Konzentrationsstörungen, unruhiges Verhalten, Lernstörungen, gestörte Aufmerksamkeit, schlechtes Gedächtnis, dies können die Symptome eines Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS genannt, sein. Immer mehr Kinder scheinen darunter zu leiden, doch ob es sich wirklich um ADHS handelt, muss von einem Facharzt abgeklärt werden.
Es gibt immer Zeiten, in denen Kinder aus unterschiedlichen Gründen unaufmerksam sind. Oft sind ihre Gedanken nicht in der Schule, sondern bei ganz anderen Dingen, die sie weit mehr interessieren. Bleiben die Konzentrationsstörungen aber über längere Zeit bestehen, muss der Ursache auf den Grund gegangen werden. Fachärzte, deren Fachgebiet die Psychotherapie ist, können dem Kind und den Eltern Klarheit verschaffen. Wird dann die Diagnose ADHS gestellt, sehen sich viele Eltern vor einem großen Problem. Wie kann das Kind am besten behandelt werden?
Eine Behandlung mit dem Wirkstoff Methylphenidat ist nicht unbedenklich
Methylphenidat hat eine zentral stimulierende Wirkung. Dadurch wird die Konzentration gesteigert. Allerdings hat der Wirkstoff, der nur mit einem Betäubungsmittelrezept zu beziehen ist, erhebliche Nebenwirkungen. Er kann den Appetit reduzieren, zum Anstieg der Körpertemperatur führen, der Patient hat ein geringeres Schlafbedürfnis und er kann unruhig werden. Beobachtet wurden auch Halluzinationen und ein verändertes Verhalten. Oft treten unter der Behandlung Kopfschmerzen, Hautausschläge, Herzklopfen und Schwindel auf. Angst und ein aggressives Verhalten können ebenfalls unter der Behandlung mit Methylphenidat auftreten. Auch Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit können Nebenwirkungen des Medikamentes sein. Nicht anwenden darf man Arzneimittel mit Methylphenidat, wenn der Patient an Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Angstzuständen oder Schilddrüsenüberfunktion leidet. Deshalb sollte vor einer Behandlung genau abgeklärt werden, ob für den Patienten die Einnahme eines Arzneimittels mit Methylphenidat sinnvoll ist.
Ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren kann zu Konzentrationsstörungen führen
Wenn wir denken, Informationen verarbeiten und uns konzentrieren, laufen in unserem Gehirn unzählige Vorgänge ab. Sogenannte Botenstoffe übernehmen den Transport der Informationen zwischen den Nervenzellen. Damit dies einwandfrei funktioniert, benötigt unser Gehirn langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper allerdings nicht selbst herstellen kann. Sie müssen ihm mit der Nahrung zugeführt werden.
Fetter Seefisch, wie zum Beispiel Lachs, Hering oder Makrele stehen nicht immer auf unserem Speiseplan. Die fetten Seefische liefern uns die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Auch die Nahrungsaufnahme von Pflanzenölen, wie Distelöl, Raps- oder Sojaöl ist nicht immer in ausreichendem Maß gegeben. Diese Öle sind Lieferanten von Omega-6-Fettsäuren. Ein Mangel an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kann dafür verantwortlich sein, dass Informationen im Gehirn nicht ausreichend verarbeitet werden können. Lern- und Konzentrationsstörungen können die Folge sein.
Mittel mit essentiellen Fettsäuren können bei ADHS eine wirksame Alternative sein
Was das Gehirn für die volle Funktion benötigt, kann ihm mit einer ergänzenden bilanzierten Diät zugeführt werden. Seit einiger Zeit sind Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die einen Mangel an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ausgleichen. Sie lindern ADHS-Symptome und verbessern die Lern- und Konzentrationsfähigkeit. Speziell die Wirkstoffe Docosahexaensäure und die Eicosapentaensäure, die beide langkettige und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind und zu den Omega-3-Fettsäuren gehören, sind wichtige Bausteine für das Gehirn. Die Arachidonsäure gehört zu den Omega-6-Fettsäuren, ebenfalls die Gamma-Linolensäure. Auch sie sind wichtig für den Gehirnstoffwechsel und unterstützen die Funktion des Nervensystems. Eine Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel sollte mit dem Arzt abgeklärt werden.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
