
- Weihnachtskerzen - Berndt Fankhauser / pixelio.de
Der vierte Sonntag vor dem 25. Dezember ist immer der erste Advent. Mit dem ersten Advent wird die vorweihnachtliche Zeit eingeläutet und findet somit kurz vor Silvester und dem Jahresende statt. Für gläubige Christen handelt es sich um eine wichtige Jahreszeit, in der man sich auf den Geburtstag von Jesus Christus vorbereitet. Die Adventszeit bietet uns eine Reihe an Bräuchen und Traditionen. Hierzu gehören neben dem Adventskalender und dem Adventskranz auch Lichterbögen und weiterer Lichterschmuck. Auch die Tradition des Weihnachtsbaumes ist mit der Adventszeit verknüpft. Ebenso verhält es sich mit dem Nikolaus-Tag, der aber, entgegen der allgemeinen Auffassung, in keinem Bezug zum Advent und seinem Ursprung steht. Oftmals entgeht uns in der heutigen Zeit der Sinn und Zweck der Adventszeit. Was sind also die wirklichen Hintergründe dieser berühmten 4 Wochen?
Die Ursprünge des Advents
Der Begriff Advent hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache. Demnach leitet sich Advent von dem Wort „Adventus“ ab, was mit „Ankunft“ übersetzt wird. Es ist anzunehmen, dass im christlichen Sinne die Ankunft von Jesus gemeint ist. Früher wurde die Adventszeit als Fastenzeit begangen und betrug acht Wochen. Diese acht Wochen Fastenzeit wurden am 6. Januar beendet. Seit nun fast 100 Jahren ist diese Fastenzeit nicht mehr relevant. Im 7. Jahrhundert wurde die heutige Adventszeit, die wir in Deutschland kennen, eingeläutet, indem Papst Gregor der Große die Adventssonntage auf vier festlegte und dies mit den 4000 Jahren Wartezeit auf den Erlöser Jesus Christus begründete. Innerhalb der christlichen Kirche endet die Adventszeit an Heiligabend. Die orthodoxen Kirchen feiern die Adventszeit nach wie vor sechs Wochen lang und bezeichnen diese Zeit als Philippus – Fasten.
Der Adventskalender
Der Adventskalender ist eine recht junge Tradition, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts etabliert hat. Ein Adventskalender besitzt im Regelfall 24 Türchen. An jedem Tag im Dezember bis zum heiligen Abend wird ein Türchen geöffnet. Demnach ist der Adventskalender eher als „Dezember-Kalender“ zu verstehen, da er nicht am ersten Adventssonntag beginnt. Er wurde für Kinder eingeführt, um die Tage bis Heiligabend abzuzählen und die Vorfreude zu steigern. Adventskalender kann man heute schon in jedem Supermarkt kaufen. Die Zahl derer, die Adventskalender selber anfertigen, steigt aber ständig. Dies ist auch ganz einfach und ist mit ein bisschen Kreativität, ein wenig Geschick und haushaltsüblichen Gegenständen eine schöne und liebevolle Überraschung.
Der Adventskranz
Die Kerzen auf dem Adventskranz sollen das Licht Christus symbolisieren, was er in die Welt brachte. Zum ersten Mal gab es einen Adventskranz in Hamburg. In einem evangelischen Betsaal ließ man einen Kranz mit 19 roten Kerzen für die Werktage und drei weiße Kerzen für die Sonntage aufhängen. Auch Adventskränze sind mittlerweile überall käuflich zu erstehen. Selbstbasteln kann man sie aber auch, indem man lediglich ein paar Tannenzweige, ein paar Dekorationsartikel und vier Kerzen auf einen schönen Dekorationsteller drapiert. Um den Teller noch etwas mehr zu schmücken, kann man sich am Christbaumschmuck bedienen. Mit schönem Stoffband ist es weiterhin möglich, kleine Schleifen an die Tannenzweige zu binden oder ein paar Nüsse dabei zu legen.
Lichterbögen und weiterer Lichterschmuck
Lichterbögen findet man häufig auf den Fensterbänken. Ursprünglich sind sie aus der Bergarbeitertradition entstanden, um die Sehnsucht der Bargbauarbeiter nach dem Tageslicht darzustellen. Der Lichterschmuck in und an den Häusern und Wohnungen scheint unterschiedliche Hintergründe zu besitzen. Zum einen soll auch hier wieder das Licht Jesus Christus dargestellt werden und zum anderen sollen sie uns ein besinnliches Flair bringen. Der Einzelhandel bietet eine breite Palette des Lichterschmucks an. Das Angebot reicht über einfache Lichterketten mit kleinen Lämpchen bis hin zu bunt – blickenden Großlampen.
Der Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsbaum wird in einigen Familien schon zu Beginn der Adventszeit gekauft. Innerhalb des 19. Jahrhunderts verbreitete sich dieser Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und ihn mit Kugeln, Lichtern, Girlanden und Lametta zu schmücken. Als Weihnachtsbaum wird meist die Tanne genutzt, aber auch Fichten und weitere Nadelbäume sind für diesen Zweck gern verwendete Bäume. Unterschiedlichste kulturelle Bräuche haben zu der Tradition des Christbaums beigetragen. Dadurch bedingt wurde der Weihnachtsbaum zunächst als „heidnisch“ Seitens der Kirche abgelehnt. Aufgrund praktischer und auch finanzieller Gründe gehen immer mehr Menschen dazu über, sich für einen künstlichen Christbaum zu entscheiden, ihn aber ebenso wie einen echten Baum, zu schmücken.
Die Adventszeit als Zeit der Besinnlichkeit?
Der Ursprünge des Advents und die traditionellen Rituale zeigen uns in dieser Zeit Ruhe und Besinnlichkeit auf. Es liegt wohl an jedem selbst, ob man überhaupt die Adventszeit begeht und wie man sie verbringen möchte. In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist meist kein Platz für besinnliche Momente. Es entsteht der Eindruck, dass die vorweihnachtliche Zeit fest in der Hand des Konsums ist und Weihnachten als "Fest der Liebe" ausgedient hat. Dieser Umstand ist auch oft der Grund für einige Menschen, die Adventszeit komplett abzulehnen. Die Frage nach Besinnlichkeit und Ruhe oder Trubel und Konsum sollte jeder schlussendlich für sich selbst beantworten.
