Achtelfinale Deutschland - England: eine Begegnung mit Geschichte

Deutschland-England - Knipseline/Pixelio.de
Deutschland-England - Knipseline/Pixelio.de
Am 27. Juni wartet nach dem dramatischen Sieg über Ghana England im Achtelfinale: Ein Fußball-Klassiker, geprägt von Erinnerungen.

Das Wembley-Tor von 1966 ist das Erste, was jedem Fußballfan einfällt, wenn von einer Begegnung zwischen der deutschen und der englischen Nationalmannschaft die Rede ist.

Die Länderspielbilanz zwischen der deutschen und der englischen Nationalmannschaft

Die Länderspiele zwischen Deutschland und England sind immer wieder etwas Besonderes. Die erste Partie zwischen dem "Mutterland des Fußballs" und Deutschland fand 1908 statt und endete mit 5:1, im Spiel im darauffolgenden Jahr war es sogar ein 9:0. Ein eindeutiges Kräfteverhältnis, wie es in dieser Weise schon lange nicht mehr besteht.

Bisher gab es 31 Begegnungen zwischen den beiden Teams, das Torverhältnis liegt bei 66:37 für England. Mehr als die Hälfte der Partien waren Freundschaftsspiele, so auch die letzten beiden Begegnungen 2007 (2:1) und 2008 (1:2).

Bei einer Fußballweltmeisterschaft standen sich Deutschland und England bisher viermal gegenüber. 1970 in Mexiko siegte Deutschland im Viertelfinale mit 3:2, als das Team durch die Tore von Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Gerd Müller nicht nur einen 0:2-Rückstand aufholte, sondern auch noch in der Verlängerung gewinnen konnte. 1982 trennten sie sich torlos 0:0 in der Vorrunde. Und bei der WM 1990 in Italien trafen sie im Halbfinale aufeinander. Dort endete das Spiel nach Verlängerung mit 1:1, im Elfmeterschießen unterlagen dann - wie so oft - die Engländer, Deutschland zog ins Finale gegen Argentinien ein und wurde zum dritten Mal Weltmeister.

Bis heute unvergessen aber ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams bei einer Fußballweltmeisterschaft, das Finale von 1966 im legendären Wembley-Stadion. Die Umstände des Tors zum 3:2 der Engländer in der 100. Minute durch Geoffrey Hurst, das "Wembley-Tor", sind bis heute umstritten. Mit dem 4:2 (120.), ebenfalls durch Geoffrey Hurst, gab es dann den ersten und bisher einzigen Titelgewinn der "Three Lions".

Das Achtelfinale Deutschland gegen England am 27. Juni 2010

Die Partie zwischen Deutschland und England findet am Sonntag, den 27.6., um 16 Uhr statt. Austragungsort ist das Free-State-Stadion in Mangaung/Bloemfontein. Das Free-State-Stadion ist eines der älteren WM-Stadien, es wurde bereits 1952 erbaut und 2008 im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft ausgebaut und modernisiert und bietet heute Platz für 45.058 Zuschauer.

Für die deutsche Nationalmannschaft ist es das 833. Länderspiel ihrer Geschichte bei 478 Siegen, 169 Unentschieden, 185 Niederlagen und 1851:991 Toren.

Schiedsrichter der Partie ist Jorge Larrionda aus Uruguay. Larrionda leitete bereits drei Partien in der Vorrunde: Das 0:0 zwischen der Elfenbeinküste und Portugal, das 2:1 der Dänen über Kamerun und das 2:1 Australiens über Serbien.

Die deutsche Nationalmannschaft vor dem Klassiker gegen England

Im deutschen Team herrscht allgemeine Vorfreude auf das Spiel gegen England, das überraschend hinter den USA nur den zweiten Tabellenplatz der Gruppe C erreichte. Man ist sich klar, dass man sich in diesem Spiel keine Fehler leisten darf und wesentlich konsequenter bei Spielaufbau und Chancenverwertung agieren muss als gegen Ghana. Vor allem im Mittelfeld darf den Engländern kein Raum für eigene Aktionen gegeben werden. Letztendlich aber ist die Mannschaft überzeugt davon, gegen die Engländer gewinnen zu können.

Vor dem Spiel am Sonntag plagen den Bundestrainer jedoch Verletzungssorgen. Ausgerechnet Bastian Schweinsteiger hatte im Spiel gegen Ghana in der 81. Minute mit muskulären Problemen vom Feld gemusst, sein Einsatz wird sich erst ganz kurzfristig entscheiden. Sein Ausfall gegen England könnte fatale Folgen haben. Für ihn würde mit Toni Kroos ein Spieler ins Spiel kommen, dem Löw ebenfalls sein größtes Vertrauen ausspricht.

Ebenso unsicher ist der Einsatz von Abwehrspieler Jerome Boateng, der gegen Ghana ebenfalls mit Muskelproblemen vom Platz musste. Wieder spielberechtigt ist dagegen Miroslav Klose, dessen Erfahrung gerade gegen ein Team wie England von großer Bedeutung sein kann. Große Hoffnungen ruhen außerdem auf Mesut Özil, der seine überzeugenden Auftritte in den bisherigen Spielen gegen Ghana endlich mit einem Tor krönen konnte.

Die voraussichtliche Aufstellung: Neuer - Boateng (Jansen), Friedrich, Mertesacker, Lahm -Schweinsteiger (Kroos), Khedira - Podolski, Özil, Müller - Klose.

Die englische Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Deutschland

Nach dem abschließenden 1:0 gegen Slowenien sind die "Three Lions" trotz des zweiten Tabellenplatzes vor allem froh, dass ihnen eine ähnlich Blamage wie den Franzosen oder den Italienern, die bereits nach der Vorrunde nach Hause fahren müssen, erspart geblieben ist. Vor dem Spiel gegen Deutschland zeigen sie sich ebenfalls zuversichtlich.

In das Team zurückkehren wird voraussichtlich Innenverteidiger Ledley King, der sich im Auftaktspiel gegen die USA verletzt hatte. Sorgen bereitet Trainer Fabio Capello hingegen sein Stürmerstar Wayne Rooney, der in Südafrika bislang kein einziges Mal getroffen hat. Das Problem sei aber nicht der inzwischen wieder auskurierte Knöchel, sondern liege in seinem Kopf.

Die größte Sorge der Engländer aber ist, dass die Entscheidung womöglich erst im Elfmeterschießen fallen könnte. Denn hier ist erfahrungsgemäß Endstation für das Team von der Insel. Diesmal aber wären sie wenigstens vorbereitet, denn Fabio Capello läßt seit dem ersten Trainingslager vor fünf Wochen täglich auch Elfmeterschießen trainieren.

Die voraussichtliche Aufstellung: James - A. Cole, King, Terry, Johnson - Gerrard, Lampard, Barry, Milner - Defoe, Rooney.

Die Partie Deutschland - England im Fernsehen

Das Achtelfinale zwischen Deutschland und England wird live von der ARD übertragen. Anstoß ist um 16 Uhr, die Vorberichte beginnen aber bereits um 14 Uhr 35. Kommentator ist Steffen Simon, moderiert wird von Gerhard Delling gemeinsam mit seinem Experten Günter Netzer.

Bildnachweis: Knipseline/Pixelio.de

Tatjana Alisch - Bereits während meines Studiums in den Bereichen Musik, Geschichte und Sprachen erhielt ich die Gelegenheit, für einen ...

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