Eine Schwangerschaft ist ein physiologischer Prozess im Körper der Frau – von der Zeugung bis zur Geburt. Die auffälligste Veränderung im Körper der Frau ist zum einen die ausbleibende Monatsblutung und zum anderen das steigende Körpergewicht. Weiter können – zumindest zu Beginn einer Schwangerschaft – Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Brüste werden größer und die Haut, vor allem im Gesicht, kann fleckig werden.

Dauer der Schwangerschaft

Der Geburtstermin wird meist vom Beginn der letzten Regel an und somit für das Ende der 41. Schwangerschaftswoche – 10. Monat – errechnet. Wird das Kind zwischen der 28. und 38. Schwangerschaftswoche geboren, spricht man von einer Frühgeburt.

Der Ablauf einer Schwangerschaft: Von der Befruchtung bis zur Geburt

Bei der Befruchtung verschmilzt eine Eizelle mit einer Samenzelle. Bei diesem Vorgang entsteht ein Zygote, die erste Zelle des neuen Erdenbürgers. Sie enthält alle Erbinformationen von Vater und Mutter. Diese sind entscheidend für seine Gene, sein Geschlecht, sein Aussehen und vieles mehr.

  • 1. Woche
Innerhalb von drei Tagen wandert die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterhöhle (Uterus). Das Ei kommt am vierten oder fünften Tag in der Gebärmutter an.

  • 2. Woche
Sieben Tage nach der Befruchtung nistet sich das Ei komplett in die Gebärmutterschleimhaut ein. Das ist notwendig, da sich das Ei mit dem Organismus der Mutter vertraut machen muss. Es muss sich mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen und muss Abfallstoffe abladen können. Über die Plazenta (Mutterkuchen) wird das Ungeborene versorgt. Im Laufe der Schwangerschaft bilden sich die Nabelschnur, welche den Fötus mit dem Mutterkuchen verbindet und die Amnionhöhle. In dieser Amnionhöhle schwimmt der neue Erdenbürger im Fruchtwasser.

  • 3. Woche
In dieser Woche beginnt das Herz zu schlagen und das befruchtete Ei wird zum Embryo, bei einer Größe von ca. 1,5 mm. Die Mutter darf vor allem nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten.

  • 4. Woche
Nun ist der Embryo ungefähr 5 mm groß. Arme und manche Organe sind bereits erkennbar.

  • 2. Monat
Der Embryo – nun Fötus genannt – ist mittlerweile 3 cm groß. Gesicht, Augen, Ohren und Finger nehmen Form an. Des Weiteren bilden sich Muskeln, Rückenmark und das Nervensystem.

  • 3. Monat
Der Fötus ist nun schon ein kleiner Mensch. Kopf, Arme und Beine sind entwickelt, alle Organe sind vorhanden und die Geschlechtsorgane fangen an sich zu bilden. Der Fötus macht seine ersten Bewegungen, ist am Ende dieses Monats ungefähr 10 cm groß und wiegt in etwa 45 g.

  • 4. Monat
Mit einem Gewicht von rund 200 g und einer Größe von etwa 15 cm ist der Fötus nun schon richtig propper.

  • 5. Monat
Der Fötus hat regelrechte Flausen im Kopf. Denn rund zehn Milliarden Nervenzellen vernetzen sich in diesem kleinen Gehirn miteinander. Bei einem Gewicht von 500 g und einer Größe von 25 cm ist er nun fast doppelt so groß als im Vormonat.

  • 6. Monat
Der kleine Erdenbürger hört nun die Stimme seiner Mutter, kann sehen, sich bewegen, kann schmecken und reagiert auf seine Umwelt. Und dies alles bei einem Gewicht von einem Kilogramm und bei einer Größe von 31 cm.

  • 7. Monat
Käme das Kind jetzt auf die Welt, wäre es zwar lebensfähig, aber eine Frühgeburt. Und eine Frühgeburt ist immer mit einem Risiko verbunden. Der kleine Mensch ist nun 40 cm groß und 1,8 kg schwer.

  • 8. Monat
Jetzt fängt das Baby an, sich auf die Geburt vorzubereiten. Im Normalfall dreht sich das Kind mit dem Kopf nach unten und dem Steiß nach oben. Es nimmt weiter zu – ungefähr 250 g jede Woche. Die Lunge ist ausgereift und die wichtigsten Organe sind funktionsfähig. Es hat nun eine Größe von 45 cm erreicht.

  • 9. Monat und Anfang 10. Monat
Das Kind ist nun vollständig lebensfähig und der Platz im Bauch seiner Mutter eindeutig zu eng. Die letzten Tage der Schwangerschaft – bis zur Geburt – sind gezählt.

Während der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter auf eine ausgewogene Ernährung achten, bewusster leben und sich schonen. Sie sollte sich ruhig einmal eine Auszeit gönnen. Obwohl eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, ist sie dennoch mit gewissen Risiken verbunden.

Zu den häufigsten Risiken gehören das Alter der Mutter, Mehrlingsschwangerschaften, chronische Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes oder Epilepsie. Außerdem können während einer Schwangerschaft Krankheiten der Mutter wie Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder Infektionen auftreten. Auch kann es zu Entwicklungsstörungen des Embryo oder Fötus kommen. Ebenso können – eigentlich – harmlose Krankheiten entstehen, die für das Ungeborene fatal sein können. Auch Veränderungen im Körper der Mutter können Probleme verursachen. Während der gesamten Schwangerschaft sollte die werdende Mutter deshalb auf eine medizinische Betreuung durch einen Frauenarzt nicht verzichten.

Dieser Artikel ersetzt bei Beschwerden nicht den Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers. Auch übernehmen weder Autor noch Suite 101 Verantwortung für die Risiken einer Eigenbehandlung infolge des Artikels.