Achillesferse Emotion - Liebe am Arbeitsplatz?

Wie Gefühle in der Arbeitswelt ihren Platz finden

Ob Freude oder Verärgerung, Angst, Nervosität oder Wut, das Gefühlsleben macht den Menschen aus. Menschen ohne erkennbare Emotionen wirken unsympathisch.

Für manchen sind Gefühle in der Geschäftswelt ein rotes Tuch, insbesondere für Männer. Meist gilt Rationalität als tugendhaft: Wer Gefühle zulässt, könnte die Kontrolle verlieren, so sind vielfach die Befürchtungen. Dabei lassen sich Gefühle zwar nach außen hin beherrschen, aber nicht vermeiden. Ob Freude oder Verärgerung, Angst, Nervosität oder Wut, das Gefühlsleben macht den Menschen aus. Menschen ohne erkennbare Emotionen wirken unsympathisch. Ein unkontrollierter Wutausbruch kann allerdings ebenso abschreckend auf das Gegenüber wirken. Also gilt es herauszufinden, welche Gefühle man in welcher Ausprägung zulassen sollte. Das gezielte Zulassen von Gefühlen kann im Hinblick auf die Situation und der jeweiligen Erfordernisse von produktivem Nutzen sein.

Emotionale Intelligenz

Seit rund zwanzig Jahren befassen sich Wissenschaftler mit der Bedeutung von Gefühlen. Die Wissenschaftler Peter Salovey von der Yale University und John Mayer von der University of New Hampshire prägten 1990 als erste den Begriff der emotionalen Intelligenz. Sie sei eine Art soziale Intelligenz, die die Fähigkeit einer Person beschreibt, eigene Gefühle ebenso wie die des Gegenüber zu beobachten, zu unterscheiden und zu analysieren. Die abgeleiteten Informationen beeinflussen das persönliche Denken und Handeln.

Gibt es einen Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen?

Die Begriffe Emotion und Gefühl lassen sich nur unscharf voneinander abgrenzen und werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym verwendet. Im wissenschaftlichen Sinne gelten Emotionen meist als den Gefühlen vorgeschaltete, biologische Reaktionen, während der Begriff „Gefühl“ die Interpretation von ins Bewusstsein gedrungenen Emotionen umschreibt. In der Regel erfolgt eine Wertung in angenehm oder unangenehm, Zustimmung oder Ablehnung (Lust/Unlust).

Richtiger Umgang mit Gefühlen im beruflichen Alltag

Die Gefühle sind wichtige Signale, die sich, konstruktiv in den Dienst der Sache gestellt, im beruflichen Alltag vorteilhaft auswirken. Das kontrollierte Zulassen von Gefühlen stärkt die eigene Authentizität und Ausstrahlung, entkrampft und beeinflusst positiv die Körpersprache. Das unbeherrschte Ausleben starker Emotionen wie Hass, Wut oder Trauer kann hingegen negative Folgen haben. Der niederländische Gelehrte Baruch de Spinoza (1632-1677) war der philosophischen Schule des Rationalismus verbunden und hielt Menschen unter ihrem Einfluss für unfrei. In der Außenwirkung erzeugen solche Gefühlsausbrüche bei den Mitmenschen eine verzerrte Wahrnehmung der betroffenen Persönlichkeit (Hallo-Effekt, die eigentlichen Charaktermerkmale werden „überstrahlt“). So lässt Fröhlichkeit einen aufgeschlossenen Charakter vermuten, Traurigkeit vermittelt Lethargie und Schwäche, Dicken unterstellt man oft Gemütlichkeit.

"Kleine" Gefühle mit großer Wirkung

Glücklicherweise treten die „großen“ Gefühle eher selten in Erscheinung. Eine wichtige Rolle im beruflichen Alltag spielen die Emotionen in abgeschwächter Form. Sie sind zum Beispiel bedeutsam für die Arbeit im Team. Ein vertrauensvolles Verhältnis der Teammitglieder untereinander ist unabdingbar für eine erfolgreiche Teamleistung. Gegenseitiger Respekt, Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft und Kritikfähigkeit sowie die Akzeptanz von Gefühlen bei gleichzeitigem Bemühen um Sachlichkeit sind hierbei wichtige Kriterien.

"Der Oskar geht an …" – von Gefühlen und Schauspielern

Gar nicht so selten ist das Phänomen, dass Emotionen im Beruf vorgespielt werden, etwa weil man glaubt, auf diese Weise schneller Karriere machen zu können oder gar weil der Arbeitgeber eine bestimmte Ausstrahlung wünscht. Manch einer glaubt beispielsweise, mit einem energischen Auftreten Durchsetzungsstärke demonstrieren zu können und versucht etwaige Schwächen so zu überspielen. Im Dienstleistungssektor sind Offenheit und eine positive Ausstrahlung gefragt. Stewardessen fallen immer wieder durch ein fast schon penetrantes Dauerlächeln auf, das manchmal aufgesetzt wirkt. Vorgespieltes Verhalten funktioniert jedoch auf lange Sicht nicht. Die Betroffenen leiden unter dem Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dadurch geraten sie unter Stress. Dass verordnete Fröhlichkeit nicht funktioniert, wissen auch die Arbeitgeber und setzen daher zunehmend auf die echte Fröhlichkeit zufriedener Mitarbeiter.

Look at me..., Albert Haufs

Albert Haufs - Herzlich willkommen auf meinem Profil! Hier nur kurz die wichtigsten Infos zu meiner Person. Ich arbeite seit mehreren Jahren als ...

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