
- cocooning - peter lachnit
Es ist seit geraumer Zeit ein Trend zu vermerken. Nach Feierabend abfeiern, sei es mit Freunden in einem Lokal oder sich am Fitnesstripp in einem der Tempel, die Gesundheit und Schönheit versprechen zu bewegen, wird zunehmend out. Der unbedingte Stresslevel soll nicht auch in der Freizeit fortgesetzt werden. Die logische Folgerung: Der Rückzug in die eigenen vier Wände.
My Home Is My Castle
Es kann in der eigenen Burg tatsächlich sehr schön sein, wenn man sie wieder zu schätzen lernt. Da braucht es gar nicht unbedingt einen offenen Kamin, der ja ohnehin wieder nur mit Arbeit verbunden ist. Einige raffiniert platzierte Kerzen schaffen ein genau so gutes Wohlbehagen. Ein Blick durch das Fenster zeigt, dass die Entscheidung zuhause zu sein, richtig war. Draußen Kälte, drinnen wohlige Wärme. Nun können die Überlegungen zum Relaxprogramm angegangen werden. Die triviale Variation des Umwerfens auf die Couch mit der Fernbedienung des TV-Gerätes in der Hand ist zwar eine Möglichkeit, aber vielleicht nicht die Beste.
Den Sommer zurückholen
Wenn allerdings der treueste Freund in den eingenen vier Wänden der Fernsehapparat ist, gibt es auch eine Alternative zu den mehr als hunderten Kanälen, die meist ohnehin nur aufbereiten, was wir schon längst gesehen haben. Motto: Holen wir uns den Sommer des vergangenen Jahres zurück. Die eigenen Fotos aus dem Urlaub bearbeiten, Videos anschauen von den schönsten vierzehn Tagen des Jahres und schon wird es nicht nur um das Herz etwas wärmer. Am besten funktioniert das mit den Menschen, die diese Tage geteilt haben.
Mit der Seele baumeln
Gerade in trüben Wintertagen gibt es viele Trostspender. Das CD-Regal ist wahrscheinlich ziemlich voll, fast jede der Silberscheiben hat man sich bewusst gekauft und weiß oft gar nicht mehr, dass diese Lieblingssongs nur darauf warten, wieder einmal gehört zu werden. Ja natürlich, es gibt sie tatsächlich auch noch - Bücher! Zumeist ein vielbeliebtes Geschenk, das unter den Weihnachtsbaum gehört, aber dann oft vernachlässigt wird. Gerade wenn man sich in sein "Schneckenhaus" zurückzieht, um der Kälte zu entfliehen, beginnen die "Abenteuer im Kopf" mit einem gutem Buch. Diese Abenteuer werden vielleicht sogar wohltuender empfunden, wenn man sie - mit trockenen Händen - in einer wohltemperierten Badewanne genießt.
Indoor statt Outdoor
Ist es wirklich hart, sich gegen werbemäßige Dauerberieselung zur Wehr zu setzen, die einem erklärt, alles mögliche Outdoor wahrzunehmen? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Denn wenn man einmal erkannt hat, dass man nichts versäumt tagtäglich um die Häuser zu ziehen, fühlt man sich auch in den eigenen vier Wänden "sauwohl".
