ADAC-Pannenstatistik 2010: Diese Autos fuhren verlässlich

ADAC Gelbe Engel in Aktion - Monika Hermeling
ADAC Gelbe Engel in Aktion - Monika Hermeling
Eine Liste der Autos, die 2010 wenige Pannen hatten, die häufigste Pannenursache und die Prüfungskriterien, nach denen die Autos vom ADAC bewertet wurden.

Die gelben Autos des mobilen Hilfsdienstes, des Allgemeine Deutschen Automobilclubs (ADAC), sind täglich auf den Straßen und Autobahnen unterwegs, um Autofahrern behilflich zu sein, wenn deren Autos streiken. Im Jahr 2010 riefen nach Auskunft des ADAC mehr als vier Millionen Mitglieder des ADAC den Hilfsdienst an. Das ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Jahr 2009. Mit den dabei ermittelten Daten und deren Auswertung konnten die Schwachpunkte von 98 Automodellen ermittelt und in einer Pannenstatistik aufgezeichnet werden.

In der Pannenstatistik des ADAC sind die Autos aufgeführt, die in dem Zeitraum zuverlässig fuhren. In die Modellreihen der untersuchten Autos wurden 2010 weitere Modelle aufgenommen, andere entfielen. Diese Fluktuation ist normal, weil oft nicht mehr genügend Autos der gleichen Reihe zugelassen sind oder neue Modelle hinzukommen. Nur wenn eine ausreichende Anzahl von Vergleichsdaten zur Verfügung steht, sind die Daten, die zur Pannenauffälligkeit führten, aussagekräftig. Kritiker der Pannenstatistik wollen mehr über die Prüfungskriterien wissen und ob diese fälschungssicher sind.

Die häufigste Panne waren Schwierigkeiten beim Starten

Etwa zwei Millionen Altautos wurden durch die Abwrackprämie, die beim Kauf eines Neuwagens und der Inzahlungnahme eines Altwagens geleistet wurde, aus dem Verkehr gezogen. Laut Pannenaufkommen im Jahr 2010 machte sich das, entgegen den Erwartungen des ADAC, in der Pannenstatistik nicht positiv bemerkbar. Im Gegenteil, die Pannenhilfe wurde im Jahr 2010 um etwa acht Prozent häufiger zu Einsätzen gerufen. Ein Hauptgrund dafür wird in den ungünstigen Witterungsverhältnissen zum Anfang des Jahres gesehen.

Die Pannenstatistik staffelt sich so: Im Lauf des Jahres 2010 gaben die „gelben Engel“ 913.445 Mal bei liegen gebliebenen Wagen Starthilfe. In 687.833 Fällen waren die Batterien defekt oder an der Lichtmaschine oder der Beleuchtung stimmte etwas nicht. Es sind die Reifenpannen, die mit 143.215 Hilferufen an der dritten Stelle der Pannenstatistik stehen. 97.053 Fahrer benötigten die Hilfe des ADAC, um wieder in ihren Wagen zu gelangen und in 24.958 Fällen ging während der Fahrt der Treibstoff aus.

Nach diesen Kriterien werden Autos auf ihre Pannenhäufigkeit überprüft

Die Pannenstatistik spiegelt das allgemeine Pannengeschehen gut wieder, denn mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge, rund 27 Millionen, gehören den 17 Millionen ADAC-Mitgliedern. In der Pannenstatistik wurden vom ADAC alle Notrufe von Mitgliedern berücksichtigt, die über die Notrufnummern oder von ADAC-Straßenwachtfahrern erfasst wurden. Pannen, die von anderen Mobildiensten gemeldet wurden, blieben unberücksichtigt. In die Statistik flossen nur die Daten der technischen Pannen ein, die zum Liegenbleiben führten. Selbst verschuldete Pannen wie Aussperren, Kraftstoff- oder Ölmangel, aber auch Reifenprobleme, wurden nicht berücksichtigt.

Veröffentlicht wurden die Fahrzeugmodelle der letzten sechs Zulassungsjahre. Diese müssen in mindestens einem Jahr 10.000 Zulassungen in Deutschland erreicht haben und in den anderen Jahren mindestens 5000. Eine Modellreihe muss mindestens in drei aufeinanderfolgenden Zulassungsjahren diese Bedingungen erfüllen. Die unterschiedlichen durchschnittlichen Laufleistungen der einzelnen Modellreihen innerhalb der Klassen werden durch einen Korrekturfaktor ausgeglichen.

