
- Afghanistan (Satelitenbild) - www.rastlos.com
Es klingt fast unglaublich. Im vormals kriegsgebeutelten Afghanistan haben amerikanische Geologen riesige Mengen an Mineralien (vornehmlich Lithium) entdeckt. Die Konsequenzen werden sich nicht nur auf die Wirtschaft des Landes auswirken.
Eine große Chance für Afghanistan
Lithuim, ein Element von großer Bedeutung für allerlei Hochtechnologie und Elektronik (Handys, Akkus, Mikroelektronik usw.), fand der Mensch bisher nur in Ländern wie beispielsweise Bolivien, genügend vor. Doch bei Lithium hört es nicht auf. So haben die Geologen auch noch enorme Vorkommen an Eisen, Gold und Kupfer entdeckt. Eine Tatsache, die für dieses Land sehr viel Veränderungen bringen wird. So dürfte Afghanistan für Mineralien bald den Stellenwert haben, wie Saudi-Arabien für Öl.
Ein kleines Team aus Pentagon-Agenten und Geologen entdeckte diese Mineralvorkommen. Kurios ist jedoch auf welche Art und Weise: Alte Daten und Karten von vormals sowjetischen Bergarbeitern, ergo aus den 80ern, als Afghanistan noch sowjetisch besetztes Gebiet war, verhalfen den Spezialisten zu ihrem bahnbrechenden Fund. Nach dem Sturz des Regimes 2001 in Afghanistan traten dann diese Unterlagen wieder zu Tage und wurden von den amerikanischen Truppen entdeckt.
In keinem Land Europas oder Nordamerikas findet man so viele Vorkommen an derart wichtigen Elementen. Der US-Oberkommandeur General David Petraeus sprach im ersten Interview gegenüber der New York Times zu dem Fund bereits von "atemberaubenden Möglichkeiten". Was selten vorkommt, ist natürlich umso wertvoller. We werden die USA und andere beteiligte Länder jedoch nun mit dem Fund umgehen?
Investoren aus vielen Staaten wetteifern um den Mineralfund
Wer bekommt welchen Anteil und wieviel von der Mineralientorte? Afghanistan sieht sich nun einem großen Reichtum gegenüber, dadurch hat es endlich die Möglichkeit das Land schneller, als vorher ohne den Fund angenommen, wieder aufzubauen. Dies wird jedoch keineswegs eine leichte Aufgabe sein. Schnell werden auch all die Extremisten und Terroristen davon Nachricht erhalten und Afghanistan könnte zu einem größeren Pulverfass denn je werden.
Die aufstrebende Großmacht China wiederrum hat bereits seit geraumer Zeit einen Abbauauftrag für Kupfer. So will die "China Metallurgical Group", laut einem Bericht der "Germany Trade & Invest" von 2007 rund 200000 Tonnen Kupfer im Jahr gewinnen. Die chinesische Bergbaugesellschaft bot mit 2.87 Milliarden US-Dollar am meisten und schlug die direkten Konkurrenten, USA, Kanada und Russland. So fällt für die übrigen interessierten Staaten bereits das Kupfer weg. Ein Rennen um die Rohstoffe nimmt seinen Lauf.
Deutschland zeigt den richtigen Weg
Deutsche Truppen wiederrum agieren zwar lediglich im Norden, doch auch hier werden kostbare Mineralien abgebaut, unter anderem der wertvolle Edelstein Lapislazuli (ein tief-leuchtendes, bläuliches Gestein). Deutschland, bei all seiner Entwicklungshilfe und Unterstützung für die US-Streitkräfte, geht jedoch einen Schritt weiter. Es werden nach internationalen Standards junge Bürger Afghanistans hier zu ehrbaren Edelsteinschleiferen ausgebildet. Ein Wink der Hoffnung - für Wirtschaft und Menschen in einem krisenzerrütteteten Land.
