Abenteuersport Caving

Kriechen, krabbeln und klettern in der Dunkelheit

Caving ist eine Abenteuersportart bei der man, entsprechend ausgerüstet, enge dunkle Höhlen erkundet. Nicht ganz ungefährlich, aber sehr spannend.

Die Schuhe festgeschnürt, der Neoprenanzug sitzt ebenso wie der Helm. Erste-Hilfe-Set und Stirnlampe sind mit im Gepäck. Der Puls wird schneller, je näher Thomas dem Eingang kommt. Was dahinter liegt ist unbekannt, einzig sicher ist, dass es von kompletter Dunkelheit umkleidet sein wird. Thomas und seine Gruppe beginnen den Abstieg in die Grotte, gespannt und ein wenig ängstlich. Dann werden die Lampen eingeschaltet. Thomas erkennt vage Strukturen der Felswände, seine Augen gewöhnen sich nur langsam an das matte Licht. Auf einmal passiert es, Thomas findet mit seinem rechten Fuß keinen Halt auf den glitschigen Steinen und fällt. Aber alles halb so wild, denn Ausrutschen und Stürzen, das kann beim Caving schon mal passieren. So oder so ähnlich kann der Beginn einer Caving-Tour aussehen, ein kleines Abenteuer der etwas anderen Art.

Caving - nichts für Leute mit Klaustrophobie

Cave bedeutet auf Englisch Höhle oder Gruft. Und genau das macht man beim Caving. Man erkundet Höhlen verschiedenster Arten, die allerdings meistens eines gemeinsam haben - sie sind nicht sonderlich komfortabel begehbar und vor allem dunkel. Um Caving zu betreiben braucht man deshalb eine bestimmte Ausrüstung. In der Regel ist diese nicht sonderlich teuer und kann meistens auch bei entsprechenden Veranstaltern ausgeliehen werden. Sie sollte einen Neoprenanzug, festes Schuhwerk, einen Helm und eine wasserdichte Stirnlampe umfassen. Je nachdem in was für eine Art von Gruft man sich vorwagt, benötigt man zusätzliches Equipment wie etwa Sicherungsseile, Karabinerhaken und Erste-Hilfe Ausrüstung.

Beim Caving kann es schon mal nass werden

Zu Anfang sollte man möglichst nicht auf eigene Faust losziehen, da die Felslabyrinthe durchaus die ein oder andere Gefahr bergen. So kann man sich leicht in den verworrenen Gängen verirren, manchmal sind es kleine Felsspalten, die einen weiterbringen und die das ungeschulte Auge nie als Durchgänge identifizieren würde. Auf jeden Fall sollte man immer eine oder zwei Ersatzlampen mit sich führen, denn in vollkommener Dunkelheit ist man beim Caving aufgeschmissen. Eine Abneigung gegen das kalte Nass sollte man übrigens auch nicht haben, da es manchmal erforderlich ist kurze Strecken unter Wasser zurückzulegen um beispielsweise in den nächsten Hohlraum vorzudringen. Das Wasser in den vom Tageslicht abgeschlossenen Läufen ist natürlicherweise relativ kalt. Deshalb und um sich vor unschönen Schürfwunden die man sich sonst leicht an den scharfen Felskanten zuziehen kann, ist ein Neoprenanzug auch absolute Voraussetzung.

In den Höhlen verbergen sich Kunstwerke der Natur

Der Reiz beim Caving geht keinesfalls nur davon aus, das man auf allen Vieren an kantigen Felswänden entlangklettert und sich durch kühle Wasserläufe schlängelt. Dank der Helmlampen ist man in der Lage sich die Felsformationen genauer anzusehen und dabei noch andere Naturschauspiele zu entdecken, die man außerhalb der düsteren Grotten niemals zu Gesicht bekommen würde. So ragen in vielen Höhlen beeindruckende Stalaktiten von den Decken herab. Ist man ganz still kann man ein Zeuge eines Konzerts von Wassertropfen werden, die von den Tropfsteinen herunterfallen. Manchmal empfiehlt es sich auch, die Stirnlampen ganz auszuschalten. In vollständiger Dunkelheit kann man daraufhin manchmal Schwärme von Glühwürmchen betrachten. Wer ein gewisses Gesangstalent mitbringt kann die Akustik der Grotten nutzen und interessante Echoklänge erzeugen.

Caving ist mittlerweile ein internationaler Sport

Caving kann man fast überall auf der Welt betreiben, wobei das Angebot in Deutschland etwas mau ist. Die meisten Länder, so zum Beispiel Frankreich, die Schweiz, Schweden aber auch viele andere nicht-europäische Nationen haben aber eine oder mehrere Caving-Organisationen, die einem bei der Auswahl der Orte und der passenden Ausrüstung behilflich sein kann. Über diese Organisationen kann man auch eine geführte Tour durch die Grotten buchen. Wer neugierig ist und keine Angst vor der Dunkelheit hat, dem ist ein solches Erlebnis sehr zu empfehlen.

Simon Strauch, Simon Strauch

Simon Strauch - Geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Interesse an fremden Kulturen durch ausgedehnte Reisen nach der Schulzeit geweckt. Mittlerweile ...

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