
- Achatschnecke - Jan Ole Zingel
Die Achatschnecken (Achatinidae) gehören zur Familie der Afrikanischen Riesenschnecken. Manche Unterarten können bis zu 80 cm lang werden. In der Gastronomie werden jedoch eher die kleineren Arten bevorzugt und machen aufgrund von Geschmack und Preis mittlerweile den klassischen Weinbergschnecken auf den Tellern der Feinschmecker Konkurrenz. Auch als pflegeleichtes Haustier erfreut sich die Riesenschnecke wachsender Beliebtheit.
Beschaffung und Haltung der Schnecken
Achatschnecken werden in Deutschland hauptsächlich als Fisch- oder Schildkrötenfutter gezüchtet. Dementsprechend lassen sie sich sowohl einfach als auch günstig über den Zoofachhandel oder private Züchter im Internet bestellen. Die Kosten für ein einzelnes Tier liegen bei etwa 2 €.
Halten lassen sich die Schnecken in einem handelsüblichen Aquarium oder Terrarium. Geht man von einer Gattung durchschnittlicher Größe aus (10-15 cm im adulten Stadium), so lassen sich bis zu 10 Tiere in einem Würfel mit 40 cm Kantenlänge unterbringen. Es empfiehlt sich die Haltung von mindestens drei bis vier Tieren, da sie auch in der Natur als Gruppentiere leben.
Der Boden des Terrariums wird ca. 10 cm hoch mit Terrarienerde bedeckt. Wichtig ist dabei, keine Blumenerde zu verwenden, diese enthält häufig Düngemittel mit Säuren, welche das Schneckenhaus angreifen. Je nachdem, zu welchem Zweck man die Schnecken hält, kann man es ihnen "gemütlich" machen mit Kletter- und Versteckmöglichkeiten.
Wichtig für gesundes und schnelles Wachstum sind jedoch Luftfeuchtigkeit, Kalk, Temperatur und Nahrung. Eine artgerechte Luftfeuchtigkeit lässt sich erreichen, indem man das Terrarium ein- bis zweimal täglich von innen mit Hilfe eine Sprühflasche befeuchtet. Für Aufbau und Instandhaltung des überlebenswichtigen Hauses benötigen die Schnecken Kalk. Dieser kann in Form einer Sepiaschale (im Zoohandel erhältlich) verabreicht werden. Da Achatschnecken ursprünglich aus Afrika stammen, benötigen sie recht hohe Temperaturen. Optimal entwickeln sie sich bei 22° bis 25°C. Auf keinen Fall sollte die Haltungstemperatur 15°C unterschreiten.
Das Futter der Schnecken setzt sich hauptsächlich aus Gemüse, Salat und Obst zusammen. Sehr wichtig ist dabei, auf säurehaltige Produkte wie Tomaten, Zitrusfrüchte oder Äpfel zu verzichten. Auch sie schädigen das lebenswichtige Haus. Die Futtermenge richtet sich nach dem Konsum der Tiere. Zur Not kommen sie bis zu mehreren Monaten ohne Nahrung aus. Außerdem sollte sich immer eine Schale mit nicht zu kaltem Wasser im Terrarium befinden, welches die Tiere zum Trinken und Baden verwenden.
Täglich sollte der Kot aus dem Terrarium abgesammelt werden, ein kompletter Wechsel des Bodens sollte einmal im Monat erfolgen.
Schneckenzucht
Bei artgerechter Haltung erreichen Achatschnecken nach acht bis zehn Monaten die Geschlechtsreife. Etwa zwei Wochen nach der Befruchtung legen sie pro Gelege etwa 300 Eier, aus denen nach einer weiteren Woche die Jungtiere schlüpfen. Sie ernähren sich ebenfalls von Gemüse, Salat, Obst und Kalk.
Vorsicht: Sollten keine weiteren Tiere erwünscht sein, müssen die Eier vor dem Schlüpfen abgekocht oder 12 Stunden lang tiefgekühlt werden. Dadurch sterben sie ab. Erst dann sind sie im Biomüll oder Kompost zu entsorgen. Achatschnecken haben in den meisten Gegenden der Welt wenig natürliche Feinde und können aufgrund ihrer hohen Reproduktionsrate immense Schäden in Natur und Landwirtschaft anrichten! Auch bereits geschlüpfte Tiere sind vor der Entsorgung zu töten!
Zubereitung der Schnecken
Vor der Zubereitung sollte man den Achatschnecken eine Woche lang kein Futter geben, wodurch eine Entleerung des Darms erreicht wird. Die Schnecke wird dann mehrmals in gewechseltem Wasser gewaschen.
Um die Schnecke so schmerzlos wie möglich zu töten, wird sie (ähnlich wie Hummer) kurz in kochendem Salzwasser blanchiert. Danach nimmt man den Körper aus dem Haus und befreit den sogenannten Fuß (das Muskelfleisch) von den sonst im Haus befindlichen Organen.
Anschließend wird die Schnecke zwei Stunden lang in einem Fond aus Wasser, Weißwein, Karotten, Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel, Schalotten, Lorbeer, Pfeffer und Salz gegart.
Die so vorbereiteten Achatschnecken können je nach Geschmack auf unterschiedlichste Weise weiterverarbeitet werden. Ob man ganz klassisch zur Kräuterbutter greift oder seine Fantasie spielen lässt, ist dann jedem Hobby- oder Profikoch selbst überlassen.
