59. Deutscher Filmpreis: Lola grüßt aus Berlin

Barbara Schöneberger moderierte die Gala vor über 2000 Zuschauern

Die Lola-Statuen der Preisträger - Deutsche Filmakademie / Roman Babirad
Die Lola-Statuen der Preisträger - Deutsche Filmakademie / Roman Babirad
Update: Es war die fünfte Verleihung des Filmpreises, zu der die Deutsche Filmakademie als Gastgeberin auftritt. Standing Ovations erhielt Vicco von Bülow alias Loriot.

Die Verleihung zum Deutschen Filmpreis gilt als eines der prächtigsten gesellschaftlichen Ereignisse des Landes. Schon seit dem November des Vorjahres sichtet die Vorauswahljury die eingereichten Filme des aktuellen Kinojahres. Die Jury setzt sich aus 56 Mitgliedern zusammen. Im Rahmen einer Livesendung des ZDF Frühstücksfernsehens mit Moderator Peter Twiehausen haben die Präsidentin der Akademie, Schauspielerin Senta Berger ("Unter Verdacht"), Vorstandsmitglied und Schauspielkollegin Jasmin Tabatabai sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, am 13. März 2009 die für die diesjährige Auszeichnung nominierten Beiträge und Filmschaffenden bekannt gegeben: "John Rabe" räumte ab.

Die Nominierungen und Sieger des 59. Deutschen Filmpreises vom 24. April 2009 im Detail

Der beste Film (Spielfilm, Doku, Kinder- und Jugendfilm / die jeweiligen Sieger sind gefettet)

Als bester Spielfilm waren vorgeschlagen: "Der Baader Meinhof Komplex", "Chiko", "Im Winter ein Jahr", "Jerichow", "John Rabe" und "Wolke9". "John Rabe" gewann die mit 500.000 Euro dotierte Lola in Gold (Hofmann & Voges Entertainment / ZDF / EOS / Jan Mojto). "Im Winter ein Jahr" und "Wolke 9" gewannen die Lola in silber und bronze.

Die Macher von "Nobody’s Perfect" konnten sich über die Auszeichnung Bester Dokumentarfilm freuen. "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" hatte das Nachsehen.

Als bester Kinder- und Jugendfilm waren nominiert: "Hexe Lili, der Drache und das magische Buch" sowie "Was am Ende zählt", der den Filmpreis einheimste.

Die besten Haupt- und Nebenrollen

Wer gewann den Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle: Anna Maria Mühe für "Novemberkind", Ursula Werner für "Wolke 9" oder Johanna Wokalek für "Der Baader Meinhof Komplex"? And the Winner is: Ursula Werner!

Für die beste männliche Hauptrolle gingen Josef Bierbichler für "Im Winter ein Jahr", Denis Moschitto für "Chiko" und letztlich erfolgreich Ulrich Tukur für "John Rabe" ins Rennen.

Irm Hermann für "Anonyma", Susanna Lothar für "Fleisch ist mein Gemüse" und Sophie Roisfür "Der Architekt" kamen für den Preis für die beste weibliche Nebenrolle in Frage. Die Jury entschied sich für Sophie Rois.

Für eine Auszeichnung für die beste männliche Nebenrolle waren Steve Buscemi für "John Rabe", Rüdiger Vogler für "Effi Briest" und Andreas Schmidtfür "Fleisch ist mein Gemüse" vorgeschlagen. Andreas Schmidt siegte.

Kamera & Bildgestaltung und Schnitt

Beste Kamera & Bildgestaltung: Kolja Brandt gewann mit "Nordwand". Jürgen Jürgens für "John Rabe" und Wedigo von Schultzendorff für "Lulu & Jimi" blieben Nominierte, was ja auch etwas ist.

Anne Fabini für "Berlin Calling", Peter Przygodda für "Palermo Shooting", Patricia Rommel "Im Winter ein Jahr" sowie letztlich erfolgreich Sebastian Thümler für "Chicko" konnten mit der Lola für den besten Schnitt rechnen.

