Es ist Frühling und damit Beginn der Festivalsaison. Ein ganz besonderes Highlight - nicht nur für ausgewiesene Afrikainteressierte - findet wie jedes Jahr am ersten Juniwochenende im fränkischen Würzburg statt. Zum „Internationalen Afro Music Festival“, besser bekannt als „Africa Festival Würzburg“, pilgern seit 23 Jahren tausende Liebhaber afrikanischer Musik und Kultur zum Festivalgelände auf den Talavera-Mainwiesen, um sich für ein Wochenende oder auch nur für einen Tag in die faszinierende Welt Afrikas entführen zu lassen. Ein Event, der unbedingt zu empfehlen ist.

Zur Geschichte des Africa Festivals in Würzburg

Das Africa Festival in Würzburg ist das größte seiner Art in ganz Europa. Seit der Entstehung des Events im Jahr 1989 haben sich in ganz Deutschland zahlreiche Ableger der Idee entwickelt, afrikanische Musik und Kultur in Form eines Festivals in unsere Breiten zu bringen, doch Original bleibt Original. Ins Leben gerufen wurde das Würzburger Africa Festival vom dort ansässigen Verein Afro-Projekt e.V. Die Besucherzahlen stiegen von Jahr zu Jahr in die Höhe. Mehr als 1,7 Millionen Menschen haben sich seit 1989 bereits auf den Würzburger Mainwiesen von der Faszination Afrikas verzaubern lassen.

Seit 2007 steht jedes Africa Festival unter einem speziellen Motto, das in Diskussionsrunden, Infoveranstaltungen, Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen ausführlich behandelt wird. Das Motto des diesjährigen Africa Festivals wird sein: „Africa meets Karibik“. Mit der Verschleppung hunderttausender Afrikaner als Sklavenarbeiter auf die Karibischen Inseln entstanden zahlreiche Musikstile wie zum Beispiel der Calypso oder der Rumba, die besonders im Abendprogramm des diesjährigen Festivals eine große Rolle spielen werden.

Die musikalischen Highlights 2011

Eine der Besonderheiten des Africa Festivals in Würzburg ist, dass dort wirklich jeder voll auf seine Kosten kommt, egal wie groß der Geldbeutel ist. Je nach Wunsch oder Möglichkeit kann man tagsüber den Bands auf der offenen Bühne des Festivalgeländes lauschen, oder abends eine etwas teurere Karte für einen der bekannteren Acts des Abendprogramms im Festzelt erwerben.

Am Donnerstag, den 2. Mai, spielt dort Julian Marley sein zweites Konzert auf dem Africa Festival. Für alle Reggae- und Roots-Reggaefans ein absolutes Muss. Vergangenes Jahr war der Sohn des wohl bekanntesten aller Reggaestars sogar für einen Grammy für das beste Album in dieser Musikrichtung nominiert worden.

Die „Goldene Stimme des Kongo“, Papa Wemba höchstpersönlich, gibt sich am Freitagabend die Ehre. Die westafrikanische Musikikone ist ebenfalls nicht zum ersten Mal Gast auf dem Africa Festival in Würzburg. Auch sein Auftritt wird von vielen Kennern und Liebhabern der afrikanischen Musik mit großer Begeisterung erwartet.

Aber auch die offene Bühne des Nachmittagprogramms des 23. Africa Festivals in Würzburg spart nicht mit bekannten Namen. Neben der R&B-Sängerin Jaqee aus Uganda, die am Sonntag auftreten wird, gibt der in Köln geborene Dominik Haas alias Jahcoustix sich am Samstag die Ehre. Wer seine Konzerte kennt weiß, er wird die Bühne rocken.

Weitere Programmpunkte

Die Musik ist sicher ein zentraler Aspekt des Africa Festivals in Würzburg, das Angebot reicht jedoch weit darüber hinaus. Auch das Rahmenprogramm kann sich durchaus sehen lassen. Ein großer Teil des Festivalgeländes verwandelt sich tagsüber in einen riesigen afrikanischen Basar. Hier findet man alles, von Kleidern, Kunsthandwerk, Musikinstrumenten und Schmuck über CDs afrikanischer Musiker und diverse nützliche Alltagsgegenstände aus Afrika.

Auch die kulinarische Seite des Africa Festivals lässt keine Wünsche offen. Zahlreiche Stände auf dem Festivalgelände verwöhnen die Gaumen der Gäste mit exotischen Gerichten wie Kochbananenpüree und Erdnusssoße, aber auch in Deutschland bekannten Leckereien wie Falafel, Schawarma und Co.

Für die Partypeople gibt es abends ein umfassendes DJ-Programm im Havanna Club, direkt neben der offenen Bühne. Wer Salsa und Merengue liebt, ist hier am richtigen Ort. Für Reggaefans steht abends das Restaurationszelt offen. Hier wird der jamaikanische DJ Hi John Shafarai allabendlich eine Party schmeißen, die seine Partygäste nicht so schnell vergessen werden.

Aber damit nicht genug. Auch am Nachmittag hat das Africa Festival Highlights für Jung und Alt zu bieten. Ob Kinderprogramm, Ausstellungen oder Informationsveranstaltungen über aktuelle politische Themen in und um Afrika, die Mainwiesen in Würzburg sind vom 2.-5. Juni 2011 definitiv einen Besuch wert.