
- Ablauf, Symbolik und Bedeutung der Eucharistie - Simone Meier
Nach dem feierlichen Einzug, dem Kreuzzeichen, dem Priestergruß und dem Schuldbekenntnis, das durch die zusätzliche Vergebungsbitte des katholischen Priesters bekräftigt wird, folgen der Kyrios-Ruf, das Tagesgebet sowie der Wortgottesdienst, die Predigt und die Gabenbereitung. Im Anschluss daran versammeln sich die Katholiken, um gemeinsam den Höhepunkt der Eucharistiefeier zu gestalten: Sie machen sich bereit, die Heilige Kommunion zu empfangen.
Kyrios-Ruf, Gloria und Tagesgebet
Im Kyrie wird wie beim Gloria, das außerhalb der Fastenzeit mit dem Kyrie Eleison verbunden ist, der Herr begrüßt und gepriesen – die Gläubigen bringen dadurch zum Ausdruck, dass nur Gott alleine alle Ehre gebührt. Der Kyrie-Ruf ist gleichzeitig auch Ausdrucksform des Epiphaniegedankens (Erscheinung der Gottesherrlichkeit unter den Gläubigen). Nur in der Advent- und Fastenzeit sowie an Bußtagen entfällt das Gloria. Zu allen anderen Zeiten ist es fester Bestandteil der Heiligen Messe. Das darauf anschließende Tagesgebet sammelt und vereint alle stillen Gebete der Anwesenden und wird als erster Höhepunkt der Eucharistiefeier vom Priester stellvertretend für alle Gläubigen gesprochen. Es schließt den Eröffnungsteil der Heiligen Messe ab.
Wortgottesdienst, Predigt und Apostolisches Glaubensbekenntnis
Es folgt der Wortgottesdienst, zu dessen Beginn der Lektor mit dem Öffnen des Evangelienbuches an die Apokalypse erinnert. Die Gemeinde soll sich bewusst werden, dass sie dank des blutigen Opfers, welches Jesus für sie darbrachte, nun berechtigt sind, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen und so das Wort Gottes zu hören und zu verstehen. Und weil es eben Gott ist, der hier zu der Glaubensgemeinde spricht und ihr Sündentilgung durch die Lesung verspricht, verhalten sich die Gläubigen entsprechend ehrfurchtsvoll. Der Antwortpsalm, der nach der ersten Lesung rezitiert wird, soll den Wesenskern der Schriftstelle verinnerlichen. Weil Jesus während der zweiten Lesung nicht nur gegenwärtig ist, sondern selbst aus dem Evangelium zu den Gläubigen spricht, stehen die Gläubigen jetzt auf. Es ist dem Priester oder Diakon vorbehalten, Jesu Worte vorzulesen. Kerzen und Weihrauch symbolisieren auch hier wieder die reale Gegenwart des Herrn. Es folgt der Kuss des Evangelienbuches, für den dasselbe gilt wie für den Altarkuss: Die Katholiken sind aufgefordert, dem Wort Gottes gehorsam zu sein und sich diesem hinzugeben. Nachdem die Gläubigen den Priesterruf "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus" mit "Lob sei dir Christus" beantwortet haben, setzen sie sich, um die Predigt zu hören und im Anschluss daran, gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis zu sprechen.
Fürbitten, Gabenbereitung, Präfation und Sanctus
Direkt im Anschluss auf das Apostolische Glaubensbekenntnis folgen die Fürbitten, die ein Beten mit Vollmacht darstellen. Die Fürbitten während der Eucharistiefeier sind das stellvertretende Eintreten für die Welt. Sie sollen aber auch die Herzen der Katholiken für die Sorgen der Welt öffnen. Während der Fürbitten wird nicht nur an die Katholiken gedacht, sondern an alle Menschen: Ungläubige werden genauso in die Gebete mit eingeschlossen wie Kranke, Verstorbene oder auch Machthaber. Die Gabenbereitung leitet den zweiten Teil der Heiligen Messe beziehungsweise Eucharistiefeier ein. Während der Priester die Schale mit den Hostien und den Kelch mit dem Wein erhebt und Gott dankt, sollen die Gläubigen sich ebenfalls für Gott vorbereiten – sie sollen sich Gott nun voll hingeben, um das Geheimnis der Eucharistie und das Geschenk Gottes an sie voll auskosten zu können. Wenn der Priester seiner Glaubensgemeinde zuruft "Erhebet die Herzen", sollten diese beim Antwortruf "Wir haben sie beim Herrn" wirklich voll und ganz auf die Heilige Dreifaltigkeit ausgerichtet sein. Es folgt die Präfation (feierliches Vorwort) und das Sanctus (Heilig, heilig, heilig, bist du Gott, Herr aller Mächte und Gewalten!).
Transsubstantiation (Wandlung), Hochgebet und Friedensgruß
Während der Priester die Wandlung der Gaben vollzieht, damit diese wirklich zu Leib und Blut Christi werden, knien die Katholiken nieder. Es folgt das Hochgebet, in dem der Priester für den gesamten mystischen Leib, also für die Kirche im Ganzen, betet. Die Katholiken sollen hier mit gläubigem Herzen mitbeten. Im Anschluss an das Hochgebet stehen die Katholiken auf, um das "Vater unser" zu sprechen. Der Zusatz "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit" soll eine ökumenische Verbindung zu den nichtkatholischen Christen herstellen. Es folgt ein kurzes Rüstgebet für den Frieden der ganzen Kirche. Gleich darauf sind die Gläubigen dazu eingeladen, sich gegenseitig den Friedensgruß zu spenden. Dafür reichen sie sich mit den Worten "Friede sei mit dir" gegenseitig die Hände.
Die heilige Kommunion und Schlusssegen
Der Priester bricht nun die Hostie, was das Gebrochenwerden Christi am Kreuz symbolisieren soll, und taucht diese in den Kelch ein, um die beiden vorher getrennten Gestalten miteinander zu verbinden. Die Katholiken beten oder singen dabei das "Lamm Gottes". Alle Katholiken, die keine schwere Schuld auf sich lasten haben, dürfen die Heilige Kommunion empfangen. Aber auch sie bekennen mit den Worten "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach", dass sie im Grunde nicht würdig sind, den Leib Christi zu empfangen. Die Heilige Kommunion zählt zu den absoluten Höhepunkten der Eucharistiefeier und wird von den Katholiken wahlweise per Hand- oder Mundkommunion empfangen: Katholische Christen glauben nicht nur an die reale Gegenwart Christi während der Heiligen Messe, sondern auch an die reale Fleisch- und Blutwerdung Christi nach der Wandlung – sie glauben also, den Leib und das Blut Christi zur Vergebung ihrer Schuld wirklich zu empfangen. Zudem sind Katholiken davon überzeugt, dass Jesus während der Eucharistiefeier in der gleichen Bereitschaft wie damals für jeden Gläubigen das blutige Opfer auf sich nimmt, um diesem das ewige Leben schenken zu können. Im Anschluss an den Empfang der Heiligen Kommunion sprechen die Gläubigen für sich ein stilles Dankgebet, um kurz darauf den Schlusssegen vom Priester zu empfangen.
Lesen Sie im Beitrag "Ablauf, Symbolik und Bedeutung der Eucharistiefeier", warum Katholiken sich bekreuzigen, welche Bedeutung der Weichrauch hat und warum katholische Christen das Schuldbekenntnis sprechen.
