendung“, dass das Fernsehen neben den Mainzelmännchen noch weitaus mehr für die Kindergarten-Generation bieten kann.
Warum ist der Himmel blau? Wie funktioniert Strom?
Mit kleinen Einspielsequenzen, den sogenannten „Sachgeschichten“, erklärt die Stimme Maiwalds auf einfache Weise Vorgänge und Themen, die jedes Kind mit spätestens drei oder vier Jahren brennend interessieren. Warum ist der Himmel blau? Wie funktioniert Strom? Oder wie fliegen eigentlich Flugzeuge? – das ist nur eine Auswahl von unzähligen Fragen, die das Team um Armin Meiwald seit Beginn der siebziger Jahre kindgerecht beantwortet. Den anfänglichen „Sach- und Lachgeschichten“ gab ab Januar 1972 das mittlerweile weltweit bekannte Konterfei der Maus der Sendung die entsprechende Identifikationsfigur. Seither verfolgen mittlerweile Kinder in über hundert Ländern die kleinen „Mausspots“.
Christoph Biemann ist seit 1989 verantwortlich für die Produktion
Nach Ansicht von Christoph Biemann, der mit seiner Firma Delta TV seit 1989 verantwortlich für die Produktion der Sendung ist, sei der Erfolg der Sachgeschichten im Ausland vor allem auf die Geradlinigkeit und die Ehrlichkeit zurückzuführen, mit der die Sendung teilweise sehr komplexe Themen erklärt: „Das ist einfach sehr sorgfältig gemacht, schön erzählt und die Leute arbeiten seit vielen Jahren mit viel Herzblut und Liebe an den Format“, berichtete der heute 59-jährige gebürtige Ludwigsluster unlängst in einem Radio-Interview.
Jeden Sonntag schalten bis zu zwei Millionen Menschen ein
Christoph Biemann zählt wie Erfinder Armin Weiland zu den Moderatoren der Sendung. Er verschmilzt mit seiner einbringenden Komik, die eher sachliche und nüchterne Art von Armin Maiwald zu einer erfolgreichen Symbiose aus Witz und Wissen. Eine Melange, die aber nicht nur die Jüngsten fasziniert und der Sendung jeden Sonntag bis zu zwei Millionen Zuschauern einbringt, denn der Altersdurchschnitt der Beobachter befindet sich laut WDR im Bereich der 35- bis 39-Jährigen. Ob es aber nur daran liegt, dass einige Eltern die eine oder andere Wissenslücke gemeinsam mit ihren Sprösslingen schließen wollen, oder eher daran, dass sie sich sonntags heimlich nach dem Frühstück ins Fernsehzimmer schleichen, um ihre eigene Bildung auf Herz und Nieren zu prüfen, ist allerdings noch nicht ganz ergründet worden.
Die Sendung mit der Maus ist eine Institution im Fernsehen
Wie dem auch sei, „Die Sendung mit der Maus“ ist in vier Jahrzehnten zu einer Institution im Fernsehen für Jung und Alt geworden und feierte am 13. März mit einer zünftigen Ein-Stunden-Ausgabe ihr Jubiläum. Besonderes Augenmerk legten die Verantwortlichen zur feierlichen Geburtstags-Sendung auf ihre Aktion „Türen Auf“. Welche vermeintlichen Geheimnisse sich hinter welchen verschlossenen Türen verbergen, erfuhren die Wissbegierigen in der ausgestrahlten Folge.
