ABBA - die Poplegende

ABBA - die Poplegende - Polydor (Universal)
ABBA - die Poplegende - Polydor (Universal)
Am 05. Februar 2012 zeigte MDR um 20:15 Uhr eine 105minütige Doku über die schwedische Poplegende ABBA mit Hits, Erinnerungen und Geschichten.

Sind wir nicht alle irgendwie ABBA-Fans? Mit über 375 Millonen verkauften Tonträgern könnte man das gelassen meinen. Der Bandname ABBA setzt sich zusammmen aus den Anfangsbuchstaben der beiden Pärchen der Band-Mitglieder: Anni-Frid, Björn, Benny und Agnetha.

„Wer im Wartesaal der Liebe steht“ - ABBA sangen auch auf deutsch!

Was die wenigsten wissen: ABBA sangen am Anfang ihrer Karriere auch auf deutsch („Wer im Wartesaal der Liebe steht“)! 1974 gewannen sie mit „Waterloo“ den Grand Prix und sind seitdem nicht mehr aus der musikalischen Landschaft wegzudenken, sogar Spielfilme wurden auf ihrer Musik aufgebaut („Muriels Hochzeit“, „Mamma Mia“)!

Kreischend umjubelt und weltweit gefeiert: ABBA

Original-Ton ABBA: „Man muss sehr aufpassen, dass man den vorherigen Song nicht kopiert. Hätten wir wieder so etwas wie „Waterloo“ produziert, wären wir in ein bis zwei Jahren weg gewesen.“ In den Jahren 1975/76 entstanden in einem Bungalow auf der „ABBA-Insel“ in Schweden die meisten großen Songs der Band, die weltweit Musik-Geschichte schrieben. ABBA waren eine der ersten Bands, die auch in Amerika europäische Erfolge feierten und ihre sehnsuchtsvolle Ballade „Fernando“ ist in Australien bis heute der meist verkaufte Titel aller Zeiten. Der erfolgreichste ABBA-Titel ist bislang „Dancing Queen“ (Nr. # 1 in Amerika). Die schwedischen ABBA wurden in Australien fast wie die königliche Familie behandelt und in Deutschland hatten ABBA in den Jahren 1975-1977 sechs Nummer-1-Hits hintereinander in den Single-Charts!

„S.O.S.“ - Deutschem Fernsehen war ABBAs Performance zu heiß

In Holland entstand das legendäre Kostüm, bei dem die Sängerinnen von ABBA im niederländischen TV vor laufender Kamera strippten, indem sie sich während der TV-Performance den lang designten Rock wegzogen, unter dem dann ein frecher Minirock hervorblitzte. Dem ZDF war dies zu heiß und ABBA durften ihren Hit „I do, I do, I do, I do, I do“ bei Ilja Richters „DISCO“-TV-Show nur mit langem Rock vortragen. In den 70er Jahren waren Sex und Schweden „ein Topf“, so wurden ABBA auch nackt mit Alufolie bedeckt fotografiert.

ABBA veränderten sogar den Brit-Pop

Starke Melodien, kraftvolle Sounds, Texte, mit denen sich die Menschen identifizieren konnten. Nach ABBAs ersten Erfolgen klang später auch britischer Pop wie ABBA. Noch nie zuvor sah Rudi Karell Pärchen, die besser zueinander passten, wie die von ABBA. Auch Moderatoren wie Thomas Gottschalk und Johannes B. Kerner outen sich in der MDR-Sendung „ABBA – die Poplegende“ als ganz große ABBA-Fans seit Jugendzeit. Zweiterer schwärmte von „Dancing Queen“, denn das war seine erste gekaufte Single. Kritiker warnten damals, als Johannes B. Kerner zwölf Jahre alt war: ABBAs einstudierter Perfektionismus könnten Kinder-Seelen schaden und man sollte ihnen deswegen ihre ständigen TV-Performances ersparen. 1977 waren ABBA auf ihrer Hoch-Zeit und populär wie nie zuvor, doch der richtige Nationalstolz kam in Schweden und Stockholm, wo ABBA in den Polar-Studios ihre Hits produzierten, seltsamerweise erst nach ihrer Trennung auf. In Schweden gibt es inzwischen das ABBA-Museum, mit Schätzen, dessen Werte wohl nur Fan-Herzen bestimmen können.

Die BRAVO fand 1977 durch eine Leserin Fridas nie zuvor gesehenen Vater

1977 wurde der Vater von Frida wiedergefunden, den sie zuvor nie kennenlernte. Ihre Mutter war Norwegerin und verstarb, während Frida drei Jahre alt war. Alfred Hase, ihr Vater, ein Deutscher und als Soldat in Norwegen stationiert – mehr wusste Frida über ihn nicht, denn sie wuchs bei ihrer Oma auf. Die BRAVO druckte das und eine BRAVO-Leserin erkannte ihren Onkel Alfred Hase als Fridas Vater! Durch die BRAVO fand also ein Wiedersehen und eine glückliche Vereinigung mit Fridas Vater in Stockholm statt!

Die Schattenseiten des Erfolges und das Ende von ABBA

ABBAs Erfolge hatten auch dunkle Seiten. Es erfolgten Entführungs-Drohungen an die Kinder von ABBA. So wurde die Band rund um die Uhr von der Polizei überwacht und ABBA konnten nicht mehr auftreten. „Thank you for the music“ (ehemalige B-Seite) war 1983 ihr letzter großen Hit. Bei den letzten Aufnahmen („The Day Before You Came“) waren ABBA nicht mehr so fröhlich wie zuvor, was man den Aufnahmen auch anhören kann und so beschlossen sie sich zu trennen, getrennte Wege zu gehen, denn auch die Ehen wurden geschieden. Das Ende von ABBA – ohne Abschieds-Tour. Frida und Agnetha veröffentlichten nach der Trennung von ABBA Mitte der Achtziger Jahre Solo-Alben und hatten mit „I know there's something going on“ (Frida) und „I won't let you go“ (Agnetha Fältskog) je einen großen Hit. Danach wurde es ruhig um die Band. Dennoch sind ABBA auch heute noch sehr angesagt, Frida und Agnetha erreichten mit ihren aktuellen Studio-Alben Gold-Status in Schweden, Stars wie Erasure („ABBA-Esque“) und Madonna („Hung up“) coverten/sampelten erfolgreich große ABBA-Songs und das Musical „Mamma Mia“ brachte die vier Band Mitglieder sogar nach vielen Jahren wieder öffentlich zusammen. Dennoch werden ABBA kein neues Musik-Material mehr zusammen veröffentlichen.

Auf der Webseite Rockfoto.de des Ex-BRAVO-Fotografen „Bubi“ sind seltene, spezielle ABBA-Fotos veröffentlicht.

„ABBA – die Poplegende“ lief am 05. Februar 2012 um 20:15 Uhr auf MDR

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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