
- Einmal mehr unschlagbar: Lindsey Vonn vom USSA - U.S. Ski Team
Die Zuschauer bekamen im Zielbereich der Kandahar 2 bei eisigen Temperaturen von unter minus 15 Grad Celsius ein Rennen zu sehen, das vom Verlauf her nicht den „üblichen“ Wettbewerben entsprach. Denn mit Nadja Kamer hielt die Dritte der Startliste lang die Führungsposition, ehe – und hier kehrte das Geschehen zurück in die Normalität – Lindsey Vonn einmal mehr schneller war.
Ergebnis aus Garmisch: Alle scheitern – bis auf Vonn
Nachdem die Schweizerin früh die Messlatte gelegt hatte, stieg mit jeder weiteren Läuferin die Ungläubigkeit über das Gesehene. Nach kaum 15 Fahrsekunden hatten die folgenden Athletinnen bereits Rückstände von vier bis fünf Zehnteln, die sich im folgenden rund halbminütigen Gleitteil auf weit über eine Sekunde ausdehnten. Im technischen Abschnitt mit unter anderem dem Höllentor schrumpften die Abstände nur geringfügig, so dass Kamer komfortabel an der Spitze des Klassements blieb.
Diese Erfahrung machte auch Viktoria Rebensburg, die als 12. auf die harte Piste gegangen und als vorläufige Achte (Endplatzierung 21) angekommen war. Lara Gut, immerhin Abfahrts-Vizeweltmeisterin von Val d’Isère vor drei Jahren, in diesem Winter aber weit unter ihren Möglichkeiten, erging es kaum besser. Sie sortierte sich um 0,01 Sekunden vor Rebensburg auf Rang 20 ein.
Nachdem Julia Mancuso als Erste der Top-Startgruppe 1,60 Sekunden Verspätung auf Kamer aufwies, begab sich Lindsey Vonn auf die2.930 Meter lange Strecke. Sie hielt das Defizit mit 0,62 Sekunden nach der „Kamer-Passage“ in Grenzen und erarbeitete sich sukzessive einen Vorsprung von 41 Hundertsteln. Dabei zeigte sie ihre ganze Athletik, als sie fast liegend in der FIS-Schneise eine der harten Wellen mitnahm, der ihr den Außenski verschlug. Später sagte sie im ZDF, dass ihr dieser Moment einen gewaltigen Adrenalin-Schub verpasst habe.
Höfl-Riesch wird Vierte – Hronek kämpft sich vor
Kaum jemand dachte noch an einen weiteren Führungswechsel. Bestätigend reihten sich Cortina-Siegerin Daniela Merighetti (5., +1,05 Sekunden, dort sicherlich vom Wind zumindest nicht benachteiligt, Weltmeisterin Elisabeth Görgl (6., +1,25 Sekunden) und Tina Weirather (3., +0,79 Sekunden) ein. Die junge Liechtensteinerin hatte ein weiteres hervorragendes Rennen gezeigt und sich mit dem Treppchen hinter Vonn und Kamer belohnt.
Daran änderte auch Lokalmatadorin Maria Höfl-Riesch, die hier beim Weltcup-Finale vor zwei Jahren den Sieg davontrug, nichts mehr. Als Letzte der Favoritinnen war sie bis Ende der Gleitpassage auf Vonn-Niveau, ließ dann jedoch abreißen und sortierte sich als Vierte mit 0,99 Sekunden Abstand ein. Damit näherte sie sich weiter an Tina Maze an, die im Gesamtweltcup noch vor ihr liegt, in der Abfahrt aber überhaupt nicht zurechtkam und nur 26. wurde.
Die Slowenin blieb nicht nur hinter den Erwartungen, sondern auch hinter Rebensburg und Veronique Hronek zurück. Der Sensations-Sechsten des Super G in Bad Kleinkirchheim gelang mit der hohen Startnummer 47 ein solider Lauf, der sie bis auf Position 19 nach vorn spülte. Für den morgigen Wettbewerb ist sicher noch etwas mehr von der jungen Oberbayerin zu erwarten. Für Rebensburg sollte die Maxime der Zielankunft gelten. Dann ist ein Resultat unter den ersten zehn drin.
Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen: Offizielles Endergebnis
Ski alpin 2011/12: Alle Weltcup-Stände und Resultate der Saison
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Quellen:
Ski alpin 2011/12, Weltcup-Wochenende in Garmisch-Partenkirchen, www.fis-ski.com