Die Prüfungskriterien und Datenerfassung des ADAC

Der ADAC gibt bekannt, dass die Prüfungskriterien der Pannenstatistik nach ISO 9001:2000 zertifiziert und aus diesem Grund fälschungssicher sind. In der Praxis hat es sich erwiesen, dass obwohl die Hersteller aller Automarken Mobilgarantien anbieten, ADAC-Mitglieder, die eine Autopanne haben, nicht zuerst die Hotline des Autoherstellers, sondern den ADAC anrufen. Bei der anschließenden Hilfe spielt die Datenerfassung eine große Rolle. Wenn die Helfer des ADAC von einem Autofahrer mit einer Autopanne angerufen werden und zum Fahrzeug kommen, erfassen sie für statistischen Zwecke den Kilometerstand des Wagens. Denn nur, wenn genügend Daten für die jeweilige Fahrzeugklasse gesammelt wurden, kann die zu erwartende durchschnittliche Laufleistung eines Wagens und des Modells ermittelt werden.

Diese ermittelten Daten werden zum Mittelwert der jeweiligen Fahrzeugklasse im Verhältnis gesetzt. Aus der Anzahl der Pannen und den Zulassungszahlen wird, auf das Modell und das Zulassungsjahr bezogen, auch die Pannenkennzahl, die der Pannenzahl je 1000 Pannen in Deutschland entspricht, errechnet und ein Korrekturfaktor ermittelt. Dieser ist nötig, um den Einfluss der Berechnungen nicht zu verfälschen. Das kann leicht passieren, wenn viel gefahrene Autos mit der Gruppe von Fahrzeugen, die im gleichen Zeitraum weniger gefahren werden, gleich gestellt werden. Um zu einem aussagekräftigen Resultat zu kommen, wird der Korrekturfaktor bei der Berechnung abgezogen.

Das sagt die Pannenstatistik 2010 über Kleinstwagen und Kleinwagen aus

Der ADAC ermittelte, dass der Toyota Aygo gefolgt vom Fiat 500 für diese Klasse am besten abschneidet. Es folgen der mit dem Toyota baugleiche Citroen C1 und der Peugeot 107. Wie im Vorjahr bilden der smart fortwo und der Chevrolet Matiz, besonders die Modelle aus dem Jahr 2008, das Schlusslicht. Der beste in dieser Klasse ist, wie im Vorjahr, der Mini, dicht gefolgt vom Peugeot 207 und dem Mitsubishi Colt. Ohne negativ aufzufallen bilden der Seat Ibiza/Cordoba und der Hyundai Getz die Nachhut.

Die Sieger und Verlierer der unteren und oberen Mittelklasse

Sieger bei den Autos der unteren Mittelklasse sind der BMW der 1er-Klasse vor dem Audi A3 und dem Peugeot 308. Der Peugeot 307 und der Renault Kangoo belegen die letzten Plätze. Auffällig in dieser Klasse sind die positiven Veränderungen beim Renault Mégane. Ohne erkennbare Schwachstellen, nur weil die Konkurrenten sich verbesserten, wird der Toyota Corolla schlechter bewertet und wird 2010 getrennt vom Corolla Verso und dem Nachfolger Auris ausgewiesen. Zusätzliche Gründe könnten Batterieprobleme der jüngeren Baujahre sein, die auch bei den anderen Toyota-Modellen auftreten. Der Audi A5, der erstmals dabei ist, erreichte auf Anhieb den ersten Platz. Es folgen die Modelle der BMW 5er-Serie und der fast gleich platzierten Audi A6. Auf die letzten Plätze kamen der BMW X5 und der VW Touareg. Der BMW SUV fiel durch die Batterieprobleme der Wagen bis Baujahr 2005 auf.

So schnitten Autos der Mittelklasse und Kleinbusse/Transporter ab

Auch in dieser Klasse stellt BMW den Sieger, den X3. Dicht dahinter folgen die Modelle der Mercedes C-Klasse und der BMW der 3er-Klasse. Am schlechtesten schnitten der Ford Mondeo und S-Max sowie der Opel Vectra ab. Diese Klasse besteht aus nur drei Modellreihen. Sieger ist der VW T5, abgeschlagen dagegen der Mercedes Vito/Viano und der Fiat Ducato.

Quelle: ADAC

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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