
- Pietro Ferrero: Lächelndes Porträt zum Abschied - Ferrero.com
Wer dieses Bild gesehen hat, weiß wie unfassbar der Schmerz der Familie Ferrero sein muss: Weinend standen Vater Michele, Mutter Maria Franca und ihre Schwiegertochter, die junge Witwe Luisa, nach der Trauerfeier vor dem mächtigen Backstein-Dom von Alba. Sie stützten sich gegenseitig. Sie versuchten die Fassung zu bewahren, sie winkten matt und vorsichtig in die Menge, sie wollten sich so bei den 30.000 Menschen bedanken, die seit zehn Minuten applaudierten, als letzten Gruß an den toten Pietro. Dann flossen wieder die Tränen.
Der plötzliche Tod von Pietro Ferrero
Pietro Ferrero starb einen frühen, einen plötzlichen Tod. Der Chef des größten Süßwaren-Herstellers Italiens war mit seinem Vater auf einer Dienstreise in Südafrika. Am 18. April 2011 nutzte der sportbegeisterte Manager etwas freie Zeit am Nachmittag für sein geliebtes Fahrrad-Training und kehrte nicht zurück. Er starb auf einer Küstenstraße bei Kapstadt an einem Infarkt. Mit 47 Jahren, als Vater von drei kleinen Kindern, die gerade drei, vier und eineinhalb Jahre sind.
Der Abschied: Eine Trauermesse mit Königin Paola von Belgien und Premierminister Berlusconi
Die Innenstadt von Alba (Piemont) wurde am Vormittag der Trauerfeier (27. April 2011) gesperrt, die Rollläden der Geschäfte blieben herunter gelassen, die Angestellten von Ferrero gingen nicht zur Arbeit sondern ab 9.00 Uhr in die Kirche. Schon am Morgen drängelten sich Menschen auf dem Domplatz. Am Ende waren es 30.000, die auf den Straßen und Plätzen standen und den Trauergottesdienst für Pietro Ferrero an großen Bildschirmen verfolgten.
Sie sahen den hellen schweren Sarg, der mit einem Meer von weißen Orchideen geschmückt war – so wie schon am Tag zuvor der Trauersaal in der Ferrero-Fabrik. Sie sahen Königin Paola von Belgien und Premierminister Silvio Berlusconi, die um 10.30 Uhr wie die Familie Ferrero durch einen Seiteneingang in die Kirche zur Trauermesse kamen. Sie hörten wie der Bischof von Alba, Giacomo Lanzetti, an den Toten erinnerte: "Pietro war ein Beispiel an Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Sensibilität. Ein Mann, auf den die Gemeinschaft zählen konnte. Wir alle fühlen uns als seine Erben."
Sein Bruder Giovanni: "Dein Traum hört nicht auf"
Giovanni Ferrero ist ein Jahr jünger als sein verstorbener Bruder und wird nun die Führung der Ferrero-Gruppe übernehmen. Zum Abschied wandte er sich mit einer wichtigen Botschaft an den toten Pietro: "Deines wird kein abgebrochenes Schicksal sein, kein unvollendetes Projekt, kein Traum, der mittendrin aufhört. Du hast immer gewollt, dass die Erfolgsgeschichte von Ferrero nicht unterbrochen wird. Heute versprechen wir dir mit Stolz, dass wir weitere Seiten an diesem Erfolgswerk schreiben werden." Giovanni erinnerte auch an den schrecklichen Moment, als er die Nachricht vom plötzlichen Tod seines Bruders bekam: "Ich hatte die Empfindung, ins Leere zu stürzen."
Quellen: Lastampa.it, La Stampa vom 26. April 2011
