
- Wie dunkel sind die Schatten in der Kirche? - Angie525A,SchattenFotograf, SomeRightsAreReserved
Seit dem 7. Mai steht Walter Mixa auch noch unter dem Verdacht sexuellen Missbrauchs. Damit gibt es also kaum noch ein Verbrechen, das dem bisher nur als „Schläger“ und „Betrüger“ verdächtigten Mixa nicht nachgesagt wird.
Ex-Bischof Walter Mixa – mediale Reinkarnation von J.R. Ewing?
Noch ist offen, ob er nur für kurze Zeit „der Böse“ sein wird oder ob ihm der Geruch des luxusgeilen, gewalttätigen Kinderschänders auf ewig anhängt. Dabei spielen juristische und mediale Aufarbeitung vermutlich kaum eine Rolle, mit welchem Karma Walter Mixa sein Rentnerdasein verleben wird. Einzig die Kirche, die große und undurchdringliche Macht der katholischen Kirche wird entscheiden, was die Menschen in Zukunft denken werden. Nicht nur über Mixa, versteht sich.
Die Veröffentlichung der neuerlichen Verdachtsmomente gegen Mixa waren längst keine regionalen News aus dem Schwäbischen Hinterland mehr. Die Tatsache, dass der mediengebeutelte Bischof Mixa nun auch noch als angeblicher Kinderschänder in den Artikeln namhafter Journalisten auftauchte, katapultiert die Nachricht in nullkommanix auf internationales Niveau. Die Behauptung selbst allerdings ist wage und dünn, und die Veröffentlichung der Topnachricht genau zu diesem kritischen Zeitpunkt schreit nach einer kritischen Begutachtung der Situation.
Kirchenkrimi a la Dan Brown
Hinter den offiziellen Nachrichten kursieren Verschwörungstheorien, die angeblich zu der neuen Anklage gegen Bischof Mixa geführt haben. Es gibt Vermutungen, dass gar Walter Mixa selbst Teil der Verschwörer sein könnte. Keiner weiß es, doch es wäre naheliegend, dem sowieso schon „gefallenen Engel“ pauschale Ablenkungssünden mit ins Gewissen zu packen, um Öffentlichkeit und Medien von der Ernennung neuer Bauernopfer abzuhalten.
Unter kreuz.net findet sich die Theorie, dass der Papst selbst (oder seine Lakaien) die Streuung von Verdächtigungen zu sexuellem Missbrauch und homosexuellen Handlungen bezüglich Walter Mixas angeordnet hätten. Denn:
- Wäre eine Ablehnung des Rücktrittsgesuchs praktisch ein Unding gewesen.
- Sind ein paar Watsch'n kein wirklich guter Grund, um als Bischof zurück zu treten. Die eigentlichen Gründe wie Selbstgerechtigkeit, Unaufrichtigkeit, Lüge oder Arroganz wurden zwar in den Medien zu Hauf formuliert, von der Kirche aber bisher komplett ausgeblendet. Also konnte die Wahrheit um das Augsburger Kirchendrama von Benedikt XVI. also nicht als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden.
- Deshalb streut man am Samstag, 7. Mai den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs durch Mixa in der Zeit als Eichstätter Bischof. Kircheninterne Informationen seien es gewesen, die die Ermittlungen in Gang gebracht hätten. Wie die Pressestelle vorgibt, hätte man sich nach den „Leitlinien“ richten müssen und wäre gezwungen gewesen, die Informationen weiter zu geben. Das klingt glaubhaft und nach echter staatlich kontrollierter Arbeit, ist aber blanker Unsinn. Denn die Leitlinien waren in der Vergangenheit in zahlreichen Fällen bei tatsächlich belegten Fällen immer wieder umgangen worden. Außerdem sehen sie im Falle eines reinen Verdachts KEINE Weitergabe an die Ermittler vor.
- Nimmt Papst Benedikt am folgenden Tag, dem 8. Mai 2010 - ob der neuen, unglaublichen Vorwürfe gegen Mixa - dessen Rücktrittsgesuch an.
- Fakt ist, dass die Ermittler schon am 10. Mai eingestehen müssen, dass es außer den Hinweisen aus Kirchenkreisen keinerlei Hinweise auf sexualisierte Gewalt durch Walter Mixa gegeben hätte. Nicht einmal ein Opfer wäre zu beklagen. Es existiert offenbar niemand, der die Schlagzeile liefern könnte: „Bischof Mixa hat mich sexuell missbraucht.“
Es wirkt, als habe ein „Plan“ nicht funktioniert
Der Coup war zu schlecht vorbereitet, und die als Opfer vorgesehene Person war offensichtlich zu schlecht über die Nachricht informiert gewesen, oder wollte das Spiel nicht mitspielen. Das angebliche Opfer, ein junger Mann namens Markus Schneider, äußerte am 9. Mai im Ingolstädter „Donaukurier“ vehement, dass er nie von Mixa missbraucht worden sei. Im Weiteren beschreibt das Blatt das kollektive Kopfschütteln in Eichstätter Kirchenkreisen, die in den undurchsichtigen Vorgängen kaum etwas anderes als Intrigen und Machtspiele herauslesen können.
