48 Stunden in Hamburg - Schiffe anschauen

Gäste aus aller Welt kommen wegen des Hafens und maritimen Flairs

Hamburger Hafen am Abend - Bettina McDowell
Hamburger Hafen am Abend - Bettina McDowell
Die Kreuzfahrtschiffe und Lotsenboote sowie die scheinbar bis zum Horizont reichenden Kräne der Containerterminals sind ganzjährig Publikumsmagnete der Hansestadt.

Seebären und Landratten aus aller Welt kommen vor allem in die Hansestadt, um sich den Hamburger Hafen anzuschauen. Angezogen werden sie von der Atmosphäre der Landungsbrücken und der Elbe, auf der Container-, Kreuzfahrt- und sonstige Schiffe vorbei in Richtung offener See gleiten. Mit ein wenig Fantasie kann man noch immer erahnen, wie es war, als die Auswanderer hier Abschied von ihrer Heimat nahmen.

Spaziergang an den Landungsbrücken inklusive Fischbrötchen

Natürlich meint man, dass es an der Elbe nach der großen weiten Welt riecht. Das ist jedoch nur der Duft der Buden, an denen es Leckeres aus dem Meer zu kaufen gibt. Für frisch eingetroffene Touristen ist denn auch ein Fischbrötchen der Beweis dafür, dass sie endlich angekommen sind. Und so sieht man viele Gäste am Freitagnachmittag mit ihrem Fang in der Hand im Hafen spazieren gehen.

Rickmer Rickmers und Cap San Diego

Von der Fischbude zur ‚Rickmer Rickmers’ sind es nur wenige Schritte. Das als Vollschiff gebaute und zur Dreimastbark umgetakelte Schiff liegt bereits seit 1987 an den Landungsbrücken vor Anker und berichtet in seinem Museum von über 90 abenteuerlichen Jahren auf See.

Nicht weit entfernt an der Überseebrücke hat die ‚Cap San Diego’, das weltgrößte seetüchtige Museums-Frachtschiff, fest gemacht. Interessierte können die Kapitänsbrücke, die Messe, einen für Landratten und andere Unkundige beeindruckenden Maschinenraum und die Kabinen, in denen man teilweise übernachten kann, besichtigen.

Diejenigen, die nach diesen beiden Rundgängen der Hunger und das Hafenfieber gepackt hat, haben zwei Möglichkeiten: Beim Speisen aufs Wasser gucken oder auf dem Wasser sein. Vom Restaurant Überseebrücke kann man den Blick über den abendlichen Hafen genießen, während der erste Tag in Hamburg sich dem Ende zuneigt. Ein maritimes Mahl können Hamburgreisende auch an Bord des Feuerschiffs, einem ehemaligen Seezeichen, einnehmen und sich dabei vom fließenden Flusswasser schaukeln lassen.

Hafenrundfahrt je nach Interesse

Am Samstag heißt es früh aufstehen, denn es gibt viel zu tun und zu sehen und zwar zunächst vom Wasser aus. Eine Hafenrundfahrt darf nicht fehlen, Anbieter gibt es im Hafen genügend. Doch nicht alle fahren dieselbe Tour, denn die Interessen der Hamburgbesucher sind mannigfaltig. Daher gibt es neben der kleinen und der großen Hafenrundfahrt – mit Besichtigung der Speicherstadt vom Boot aus – auch thematisch anders gewichtete Touren.

Wer sich besonders für die Containerschifffahrt interessiert, kann ab St. Paulilandungsbrücken zur Rundfahrt "Containerumschlag, Logistik und Schifffahrt" starten. Eine andere Fahrt startet vom Anleger Baumwall: Die Schmuggelfahrt. Hier lernen die Gäste alles über "Schmuggel für Anfänger und Fortgeschrittene" und illegale Inhalte von Kisten, Säcken und Fässern und besuchen darüber hinaus das Deutsche Zollmuseum.

‚Willkom Höft’ grüßt ein- und auslaufende Schiffe

Direkt von der S-Bahnstation Landungsbrücken geht die Fahrt ohne Umsteigen bis ins schleswig-holsteinische Wedel. Dort heißt die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft seit 1952 die ein- und auslaufenden Schiffe mit Landesflagge, Nationalhymne, Wagners "Steuermann halt die Wacht" und der Hamburger Hymne "In Hamburg an der Elbe Auen" willkommen.

Für alle, die sich für Buddelschiffe interessieren, steht als nächstes der Besuch des Schulauer Fährhauses auf dem Programm. Denn das Café und Restaurant, direkt an der Schiffsbegrüßungsanlage gelegen, beherbergt in seinem Keller das Muschel- und Buddelmuseum.

Samstagabend im Museumshafen Övelgönne

Nach einem Kaffee mit Blick auf die Elbe, geht es zurück mit der S1 bis Altona und von dort mit dem 112er Bus zum Museumshafen. Vor dem Elbstrand drehen sich an dieser Stelle die großen Containerschiffe einmal um 180 Grad, um anschließend rückwärts in den Hafen zu fahren, um diesen bei Gefahr schnellstens vorwärts verlassen zu können.

Mit Sand in den Schuhen geht es am Ende eines langen Tages in Richtung Abendessen. Am Museumshafen laden Restaurants wie Das weiße Haus, Fischrestaurant Hoppe und Zum alten Lotsenhaus zu norddeutschen Spezialitäten wie Hamburger Panfisch und Labskaus ein. Kurz nach 23 Uhr fährt dann die letzte Fähre in Richtung Landungsbrücken.

Am Sonntag ist noch Zeit für eine Fahrt auf der Alster

Boote und Dampfer kann man in Hamburg nicht nur im Hafen bewundern. Auch in der Innenstadt auf der Alster tummeln sich Wasserfahrzeuge aller Art. Darunter die Alsterdampfer, die schon ab 9.45 Uhr für eine zweistündige Fahrt durch die Hamburger Kanäle und Fleet aufbrechen. An schönen Tagen müssen die Kapitäne sich mit vielen Seglern, Kanuten und Sonntagsfahrern in Tretbooten die Binnen- und Außenalster teilen. Wer das bunte Treiben lieber von Land aus beobachten möchte, kann sich in eines der zahlreichen Cafés setzen.

Hafengeburtstag, Cruise Days, Hanseboot und Queen Mary

Wer ein wahrer Schiffsliebhaber ist, stimmt seinen Besuch in Hamburg mit dem Hafengeburtstag, den Cruise Days, der Hanseboot oder einem der Besuche der Queen Mary ab. Und da diese Ereignisse sich fast über das ganze Jahr verteilen, schadet es nichts, wenn man nach dem Abschied gleich den nächsten Besuch plant.

Bettina McDowell, Scholz Photo-Atelier Hamburg

Bettina McDowell - Bettina McDowell: Studium der Anglistik und Germanistik, freie Journalistin und PR-Beraterin. Bettina McDowell lebt in Hamburg und ist ...

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