
- Alge - Cindy Maréchal
Die Stiftung Warentest untersuchte verschiedene Algenpräparate und kam zu dem Schluss, dass diese Produkte keine nachweisbaren positiven Wirkungen auf die Gesundheit haben. In den zehn untersuchten Produkten auf Algenbasis wurden zum Teil sogar giftige Substanzen gefunden.
Werbung oder Wirklichkeit - AFA-Algenpräparate
Die in Tabletten-, Kapsel- oder Pulverform erhältlichen Algenprodukte werden massiv mit ihren gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, der hohen Konzentration der in ihnen enthaltenen Nährstoffe beworben, ja zum Teil sogar als Wundermittel, "vitalstoffreichstes Lebensmittel der Welt" bezeichnet.
Auch gibt es Aussagen, die behaupten, die AFA-Alge sei wirksam bei Krebs, Depressionen und Demenz.
Leider halten diese Werbeslogans nicht, was sie versprechen. Die von der Stiftung Warentest durchgeführte Untersuchung zeigte, dass in drei von zehn Produkten auf der Basis von AFA-Algen Spuren von Microcsytinen enthalten waren. Microcystine sind Algengifte und stehen nach Einschätzung der WHO in Verdacht, Krebs erregend zu sein sowie zu einer Schädigung des Gehirns aber auch von Leber und Niere beizutragen.
Kritische Beurteilung auch bei Produkten mit Chlorella und Spirulina
Präparate, die auf der Basis von Chlorella- oder Spirulina-Algen hergestellt wurden scheinen ebenso wenig ihr Werbeversprechen halten zu können. Auf ihren Verpackungen werden Slogans eingesetzt, deren Anforderungen die Produkte größtenteils nicht gerechgt werden. Mögliche gesundheitliche Vorteile konnten bisher nicht vollständig wissenschaftlich nachgewiesen werden. Hinzu kommt, dass eine jeweilige Verzehrsmenge empfohlen wird, mit der der Bedarf an wichtigen Nährstoffen nur zu einem geringen Anteil gedeckt werden kann. Hier sind vor allem Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zu nennen. Auf der anderen Seite wiesen einige der untersuchten Produkte eine verhältnismäßig hohe Konzentration an Eisen auf, was weniger empfehlenswert wäre, da eine zusätzliche Zufuhr von Eisen mit einem erhöhten Risiko für einzelne Erkrankungen einhergehen kann.
Alternativen zu Algenpräparaten
Offensichtlich gehören Algenpräparate- in welcher Form auch immer - zu den Produkten von geringerem gesundheitlichen Nutzen. Zwar liefern sie Nährstoffe, jedoch im Vergleich zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse vergleichsweise wenig.
Abwechslungsreiche Kost macht eine Nahrungsergänzung mit Algenpräparaten demzufolge überflüssig. Zudem ist der gesundheitliche Nutzen bisher nicht ausreichend belegt, weitere Studien fehlen. Nach Ansicht der Stiftung Warentest sind Produkte auf Algenbasis als Nahrungsergänzungsmittel weitgehend unbrauchbar, da bei einem gesunden Menschen mit einer ausgewogenen Ernährungsweise keine Mangelsituation entsteht.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - nicht ersetzen kann!
Literatur:
food-monitor: Algenpräparate im Test: Einige Produkte enthalten Giftstoffe. Presseinformation food-monitor vom 9. Februar 2011
food-monitor: Algenpräparate: In drei Afa-Algen-Produkten stecken riskante Substanzen. Presseinformation food-monitor vom 27. Januar 2011
Test: Algenprodukte. Stiftung Warentest Februar 2011, online: www.test.de/algenprodukte
