
- Auf dem Roncalli-Weihnachtsmarkt - Bettina McDowell
Wenn es in den deutschen Innenstädten nach Bratäpfeln, gebrannten Mandeln und Glühwein riecht und Weihnachtsbäume, geschmückt mit Lichterketten, das Stadtbild prägen, dann ist die Zeit der Weihnachtsmärkte angebrochen. In Hamburgs City gibt es davon mehr als nur einen, und jeder hat seinen ganz eigenen Charme.
Der Roncalli-Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt
Der wohl schönste und romantischste Hamburger Weihnachtsmarkt befindet sich auf dem Rathausmarkt. Im Jahr 2000 beauftragte der Senat den Direktor des Zirkus Roncalli Bernhard Paul, ein Konzept für einen ganz besonderen Vorweihnachtsevent und Tourismusmagneten zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein historischer Markt mit einer Jahrmarktorgel, Verkaufswagen der Jahrhundertwende, einem Wiener Caféhaus im Jugendstil und einem Oldtimerkarussell aus den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts. Rund 100 Händler aus aller Welt – darunter Kunsthandwerker, Holzschnitzer, Printenbäcker und Silberschmiede – bauen ihre Stände vor der imposanten Kulisse des Rathauses auf. Besondere Attraktionen sind die Spielzeuggasse, der Eisfigurenschnitzer und der fliegende Weihnachtsmann, der allabendlich auf seinem Schlitten über den Platz zu fliegen scheint.
Weihnachtliche Lichtinszenierung und traditionelle Märchenschiffe am Jungfernstieg
Das Ambiente an der Binnenalster ist exklusiv, denn hier befindet sich Hamburgs neuester und modernster Weihnachtsmarkt. Hier erstrahlen keine Lichterketten, denn hier findet eine Lichtinszenierung statt, die voll und ganz zum neu gestalteten Prachtboulevard passt. Die Gäste werden mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm verwöhnt, und für denjenigen, der seine Schlittschuhe dabei hat, steht eine großflächige Eisbahn für eine Runde unter den Sternen zur Verfügung.
In Kontrast zu den Ständen an Land, legen am Jungfernstieg die traditionellen Märchenschiffe an. Seit nun mehr 20 Jahren verwandeln sich die Alsterdampfer in der Vorweihnachtszeit in Back-, Theater, und Traumschiffe. Kinder können hier Kekse backen, Theater spielen und Geschichten hören. Auf dem Caféschiff geht es für die ganze Familie bei Kaffee, Kuchen, Saft und belegten Broten eher rustikal und gemütlich zu.
Die Weihnachtsmärkte am Mönckebergbrunnen, der Spitalerstraße und dem Gerhard-Hauptmann-Platz
Auf dem Platz am Mönckebergbrunnen stehen nicht nur ein Nostalgiekarussell für die Kleinen und eine riesige Weihnachtspyramide, an der sich die Großen bei einem Glühwein aufwärmen können. Hier steht auch das weihnachtliche Wahrzeichen des Platzes: ein zwanzig Meter hoher Weihnachtsbaum, dessen rund 14.000 Kerzen den gesamten Platz erstrahlen lassen. Von ihm aus kann man direkt zum Weihnachtsmarkt auf der Spitalerstraße gehen. In den Buden dort gibt es unter anderem Puppen, Kerzen Kristalle, Brandmalerei und Holzspielzeug.
Geht man vom Weihnachtsbaum aus in die andere Richtung, erreicht man den Kunsthandwerkermarkt auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz. Hier können Interessierte die Handwerker – die spinnen, schnitzen, schleifen, und gravieren – bei ihrer Arbeit beobachten und noch das eine oder andere von Hand gefertigte Weihnachtsgeschenk erstehen.
Neben den rund 150 Buden auf Spitalerstraße und Gerhard-Hauptmann-Platz lädt ein vielfältiges Kulturprogramm zum Verweilen ein.
Der maritime Weihnachtsmarkt auf der Fleetinsel
Der hanseatischste aller Hamburger Weihnachtsmärkte findet auf der Fleetinsel statt. Diese erreicht man aus verschiedenen Richtungen über mehrere sehr schöne Brücken. Für Touristen ist dieser Markt nicht leicht zu finden, da er etwas abseits am Ende des Neuen Walls am Alsterfleet liegt – dort wo eher gearbeitet als besichtigt wird. Auf den Fleetweihnachtsmarkt gehen die Angestellten der umliegenden Büros gemeinsam mit ihren Kollegen nach Feierabend auf einen Glühwein. Einige Firmen richten hier ihre Weihnachtsfeiern aus. Es geht familiär zu und man kennt sich. Hier im Herzen der Stadt herrscht eine ruhige, eher besinnliche Stimmung. Der Platz, auf dem der Markt stattfindet, ist umbaut, der Straßenlärm ist fern und die Buden sind umgeben von gemütlicher Beleuchtung.
Santa Pauli auf der Reeperbahn – der Weihnachtsmarkt für erotische Geschenkideen
Ein Weihnachtsmarkt der etwas anderen Art findet seit einigen Jahren auf der Reeperbahn statt. Auf den ersten Blick mag alles ganz normal erscheinen, denn auch hier stehen festlich geschmückte Buden Seite an Seite. Doch bei genauerem Hinschauen wird recht schnell deutlich, dass es hier keine Stände mit Holzschnitzereien gibt und man keinen Glühwein zum Aufwärmen braucht. Auf Santa Pauli werden für die Bescherung sexy Dessous und Spielzeuge der etwas anderen Art angeboten. Im Erotikwald, vor dem ein Nikolaus mit Peitsche wacht, gibt es Überraschungen nur für Erwachsene. Darüber hinaus gibt es ein kulturelles Programm mit Comedy und Varieté.
Weihnachtsmärkte und Termine für das Jahr 2010
Roncalli-Weihnachtsmarkt: 22. November bis 23. Dezember, täglich von 11.00 bis 21.00 Uhr, freitags und samstags bis 22.00 Uhr
Jungfernstieg: 23. November bis 31. Dezember, täglich 11.00 bis 21.00 Uhr, geschlossen am 24. und 25. Dezember
Märkte an der Mönckebergstraße: 22. November bis 30. Dezember, täglich von 11.00 bis 21.00 Uhr, am 24. Dezember bis 14.00 Uhr, geschlossen am 25. und 26. Dezember
Fleetweihnachtsmarkt: 22. November bis 23. Dezember, täglich von 12. bis 21.00 Uhr
Santa Pauli: 25. November bis 23. Dezember, montags bis donnerstags 17.00 bis 23.00 Uhr, freitags 17.00 bis 1.00 Uhr, samstags 13.00 bis 1.00 Uhr, sonntags 13.00 bis 23.00 Uhr
Märchenschiffe ab 20. November
