Afroamerikanische Rhythmen mit Heiligenverehrungen im Tango

Tangounterricht Hotel Piccaddilly in Bournemouth - Linda Joyce
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Im Tango sind kulturelle Elemente der Mazurka, der Polka und dem Walzer enthalten. Milonga, Tango und Tango Vals leben durch Improvisation und vom Gefühl.

Wo die eigentlichen Urspünge vom Tango Argentino liegen, ist nicht eindeutig geklärt. Tatsache ist, dass sich der als Musikstück gemeinte Tango aus zahlreichen musikalischen Elementen unterschiedlichster Kulturen zusammensetzt. Gleichermaßen haben sich beim Tango Tanz die kulturellen Einflüsse der jeweiligen Region, wo er hingelangte mit seiner Ursprungsform vermischt, so dass heute zahlreiche Varianten existieren, die keinem festen Grundschritt folgen.

Tango reist von Kuba über Europa nach Argentinien

Um 1850 begann der Tango seine Rundreise. In Form der Habanera, auch Tango Americano genannt, gelangte er von Kuba nach Spanien. Hier gewann er unter anderm in der Oper Carmen von Georges Bizet an Popularität. Über Paris kam er schließlich nach Rio de la Plata, in Argentinien.

Seine Musikstücke und die Choreografien waren um 1870 auf Straßenfesten und Umzügen um die Weihnachtszeit und zum Karneval anzutreffen. Hier soll es jedoch zu regelmäßigen Schlägereien gekommen sein, die zum Verbot des Tangos in der Öffentlichkeit führten. Auf diese Art und Weise gelangte kam es zur Gründung von Tanzhallen, in denen sich der Tango Argentino herauskristallisierte. 2009 wurde der Tango von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt.

Elemente der Mazurka, Polka und Walzer im Tango enthalten

Seine ursprünglichen und wesentlichsten Einflüsse stammen aus afroamerikanischen Rhythmen, die kultischen Heiligenverehrungen entstammen.

In Mitteleuropa wurde er mit den Kulturen der jeweiligen Regionen versetzt, in denen er getanzt wurde. So finden sich Passagen der polnischen Mazurka, der böhmischen Polka und auch die Drehungen des deutschen Walzers in ihm wider. Aus dem ersten städtischen Tanz, dem Brasilianischen Tango entwickelte sich die Milonga, die sich durch leichte fröhliche Musikstücke und einen kontinuierlichen, jedoch schnelleren Musikfluss auszeichnet. Die Milonga, hat sich in zwei wesentliche Hauptstile entwickelt. Milonga Lisa wird in ausladenden Schritten, den Takten entsprechen und den Raum ausfüllend, getanzt. Die Milonga Traspie hingegen wird auf kleinem Raum mit verdoppeltem Schritt getanzt.

Dem aus der Milonga entstandenen ernsthaften Tango bleibt diese Leichtigkeit versagt.

Der Takt unterscheidet Tango, Milonga und Tango Vals

Der Mittelpunkt des Tangos liegt heute in Buenos Aires, in Argentinien, und auch in Montevideo, in Uruguay.

Grob kann der Tango in drei Hauptklassen gegliedert werden, die sich im Rhytmus unterscheiden. Der normale Tango wird im 4/4 Takt musiziert, die Milonga im 2/4 Takt und der Tango Vals im 3/4 Takt. Neben diesen Hauptzweigen gibt es weitere Arten, mit unterschiedlichen Einflüssen, wie dem Candombe und Canyengue.

Die ersten Tangos waren im 2/4 Takt, wie die Milonga komponiert. Erst in den zwanziger Jahren setzte sich der 4/4 Takt durch. n den 60er Jahren tauchte aus der Dominikanischen Republik die Tangoform des Bachata auf, der den lateinamerikanischen Stilen sehr verwandt ist.

Bandoneon fester Bestandteil im Orchester für Tango

Das Tango-Orchester besteht aus Piano, Kontrabass, zwei Violinen und zwei Bandoneons. Diese gelangten von Deutschland in die Hafenbars von Argentinien, um den Argentinischen Tango als unverzichtbares Instrument zu begleiteten. Auch in den sich später entwickelten Formen blieb das Bandonium bis in die späteren Formen, wie dem Tango Nuevo und dem Electrotango als fester Bestandteil der Instrumentalisierung. In Südamerika wird diese deutsche Erfindung noch immer hoch geschätzt. Die Argentinier bevorzugen das Bandonion der Rheinischen Lage, wegen seiner ausgedehnten Spannbreite des Klangs mit 142 Tasten. Mängel, die fremdartige Luftgeräusche oder das Klappern der Tasten hervorriefen, integrierten die argentinischen Musiker gekonnt in ihr Musikstück ein.

Darüber hinaus entwickelten sich zahlreiche verschiedene Instrumentierungen, deren Orchester in den vierziger Jahren bis zu 30 Musiker ausmachen konnte.

Tango lebt von Improvisation und Ausdrucksstärke der Tänzer

Der Argentinische Tango entwickelte sich auch innerhalb von Argentinien je nach Region unterschiedlich. Die Art der Gesellschaft, die ihn tanzte, die Mode, mit der sich die Tänzer und Musiker kleideten, beeinflussten die Erscheinung des Tanzes gleichermaßen.

Typisch für den argentinischen Tango ist der Tanz mit Umarmung, die zwischen sehr offen oder eng verbunden facettenreich variieren kann. Insbesondere der Tango Nuevo lässt nahezu jeden Spielraum für die Choreografie. Die individuelle Tanzform erhält seine Prägung vom Lauf des Paares zur Musik. Von guten Tänzern wird gesprochen, wenn es ihnen gelingt, die Musik sichtbar zu machen. Es erfolgt eine Aneinanderreihung von grazilen Bewegungen, bei denen Knöchel und Knie in einer Linie verlaufen, während sich die Beine kreuzen und die Füße galant über den Boden gleiten. Angereichert werden die traditionellen Schrittfolgen, die keinem Grundschritt entsprechen, mit Improvisationen. Im Uhrzeigersinn folgt der Dialog der Bewegung zwischen dem Paar, der den Tango in lebendige Aktion versetzt.

Christine Rödel, Christine Rödel

Christine Rödel - Ich bin in Thüringen geboren und aufgewachsen. Mitte der achtziger Jahre genügte der sich immer mehr verengende Radius nicht ...

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