
- Große Agave auf einem Balkon - Heidi Fülle
Seit einigen Jahrzehnten erfreuen sich kleinwüchsige Agavenarten als Zimmerpflanzen großer Beliebtheit. Ganz oben auf der Liste stehen Palmlilien, Yucca elephantipes.
Herkunft und Allgemeines
Die Palmlilie (Yucca elephantipes) gehört zur Familie der Agavengewächse (Agavaceae) und wird im Volksmund fälschlicherweise oft als Yucca-Palme bezeichnet. Die Heimat der Agaven und Palmlilien ist Nord- und Mittelamerika. Sie dienen der Gewinnung von Sisal. In Mexiko benutzt man Agaven zur Herstellung von Pulque. Pulque ist ein alkoholisches mexikanisches Nationalgetränk, das aus fermentiertem Saft verschiedener Agaven hergestellt wird.
Agaven und Yucca verfügen an den Blattspitzen über scharfe und stechende Enddornen. Die Pflanze als solches ist das Schmuckstück, Blütenstände werden erst unmittelbar vor dem Tod der Mutterpflanze ausgetrieben. Wer in Mexiko oder im Mittelmeerraum Urlaub gemacht hat, sah sicherlich an einigen Stellen stattliche Agaven mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern. Die Blütenstände wachsen sehr hoch und können durchaus eine Höhe von etwa vier bis acht Metern erreichen, je nach Agavenart.
Nur sehr wenige Agavenarten eignen sich zur Pflege und Haltung in Zimmern, die meisten Arten stehen im Freien. Zur Haltung in Zimmern ist es wichtig, dass die Agavenart von kleinem Wuchs ist und in magerer, sandiger Lehmerde gehalten wird. Kleinwüchsige Agaven sind z.B. die Agave victoriae-reginae, deren Blätter nur zehn bis 15 Zentimeter lang und dunkelgrün mit weißer Streifenzeichnung sind. Sie gilt als die schönste Agave, wurde sie doch nach der englischen Königin Victoria benannt. Im Winter darf sie nicht unter zehn Grad stehen. Eine weitere Art ist die Agave parviflora. Sie hat etwa zehn Zentimeter lange und nur einen Zentimeter breite Blätter, ebenfalls mit heller Streifenzeichnung und weißfädigem Schmuck an den Blattenden.
Die Palmlilie (Yucca) im ursprünglichen Sinn ist als Zimmerpflanze zu groß. Als Jungpflanze ist sie jedoch längere Zeit für die Zimmerhaltung geeignet. Im Alter bildet die Yucca einen baumartigen, holzigen Stamm, obenauf der Blattschopf – ähnlich wie bei einer Palme. Aus diesem Grunde kam es im Volksmund wohl zu dem Ausdruck Yucca-Palme. Bei der Zimmer-Yucca handelt sich um Stammstücke der Riesenpalmlilie Yucca elephantipes, der Schwester der stammlosen Gartenyucca. Die Pflanzen sind äußerst robust, kommen längere Zeit ohne Wasser aus, vertragen Sonne, Schatten, feuchte und trockene Luft. Sie dürfen nur nicht überwässert werden.
Standort, Temperatur und Pflege
Agaven mögen es im Sommer sonnig, möglichst an einem Fenster zur Südseite, während die Palmlilie es auch etwas schattiger haben kann. Agaven sollten im Winter eine Temperatur von unter zehn Grad haben, hier eignen sich eine kühle Veranda, ein Treppenhaus oder Keller als Winterquartier. Sie dürfen nicht gegossen werden. Palmlilien können bei Zimmertemperatur stehen und werden wie gewohnt behandelt. In der Sommersonne sind sie reichlich zu gießen, Agaven aber nicht düngen, da sie sonst schnell zu einer unhandlichen Größe heranwachsen.
Kultivierung
Agaven dürfen ausschließlich in Kakteenerde gehalten werden, während die Yucca gut in Blumenerde gedeiht.
Vermehrung
Bei älteren Pflanzen sprießen sichtbar Tochterpflanzen hervor, die dann getrennt werden können. Yucca kann man selbst nicht vermehren, die Stammstücke sind im Handel erhältlich.
