Abwrackprämie hilft ausländischen Herstellern

Hyundai, FIAT & Co profitieren - BMW, Mercedes & Co verlieren

Was lange nur vermutet wurde, liefert das Kraftfahrtbundesamt nun schwarz auf weiß: Die großen Gewinner der Abwrackprämie sind ausländische Hersteller.

"Warum die Abwrackprämie gut für Deutschland ist" - das will uns Volkswagen in einer neuen Werbebroschüre erklären. Weiter heißt es im Inneren des Heftes: "Irrtum 1 - Millionen deutscher Steuern kommen vor allem ausländischen Herstellern zugute." Zum Beweis führt VW die eigenen Zulassungszahlen an: 141.000 Wagen im Konzernverbund, also zusammen mit den Marken Skoda und Seat. Die kurzarbeitenden Mercedes-Mitarbeiter dürften wenig begeistert sein vom Werbetext.

VW und Opel mit höchsten Zulassungszahlen

Richtig ist: VW und Opel sind mit 78.000 bzw. 38.000 neu zugelassenen Fahrzeugen nach wie vor die Hersteller, die am meisten Autos in Deutschland verkaufen. Allerdings findet laut den neuesten Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes eine erhebliche Verschiebung der Marktanteile zugunsten ausländischer Hersteller statt. Der VW-Konzern profitiert tatsächlich von dieser Entwicklung. Allerdings nicht in Deutschland. Die tschechische VW-Tochter Skoda kann bei den Verkäufen um 89 Prozent zulegen, die spanische Tochter Seat immerhin noch um 53 Prozent.

Die Gewinner kommen aus Italien, Südkorea, Japan und Tschechien

Bescheidener fällt der Zuwachs bei den deutschen Massenmarken VW, Opel und Ford aus, deren Autos immerhin noch zum Teil im Heimatland zusammengeschraubt werden. VW gewinnt 21 Prozent, Opel 36 Prozent und der Kölner Ford-Konzern 30 Prozent. Alles im Vergleich zum April des Vorjahres 2008. Die ganz großen Gewinner kommen aber aus Italien, Südkorea und Japan. Und im Fall von Skoda aus Tschechien.

FIAT, Alfa, Mitsubishi und Hyundai ganz vorn

Insbesondere der FIAT-Konzern profitiert von der Umweltprämie: FIAT selber kann seine Verkäufe um 150 Prozent steigern, die Tochter Alfa Romeo sogar um 175 Prozent. Auch Mitsubishi (plus 75 Prozent), Hyundai (plus 135 Prozent) Kia (plus 57 Prozent) und Toyota (plus 62 Prozent) gehören zu den Gewinnern. Zuwachsraten verzeichnen auch die französischen Hersteller Citroen, Renault und Peugeot.

Einbruch bei Mercedes, BMW und Porsche

Traurige Schlusslichter der Tabelle sind aber die deutschen Premiumhersteller BMW, Mercedes und Porsche, deren Verkaufszahlen kräftig eingebrochen sind. Am Schlimmsten trifft es Mercedes mit einem Minus von 35 Prozent. Selbst die Tochtermarke Smart erleidet mit minus 18 Prozent deutliche Verluste. Hauptgrund hierfür: Die Deutschen kaufen zwar Autos, aber eben in erster Linie Klein- und Kleinstwagen. Noch härter trifft die deutschen Produzenten jedoch, dass der Auslandabsatz laut des Verbandes der Automobilhersteller (VDA) um fast die Hälfte weggebrochen ist.

Abwrackprämie nur ein Strohfeuer?

So rettet die Abwrackprämie die deutschen Mittelklasse- und Kleinwagen-Hersteller im Moment zwar vor (noch) Schlimmeren. Andererseits öffnet sie ausländischen Produzenten, die bislang auf dem deutschen Markt nur schwer Fuß fassen konnten, Tür und Tor. Und spätestens wenn die Umweltprämie ausläuft, dürfte das Jammern allerorten groß sein. Auch bei VW.

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Michael Westerhoff, Michael Westerhoff

Michael Westerhoff - Michael Westerhoff lebt und arbeitet als freier Wirtschaftsjournalist und Radio-Moderator in Nordrhein-Westfalen. Er moderiert ...

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