
- Blumenkörbe als Dank für Engagement im Treffpunkt - Sigrid Stephenson
Seit vierzig Jahren existiert der „Treffpunkt“ im Haus der Begegnung am Poggenseer Weg 28. Jeden Dienstag treffen dort Senioren zur gemütlichen Kaffeetafel und zum nachfolgenden Programm zusammen. Für die Mitglieder des Seniorentreffs gehört das Thema Einsamkeit weitgehend der Vergangenheit an. Die gemeinsame Arbeit entspringt ehrenamtlichem und privatem Engagement. Aber die Oldesloer Pastoren freuen sich, wenn sie eingeladen sind, etwa um einen Gottesdienst zu halten. Dieses Mal gab das runde Jubiläum ausreichend Anlass für einen Festgottesdient mit vielen schönen Kirchenliedern und dankbarem Miteinander.
Gründung eines Seniorentreffs gegen die Einsamkeit, als offizielle Seniorenarbeit noch fehlte
Als der Seniorentreff 1970 mit 40 bis 50 Männern und Frauen gegründet wurde, gab es noch keine offizielle Seniorenarbeit in Bad Oldesloe – dafür aber viele alte Menschen, die Anschluss suchten. Wer zum Treffpunkt gehörte, war nicht länger einsam. Mit einem Festgottesdienst und anschließendem gemütlichen Beisammensein wurde einander und dem lieben Gott Dank gesagt und das Jubiläum gebührend gefeiert.
Besuchsdienst - kranke Senioren werden zu Hause oder im Krankenhaus besucht
„Zuerst wird bei jedem Treffen gefragt, wer fehlt“, erzählt Jutta Müller, die sich im Treffpunkt ehrenamtlich engagiert. Ist jemand in Urlaub, braucht sich niemand Sorgen zu machen. Ist er aber krank, dann wird er besucht, zu Hause oder im Krankenhaus. Niemand muss sich allein gelassen oder gar vergessen fühlen.
Moderne Senioren- und Biografiearbeit - von der ersten Tanzstunde bis zum ersten Enkelkind
Das Programm ist bunt; es entspricht in Art und Präsentation einer modernen Erwachsenen- und Seniorenarbeit. Da wird über lokale und „große“ Politik diskutiert, über christliche und über weltliche Themen. Gedächtnistraining wird angeboten und Biografiearbeit ist wesentlicher Bestandteil des Angebots von Jutta Müller. „Das geht von der ersten Tanzstunde bis zum ersten Enkelkind. Und oft werden zu einem Thema so viele Erinnerungen beigetragen, dass gleich noch ein zweiter oder dritter Nachmittag damit gestaltet werden kann.“ Bei der Jubiläumsfeier – dem Gottesdienst folgten Ehrungen, Grußworte und ein ausgedehnter gemeinsamer Imbiss – wurden viele Erinnerungen daran wach, wie es früher war. Ingrid Asmussen erzählte beispielsweise von der Fahrt in den Harz, bei der ihr Mann mitten in der Nacht bei Gewitter Geschichten erzählte. Viele alten Menschen, so Asmussen, hätten regelmäßig mit Vorbereitungen zu tun gehabt. Da wurden Gedichte auswendig gelernt oder selbst ersonnen, Rollen für ein Theaterstück gebüffelt und vieles mehr. Für (Lebens-)Sinn stiftende Beschäftigung war stets gesorgt. Gemeinsame Urlaube und Tagesfahrten werden inzwischen allerdings wegen des hohen Alters vieler Teilnehmer nicht mehr unternommen.
Heide Westphal, Ingrid Asmussen, Jutta Müller als Leiterinnen des Seniorentreffs
Viele Mitglieder sind im Laufe der Jahrzehnte verstorben, andere kamen hinzu. Heide Westphal war die Frau der ersten Stunde. Sie übernahm bei der Gründung 1970 die Leitung der Seniorenarbeit und machte es sich 22 Jahre lang zur Aufgabe, das „Haus der Begegnung“ am Ehmkenberg mit Leben zu erfüllen. 1992, inzwischen war sie 89 Jahre alt, übergab sie die Leitung in die Hände von Ingrid Asmussen und Jutta Müller. Letztere teilt sich inzwischen mit Hans-Christian Asmussen die Arbeit.
Seniorenkreis, Helferkreis und Freude engagieren sich gemeinsam gegen Einsamkeit
Den Ehmkenberg, auf den das "Haus der Begegnung" gebaut wurde, nannte Pastor Volker Hagge, der gemeinsam mit Asmussen den Gottesdienst leitete, spaßeshalber „Monte di Amici“, Berg der Freunde. Neben dem Seniorenkreis gibt es einen Helferkreis, der die Kaffeetafel vorbereitet. Die damals jüngste Teilnehmerin, Karin Schulz, sorgt auch heute noch hinter den Kulissen für den reibungslosen Ablauf. Für die sinnvolle Beschäftigung im Alter gibt es viele Möglichkeiten. Dass gemeinsames Singen eine besonders beliebte Beschäftigung bei den Treffs ist, war im Gottesdienst leicht festzustellen. Kräftiger Gesang kam nicht nur aus den Kehlen der Mitglieder des Senioren-Chores, sondern von allen Gottesdienstbesuchern. Ernst Schmieta, Sigrid Brabetz und Karin Wesselmann, die zum Seniorenkreis gehören, sind in der Lage, den gemeinsamen Gesang am Klavier zu begleiten.
Feste für und mit Senioren - Wein-, Oktober-, Kartoffel-, Frühlings- und Sommerfest
Zweimal im Jahr wird – mit oder ohne Musik und Tanz – gefeiert. Je nach Lust und Laune gibt es ein Wein-, Oktober-, Kartoffel-, Frühlings- oder Sommerfest, eine Weihnachtsfeier oder eine fröhliche Karnevalsfeier. Und warum nicht einmal ein Fest mit russischer Live-Musik und russischem Essen? Eben.
Was in vierzig Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Gemeindelebens wurde, soll weiterhin Bestand haben. Neue Gäste werden mit offenen Armen begrüßt werden. Das Motto ist einladend und erfrischend ehrlich gemeint: "Du bist nicht allein – wir sind für dich da."
