Abenteuer Rucksackreise – was man im Vorfeld beachten sollte

Buschtaxi in Madagaskar - Verena Metzler
Buschtaxi in Madagaskar - Verena Metzler
Rucksackreisen liegen immer mehr im Trend, exotische Ziele auch. Ein Überblick über wichtige Vorbereitungen.

Viele träumen davon, manch einer hat es schon verwirklicht: Mit dem Rucksack einmal quer durch Afrika, Asien oder Südamerika. Doch damit der Urlaub zwar ein Abenteuer wird, Leib und Leben aber nicht in Gefahr geraten, empfiehlt es sich, im Vorfeld einige Vorkehrungen zu treffen.

Auswärtiges Amt - ein erster Überblick

Ein erster Blick sollte immer den Seiten des Auswärtigen Amts gelten. Hier hat jedes Land eine eigene Seite, gespickt mit Sicherheitshinweisen, landestypischen Verhaltensempfehlungen und Einreisebestimmungen. Denn für viele Länder benötigen auch deutsche Staatsangehörige nach wie vor ein Visum. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die maximale Aufenthaltsdauer im Auge zu behalten. In der Regel beträgt diese drei Monate, es können aber auch bloß sechs Wochen sein. Auch die Zollbestimmungen sind in jedem Land verschieden und selbst 'legal' erworbene Produkte wie Elefantenhaarschmuck in Namibia können bei der Ausreise zu Komplikationen führen. Darüber hinaus sollten vor allem homosexuelle Paare darauf achten, wie sie sich in nicht-westlichen Ländern verhalten, da in vielen noch immer schwere Strafen für Liebe unter Gleichgeschlechtlichen verhängt werden. Zudem wird auch der Besitz geringer Mengen Marihuana in Ländern wie Malaysia und Singapur mit dem Tod bestraft.

Das Problem mit der Sprachbarriere

Als zweiten Schritt sollte man sich im Internet oder mithilfe von Reiseführern informieren, welche Sprache im jeweiligen Zielland gesprochen wird. Denn ob nun die Weiterreise mit dem Buschtaxi in ein Küstendorf organisiert, die nächste Unterkunft gefunden oder nur ein bisschen Gebäck am Straßenstand erworben werden soll – die Kommunikation mit den Einheimischen wird zu viel weniger Missverständnissen und Problemen führen, wenn man wenigstens eine der mitunter zahlreichen offiziellen Sprachen (rudimentär) beherrscht.

Der Besuch beim Tropenarzt

Wenn man sich auf ein bestimmtes Land oder einen Kontinent festgelegt hat, sollte als nächstes der Gang zum Tropenarzt auf der Agenda stehen. Erste Informationen erhält man auch hierzu auf den Seiten des Auswärtigen Amts, doch ersetzen diese nicht das direkte Gespräch mit einem Mediziner. Doch sollte man sich vorher genau über die Abrechnungsmethoden der einzelnen Praxen informieren, da manche nur Privatrechnungen erstellen. Gesetzlich Versicherte müssen in solch einem Fall selbst für die oft dreistelligen Impfkosten aufkommen. Andernfalls bestehen mittlerweile gute Chancen, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt, und auch bei eventuell nötigen Nachuntersuchungen empfiehlt sich der (charmante) Anruf bei der jeweiligen Servicehotline.

Last but not least – der Outdoorladen

Auch wenn man Outdoorläden für den Vorgänger des Biosupermarkts hält und Wanderstiefel für 250€ für raus geschmissenes Geld – ohne gutes Mückenspray, einen leichten und komfortablen Rucksack und dünne, aber insektensichere Kleidung sollte man sich trotzdem nicht in den madagassischen Regenwald wagen. Dabei sind die kleinen Läden den großen Discountern meistens vorzuziehen, zumindest, wenn man auf gute und persönliche Beratung Wert legt. Wer weiß schon vor seiner ersten Reise, welche Schlafsackdicke er nun wirklich braucht, welches Outdoorshampoo tatsächlich komplett biologisch abbaubar ist und wie man ein Malaria-Selbsttestset richtig benutzt? Auf all diese Fragen sollte ein guter Outdoor-Mitarbeiter die passenden Antworten parat haben. Hat er das nicht, empfiehlt sich die Suche nach einem zweiten Fachgeschäft.

Zu guter Letzt noch ein allgemeiner Tipp: Gerade Individualreisende sollten im Zielland stets freundlich, hilfsbereit und weltoffen sein – aber niemals gutgläubig und zimperlich. Denn nicht jedes Land ist einfach zu bereisen und nicht jedes Abenteuer ein romantischer Spaß.

Verena Metzler, Verena Metzler

Verena Metzler - Freie Autorin und Übersetzerin. Schwerpunkte: Reisen (vor allem Afrika), Berlin, Fußball, Kabarett Studium der ...

rss