Filmmusik und Tongestaltung

Für die Rubrik beste Filmmusik waren nominiert: Element of Crime für "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe", Annette Focks für "Krabat" und Niki Reiser für "Im Winter ein Jahr", der die Lola mit nach Hause nahm.

Die Lola für die beste Tongestaltung: Manfred Banach und Adrian Baumeister für "Anonyma" war nominiert; Tschangis Chakrokh, Heinz Ebner und Guido Zettier gewannen mit "Nordwand" und Dirk Jacob für "Krabat" blieb ebenfalls vorgeschlagen.

Drehbuch und Regie

Den Preis in der Sparte bestes Drehbuch ging nach Entscheidung der Jury an Özgür Yildrim für "Chiko". Christian Schwochow und Heide Schwochow für "Novemberkind", Johanna Stuttmann für "Nacht vor Augen" freuten sich, nominiert gewesen zu sein.

Beste Regie: Andreas Dresen für "Wolke 9"; Oscarpreisträger Florian Gallenberger für "John Rabe", Uli Edel für "Baader Meinhof Komplex" oder Christian Petzold für "Jerichow" waren auch vorgeschlagen.

Der Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie ging an Loriot

Für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film wurde Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow mit dem Ehrenpreis der Akademie ausgezeichnet.

Szenenbild und Kostümbild: "John Rabe" siegte auch hier

Der Preis für das beste Szenenbild ging an: Tu Ju Hua für "John Rabe". Christan M. Goldbeck für "Krabat" und Udo Kramer für "Nordwand" waren nominiert.

Auf den Deutschen Filmpreis für das beste Kostümbild konnten sich Lucie Beates für "Effi Briest", Lisy Christl für "John Rabe" und Birit Missal für "Der Baader Meinhof Komplex" Chancen ausrechnen.

Wie immer, so folgte auf die Preisverleihung auch 2009 eine glanzvolle Aftershowparty

Mitgefeiert haben Michael "Bully" Herbig, Hape Kerkeling, Elmar Wepper, Heike Makatsch, Armin Rohde, Sonja Kirchberger, Tobias Düsing, Veronika Ferres, Carsten Maschmeyer, Dr. Thomas Bellut, Bernd Eichinger, Iris Berben, Matthias Brandt, Hannelore Elsner, Dominique Horwitz, Adrian Topol, Daniel Brühl, Katja Riemann, Ulrich Noethen, Felicitas Woll, Joachim Krol, Roman Knizka, Katharina Schüttler, Jessica Schwarz, Claus-Theo Gärtner, Sandra Speichert, Doris Dörrie, Anna-Maria Mühe, Christiane Paul, Til Schweiger, Oliver Berben, Janin Reinhardt, Kostja Ullmann, Herbert Knaup, Thomas Kretzschmann, Andrea Sawatzki, Anja Kling, Wolfgang Stumph mit Tochter Stefanie, Gerit Kling, Kai Wiesinger, Michael Gwisdek mit mitgebrachtem Nudelsalat, Hark Bohm, Henry Hübchen, Hannes Jaenicke, Heinrich Schafmeister, Detlev Buck, Arthur Brauner, Jürgen Tarrach, Dieter Moor, Günter Rohrbach und Bettina Zimmermann.

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Nur 1,82 Millionen Zuschauer haben die Fernsehübertragung eingeschaltet. Dies entspricht einem Marktanteil von 10,2 Prozent. Jüngeres Publikum blieb der Gala nahezu ganz fern. Die Lola – so der Name der Statue, die als Preis vergeben wird – erhielt in diesem Jahr erstmals einen komplett vergoldeten Sockel. Eine wertvolle Auszeichnung also; auch deswegen, weil der Filmpreis ein gewichtiges Instrument der Filmförderung darstellt. Ausgewählte und prämiierte Filme aus der Auswahl zum Deutschen Filmpreis wurden im Rahmen eines Lola-Festivals in mehreren deutschen Städten gezeigt. Sich auf diese Weise dem Publikum zuzuwenden und damit ein Stück auf den Spuren der Berlinale zu wandeln, kann zweifelsfrei als Schritt in eine richtige Richtung angesehen werden.

Update vom 24. April 2009

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