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Abschied nehmen ist ein Thema, das jeder kennt und erfahren hat. Sei es endgültig durch den Tod eines geliebten Menschen oder die vielen kleinen Abschiede, die wir im Laufe des Lebens durchleben. Ein Jahr, das zu Ende geht, eine Beziehung, die an ihrer Endstation angelangt ist, Freundschaften, die zerbrechen, ein Umzug oder die Kinder, die aus dem Hause gehen. Es gibt viele große und kleine Momente, in denen wir vor dieser Aufgabe stehen. Manchmal werden sie mit lachenden und manchmal mit weinenden Augen begangen, aber immer sind sie mit einem Wendepunkt verbunden, an dem etwas Neues im Leben beginnt. Je nach Situation fühlt man sich befreit, glücklich und voller Vorfreude oder auch niedergeschlagen, bedrückt oder gar verzweifelt.
Es sind Etappenschritte, die jeden weiter und vorwärts bringen, selbst dann, wenn es zunächst nicht so scheint. Wichtig für ein bewusstes Erleben ist, dass man sich mit der Situation auseinandersetzt, sie durchlebt und dann auch wieder los lässt. Nur so kann Energie fließen und neue Wege gehen. Eine Möglichkeit, Grenzpunkte mit Zuversicht zu überschreiten, ist ein kleines Ritual, mit dem man einen Abschluss markiert.
Ein allgemeines Abschiedsritual
Egal an welchem Punkt man steht, dieses Ritual ist auf alle Situationen anwendbar. Man schreibt alles auf, wovon man sich verabschiedet. Sei es eine Person, eine Gegend, eine Gewohnheit oder sonst etwas, das im Leben zu Ende gegangen ist. Alles Positive und alles Negative wird zu Papier gebracht. Ehrlichkeit vor sich selbst ist dabei ein wichtiger Grundsatz. Zum Schluss fügt man noch an, wie man sich seine Zukunft vorstellt, welche Wünsche man hat und wo man vielleicht innerhalb eines Jahres stehen möchte. Das Brieflein wickelt man dann um einen passenden Stein und verschnürt das Ganze zu einem netten Paket. Damit marschiert man zum nächsten See, Bach oder wer die Möglichkeit hat, ans Meer. Nach einigen ruhigen Momenten, in denen man die Situation noch einmal Revue passieren lässt, wirft man das Päckchen und damit seine Sorgen und Wünsche mit Schwung ins Wasser, um es größeren Mächten zu übergeben, die sich um die Auflösung und Erfüllung kümmern. Danach dreht man sich um und geht von dannen. Wichtig ist, dass man sich nicht umdreht, sondern den Weg in die Zukunft geht, ohne zurück zu blicken.
Silvester-Ritual
Im Grunde genommen, ist diese Version lediglich eine Abwandlung des allgemeinen Abschiedsrituals. In diesem Fall beschäftigt man sich allerdings intensiv mit Positivem und Negativem im vergangenen Jahr und schreibt dieses nieder. Am Schluss führt man an, was man sich für das neue Jahr wünscht. Am besten man konzentriert sich auf drei wesentliche Wünsche, die sich erfüllen mögen und bedankt sich bereits im Voraus bei den guten Kräften des Universums, in deren Hände man die Träume gut aufgehoben weiß. Auch dieses Bündel wird gut verschnürt und in der Silvesternacht oder am Neujahrstag dem Wasserelement übergeben. Auch dabei gilt: Nicht zurückschauen, sondern mit beschwingten Schritten und dem festen Glauben daran, dass sich das Ersehnte bewahrheiten wird, vorwärts gehen. Auf diese Weise hat man das Alte abgeschüttelt und das Neue, das man sich erhofft, konkretisiert.
Wirkung des Rituals
Egal, ob man sich für ein allgemeines Abschiedsritual oder aber für einen besinnlichen Jahresabschluss entschieden hat, das Ritual hat auf jeden Fall eine befreiende Wirkung. Es ist gut Dinge abzuschließen, um sich Neuem öffnen zu können und ganz gleich, wie schmerzlich die Situation ist, so ist sie doch nur eine Etappe auf dem Weg der Lebens und meist ein wichtiger Wachstumsschritt. Abschied heißt in diesem Sinne eben auch Neuanfang und damit nimmt man dem Ende die Bürde. Stattdessen erntet man das Gefühl zu Recht optimistisch sein zu dürfen und der Seele Flügel wachsen zu lassen.
