Advent, Advent - Ein Lichtlein brennt

Advent - pixabay
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Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit erstrahlen Kerzen auf dem Adventskranz. Warum eigentlich?

Der Name Advent leitet sich vom lateinischen Wort „advenire“ ab und bedeutet soviel wie „ankommen“. Es wird also im christlichen Glauben die herannahende Ankunft des Erlösers gefeiert. An den vier Sonntagen vor dem Weihnachtsfest wird jeweils eine Kerze angezündet, und zwar frei nach dem Motto des kurzen Kinderreims:

Advent, Advent. Ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Dann steht das Christkind vor der Tür.

In nahezu jedem deutschen Haushalt findet sich in der Adventszeit ein Adventskranz auf dem Tisch, ob nun liebevoll mit den Kindern selbst gebastelt, aus Tannenzweigen kunstvoll geflochten, mit schnöden Plastik-Barock-Engeln geschmückt oder einfach im Supermarkt billig erstanden. Monumentale Adventskränze zieren vor Weihnachten Einkaufscenter und Bahnhofshallen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam, vier Kerzen schmücken den Kranz. Leider endet die Adventszeit am 24.12. eines jeden Jahres.

Der Adventskranz wurde in Hamburg erfunden

Dabei gibt es Adventskränze, so wie wir sie kennen, tatsächlich erst seit der Jahrhundertwende. Ein Theologe und Erzieher namens Johann Heinrich Wichern (1808-1881) kümmerte sich in Hamburg um einige besonders arme und bemitleidenswerte Kinder. Er zog mit ihnen 1833 in ein Bauernhaus, dem heute noch bekannten Rauhen Haus, und betreute sie dort liebevoll. Viele der Kinder konnten damals weder lesen noch schreiben und gerade in der Vorweihnachtszeit fragten die Kleinen erwartungsvoll, wie heute überall auch noch, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Herr Wichern konstruierte daraufhin einen Holzkranz, den er mit 24 Kerzen schmückte, 4 großen für die Sonntage und 19 kleinen für die Werktage. Jeden Morgen wurde eine der Kerzen angezündet, um den Kindern die Zeitspanne bis zum Weihnachtsfest zu verdeutlichen. Auch die vier Himmelsrichtungen erhielten damit eine Bedeutung. Die Deckenleuchten romanischer Kirchen dienten dabei als Vorbild für den Adventskranz und wurden nach und nach auch mit „Leben“, also mit Tannengrün geschmückt.

Der Adventskranz verbreitet sich

Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten, allerdings haben sich die Lichter auf die „Sonntagskerzen“ merklich reduziert. Der erste Adventskranz wurde 1925 in einer katholischen Kirche in Köln errichtet, 1930 dann weiter in München. Erst im Jahre 1945 fand auch Österreich endlich zum Adventskranz. Der Brauch hat sich mittlerweile in der ganzen Welt verbreitet. In Japan finden sich heute vielerorts meisterhafte Ikebana-Adventskränze, die dort allerdings eher nur zur Zierde und schmuckem Beiwerk aufgestellt werden. Eine religiöse Bedeutung haben die Kränze indes dort weniger.

Das Lichterfest

Das Lichterfest mit dem Lichterkranz ist so alt wie die Germanen, die am 21. Dezember die Wintersonnenwende feierten und so der Geburt zu „Jul“, der Wiedergeburt des Lichtes, huldigten. Die Kerzen wurden in umgekehrter Reihenfolge angezündet, also 4 – 3 – 2 – 1, und waren wahrscheinlich ein Zeichen für das abnehmende Licht bis zur Lichterwende. Auch heute noch wird dieser Brauch, besonders in Skandinavien, zelebriert.

Der Adventskranz, schön ist er ja

Ob nun Kirche, Religion, Brauchtum oder Hilfsmittel, Advent ohne Adventskranz ist heute völlig undenkbar. Wenn an einem der Adventssonntage die entsprechende Zahl der Kerzen entzündet wird, vielleicht die Familie um den Tisch sitzt und einfach die Zeit in der nachmittäglichen Dämmerung bei Kerzenschein genießt, ist die Stimmung irgendwie besinnlich und heimelig. Seien wir mal ehrlich, so manchmal werden wir als Erwachsene in solchen Momenten doch wehmutsvoll an vergangene Kindertage erinnert, oder? Schwelgen wir doch einfach ein wenig, und sei es nur für einen Augenblick.

Carola Schilling - Leben - und leben lassen, lautet mein Lebensmotto. Ich bin kulturinteressiert, reise gern und viel und habe als Globetrotter bereits ...

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