
- The Art of Noise, Influence, Best of, 80s, 90s - Amazon
The Art of Noise wurden 1983 von dem Musikjournalisten Paul Morley (Ex-Ehemann von Claudia Brücken) und Top-Produzenten Trevor Horn (Seal, Robbie Williams) gegründet. Beide riefen auch Propaganda („Dr. Mabuse“) ins Leben und wie bei Art of Noise wurden damals modernste und neueste Sampling-Methoden verwendet. Damit setzten The Art of Noise einen musikalischen Trend, prägend für viele Musiker der 80er und 90er, wie z.B. Yello („The Race“, Titelmelodie der kultigen 80s-TV-Musikshow „Formel Eins“).
The Art of Noise inszenierten sich als gesichtslos
Die Band bestand zusätzlich aus den Studiomusikern Anne Dudley (Komponistin des BBC Concert Orchesters), J.J. Jeczalik (produzierte Pet shop boys, Frankie goes to Hollywood, Malcolm McLaren, Godley & Cream) und Gary Langan (stieg 1987 aus der Band aus), wurde allerdings als gesichtslose Avantgarde-Gruppe inszeniert. Um das Kunstwerk in Vordergrund zu stellen, sah man die Bandmitglieder nur mit Masken auf den Plattencovern. Ihr künstlerischer Anspruch bestand hauptsächlich in der äußerst kreativen Umsetzung elektronischer Klänge.
Mit ihrem neuestem Best-of-Release wurden 20 bisher unveröffentlichte Bonus-Titel als Zusatz-Material aus den Archiven ausgegraben und veröffentlicht, wie das auch bei The Cure, Propaganda, a-ha, Frankie goes to Hollywood und Depeche Mode momentan sehr angesagt ist.
"Moments in love" wurde auf Madonnas Hochzeit gespielt
„A is a letter of the alphabet, A is for Amsterdam, A is for A guy called Gerald, A is for John Adams, A is for apples, A is for apple pie, A day trip to the seaside, advertising, answers, ABC, Adam, All about eve, Absolute Vodka, absolutely, Alice in Wonderland, Alexander technique, All that jazz, Aphex Twin, A is for alphabetical order, … A is for ART OF NOISE!“ So beginnt die „Best of Art of Noise“ und pendelt über in das melodische, romantische „Moments in love“. Mit diesem Tiefseetaucher-Song, bestehend aus verträumten Klangkollagen, lässt sich jede Unterwasser-Hochzeit bestens zelebrieren und Art of Noise landeten damit 1984 im mittleren Bereich der Top 100 in den UK Single-Charts. Der Track „Love Beat“ ist eine langsamere, noch verspieltere Version dieses Hits, mit Piano-Begleitung. „Moments in love“ wurde 1985 als musikalische Untermalung auf Madonnas Blitz-Hochzeit mit Sean Penn („Dead man walking“, „Milk“) aufgelegt.
GRAMMY-Award für „Peter Gunn“ (Duane Eddy, Gitarrist)
„Close“ war 1984 The Art of Noises erster Top-Ten-Hit in England und die stampfenden Beats auch in ihren größten Hits „Kiss“ (Prince-Cover feat. Tom Jones) und „Peter Gunn“ (Theme einer 50s/60s US-TV-Serie) ausschlaggebend. Für „Peter Gunn“ gewann „Twang“-Gitarrist Duane Eddy 1986 den GRAMMY-Award für die beste instrumentale Performance. „Peter Gunn“ landete in England auf Platz # 8, in Deutschland auf Platz # 17 und in den USA auf Platz # 50 der Single-Charts.
Tom Jones und Max Headroom als Gast-Sänger
Mit Max Headroom, einer Computer-Figur aus der gleichen Cyberpunk-Science-Fiction-TV-Serie, holten sich The Art of Noise auf „Paranoimia“ einen Gast-Sänger, der auch in England als Musikvideo-Ansager fungierte und landeten damit 1986 und 1989 als Remix wieder einen internationalen Hit. Ihren größten Hit konnten The Art of Noise mit einem Prince-Cover verbuchen. „Kiss“ wurde mit Tom Jones („Delilah“, „Sex Bomb“) neu aufgenommen und landeten damit in England auf Platz # 5, in Deutschland auf Platz # 16 und in USA auf Platz # 31 der Singles-Charts und auf etlichen Film-Soundtracks. „Influence – Best of“ CD-1 endet mit zwei Klassik-Tracks („Finale“, „Metaforce“) dem Malcolm-McLaren-angehauchten „The holy egoism of genius“ und einem Opera-Techno-Track („Something is missing“). Es gibt auch noch einen Hidden-Track (versteckter Track), mit sanfter, weiblicher Erzählstimme, von Regentropfen und Orchester-Musik untermalt.
20 bisher unveröffentlichtes Bonus-Material auf „Influence“ Best of Art of Noise
1990 lösten sich The Art of Noise auf. Sie wurden 1999 mit veränderter Besetzung neu gegründet. Seit der ersten offiziellen Auflösung wurden allerdings hauptsächlich nur Best-of-Alben, Ambient-Mixes, Box-Sets und Remix-Alben anstatt neues Material veröffentlicht. Auf „Influence – Best of Art of Noise“ befinden sich auf CD-2 20 bisher unveröffentlichte Tracks und ein erneuter „Hidden Track“. Glanzstücke sind hierauf die beiden „Moments in Love“-Mixe („Anne to Tears Mix“, „Monitor Mix feat. Lucky Gordon“), „Cassandra“, „On being blue“, „The invention of Love“ und das ein wenig an Robert Miles erinnernde „Dreaming in Colour“. „Beau Soir“ mit Opern-Gesang und Piano unterstreicht noch einmal die kreative Vielschichtigkeit The Art of Noises.
Die 2-CD „Influence – Best of“ von Art of Noise erschien am 16. Juli 2010 bei Union Square Music (Soulfood Music)
