Advent - die schönsten Bräuche der besinnlichen Zeit

Advent - Songline / pixelio.de
Advent - Songline / pixelio.de
Der Advent gilt als Vorbereitungszeit auf die Geburt Christi. Bräuche wie Adventskränze, Adventskalender und Weihnachtsgebäck sind noch immer sehr beliebt.

Bereits im Oktober beginnen die ersten Geschäfte, ihre Schaufenster für die Adventszeit zu dekorieren. Weihnachtsbäume, Gebäck und Glühwein, Adventskalender, Adventskränze, Krippen und zahlreiche Lichter sorgen bei den Menschen für eine gemütliche Vorweihnachtsstimmung. Der Advent gilt für viele Menschen als besinnlichste Zeit des Jahres. Viele Bräuche dieser stillen und geheimnisvollen Zeit erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit.

Die Adventszeit als Erwartungs- und Vorbereitungszeit

Der Begriff "Advent" leitet sich aus dem lateinischen Wort "adventus" ab, welches übersetzt "wird kommen" bedeutet. Hiermit ist die Geburt Jesu Christi gemeint, auf die sich die Christen in dieser Zeit vorbereiten. Ursprünglich handelte es sich bei der Adventszeit um eine Fastenzeit, die am Martinstag begann und am Dreikönigstag endete. Mit dem Advent beginnt für die evangelische und die katholische Kirche das neue Kirchenjahr. Im sechsten Jahrhundert nach Christus legte Papst Gregor der Große die Zahl der Adventssonntage auf vier fest. Der erste Advent ist dabei immer der vierte Sonntag vor dem 24. Dezember. Sofern Heiligabend auf einen Sonntag fällt, zählt dieser als vierter Adventssonntag.

Der Adventskranz

Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Theologe aus dem 19. Jahrhundert, fertigte in Hamburg im Jahre 1839 den ersten Adventskranz an. Dieser bestand aus einem hölzernen Wagenrad mit 19 roten und vier weißen Kerzen. Vom ersten Dezember bis Heiligabend wurde jeden Tag eine Kerze angezündet, wobei werktags eine rote und sonntags eine weiße Kerze brannte. Mittlerweile bestehen die meisten Adventskränze aus Tannenzweigen und vier Kerzen. Die runde Form entspricht dabei der sogenannten "Mandalaform". Der Begriff "Mandala" stammt aus dem Sanskrit und bedeutet "heiliger Kreis". Dieses Symbol taucht in verschiedenen Religionen auf und trägt die Bedeutung von Frieden, Ruhe und der Einheit mit Gott. Für jedem Adventssonntag leuchtet eine der vier Kerzen, wobei das Licht als Quelle des Lebens gilt.

Der Adventskalender

Mit dem Adventskalender wird die noch verbleibende Zeit bis zum Heiligabend gemessen. Diese Tradition hat ihren Ursprung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Formen des Abzählens der Tage waren dabei ganz unterschiedlich. Manche Familien hängten nacheinander 24 Bilder an die Wand, andere dagegen malten 24 Kreidestriche an die Tür, von denen die Kinder jeden Tag des Dezembers einen wegwischen durften. Eine weitere Form dieses Brauches stellte die Adventskerze dar. Sie enthielt 24 Markierungen, von denen jeden Tag eine heruntergebrannt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts erschien der erste gedruckte Adventskalender. Dieser bestand aus 24 Bildern zum Ausschneiden und Feldern zum Bekleben. Der erste Kalender mit Fenstern, hinter welchen verschiedene Bilder zu sehen waren, kam 1920 auf den Markt. Seit dem Jahre 1958 werden Adventskalender mit Schokolade befüllt.

Lichter in der Adventszeit

Die vielen verschiedenen Lichter, die in der Adventszeit brennen, symbolisieren die Hoffnung, dass der Messias auf die Erde kommen wird. Sie erhellen die dunkle, kalte Jahreszeit und vermitteln ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Sehr beliebt sind in der Vorweihnachtszeit die Lichterbögen. Diese Tradition geht auf die Bergarbeiter des Erzgebirges zurück und soll die Sehnsucht nach Sonnenlicht ausdrücken. Zudem stellte damals jedes Licht eine der Grubenlaternen dar. Brannte der gesamte Lichterbogen, so waren alle Arbeiter wieder wohlbehalten bei ihren Familien.

Der Besuch des heiligen Nikolaus

In der Nacht zum sechsten Dezember stellen die Kinder ihre frisch geputzten Stiefel vor die Tür, damit der Nikolaus sie mit Süßigkeiten befüllt. Dieser Brauch geht auf die Legenden des Bischofs von Myra zurück, der für seine verschiedene Wundertaten, wie beispielsweise das Kornwunder, bekannt ist.

Das Weihnachtsgebäck

Der Brauch des Backens ist in der Vorweihnachtszeit sehr beliebt. Die Familie kommt zusammen, um Weihnachtsleckereien wie Zimtsterne oder Vanillekipferl zu backen. Verschiedene Rezepte für Stollen und Lebkuchen stammen dabei aus Klöstern und wurden zu Ehren Jesu Christi erstellt. Beliebt sind zur Adventszeit Gewürze wie Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken.