Agility für mehr Freizeitspaß mit dem Hund

Agility eignet sich gut für springfreudige Hunde - © Uschi Dreiucker / PIXELIO'
Agility eignet sich gut für springfreudige Hunde - © Uschi Dreiucker / PIXELIO'
Mit dem Hundesport Agility können Menschen ihren Vierbeiner artgerecht beschäftigten und als Team viel Freude haben. Eignet sich jeder Hund dafür?

Agil bezieht seine Wortherkunft aus dem Latein und verweist auf den Umstand, zur schnellen Bewegung fähig zu sein. Die inhaltliche Bedeutung umschreibt flink, wendig, beweglich oder geschickt. Daraus abgeleitet ist die Bezeichnung der Hundesportart Agility, welche auch genau diese Anforderungen an das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund stellt.

Der englische Ursprung von Agility

Als bekannte Entstehungsgeschichte dieser mittlerweile weltweit verbreiteten Hundesportart gilt die 1977 vom Entertaining-Komitee der Cruft`s Dog Show um John Valey durchgeführte Showeinlage. Man ließ Hunde mit ihren Führern zum Spaß wie bei einem Springturnier aus dem Pferdesport hundegerechte Hinderniselemente durchlaufen. Dieser ursprünglich nur der Pausenunterhaltung dienende Lauf löste beim Publikum Begeisterung aus.

Schon im Folgejahr traten zwei Teams gegeneinander an, wurden Regeln entwickelt und Leistungswettbewerbe durchgeführt. Diese Läufe machten Hunden und Hundehaltern so viel Spaß, dass die Begeisterung für diese Übungen Agility zum Selbstläufer machte. Schon wenige Jahre später entstanden Vereine, Pedigree Petfood förderte die neue Sportart als zahlungskräftiger Sponsor. Offiziell wurde Agility in Deutschland 1991 erstmalig bei der FCI-Welthundeausstellung präsentiert und fand seitdem landesweit viele Anhänger.

Agility fördert Teamarbeit zwischen Mensch und Hund

Die Hundesportart Agility verlangt von dem Team Mensch-Hund, eine abwechslungsreich aufgebaute Hindernisstrecke schnell und geschickt zu bewältigen. Teamarbeit ist das Kernstück, die Grundvoraussetzung für das partnerschaftliche Miteinander. Hunde bringen ihr Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und Spielfreude zum Ausdruck. Vom Hundehalter wird körperliche Fitness und geistige Beweglichkeit abverlangt.

Damit Mensch und Hund gemeinsam Hindernisse in einer bestimmten Art und Weise bewältigen können, ist gegenseitiges Vertrauen nötig. Das beständige Üben vertieft, festigt die Bindung und bringt dem alltäglichen Miteinander positive Impulse. Es gibt dem Hund sinnvolle Aufgaben, macht ihn ausgeglichen und befriedigt seinen Bewegungsdrang. Agility kommt den Bedürfnissen von Hunden nach einem Betätigungsfeld entgegen.

Die meisten Hunde eignen sich für Agility

Ein guter Gesundheitszustand beim Hund ist voraussetzend für aktiven Hundesport nötig. Es sind weniger die rassespezifischen Merkmale, die für die Eignung eine Rolle spielen. Entscheidend ist die gute Sozialisation des Hundes, sein Verhalten zur Umwelt und Verträglichkeit. Genetische Veranlagungen, Spieltrieb, Beute- und Meutetrieb bei Hunden werden von Agility genutzt.

Somit sollte sich der Hund gut mit Spielzeug, Futter, Lob und Aktion motivieren lassen. Mit dem Junghund gelingt der Einstieg am Besten, da der Spieltrieb bei ihm am Ausgeprägtesten vorhanden ist. Doch auch mit einem ausgewachsenen Hund kann man diesen Hundesport erlernen, wenn er auf seinen Menschen als Sozialpartner bezogen ist. Springfreudige Hunde eignen sich besonders gut. Arbeitshunderassen, Hütehunde, Jagdhunde und ihre Mischformen lassen sich für die Hindernisläufe schnell begeistern.

Konzept und Lernschritte von Agility

Viele Hundevereine, Hundeschulen und Clubs bieten Agility an. Ein erfahrener Trainer wird gemeinsam mit dem Hundehalter ein Lernkonzept individuell auf den Hund abgestimmt entwickeln. Alter, Entwicklung und Lernfähigkeit des Vierbeiners werden hierbei berücksichtigt. Wichtige Voraussetzung für das erfolgreiche Training ist ein angenehmes Arbeitsklima auf dem Übungsplatz.

Das gemeinsame Üben erfolgt in kleinen Lernschritten. Der Hund sollte den Hundesportplatz immer mit positiven Erlebnissen verknüpfen können, da Wohlbefinden ein wichtiges Motivationsmittel von Agility ist. Zunächst übt der Hundehalter mit seinem Hund die einzelnen Übungen, wie beispielsweise Wand, Laufsteg, Slalom, das Durchlaufen eines Tunnels, die Überwindung einer Wippe. Später werden die Elemente miteinander verknüpft und in einem zusammenhängenden Parcours gemeinsam gelaufen.

Agility zur Freude oder als Wettbewerb

In erster Linie dienen Agility-Übungen dazu, sich gemeinsam mit dem Hund sportlich zu bewegen. Man kann Agility als reine Freizeitbeschäftigung zum Spaß machen. Alternativ nehmen viele Teams an offiziellen Wettkämpfen teil, was jedoch die Trainerbetreuung und den Nachweis einer Begleithundeprüfung voraussetzt. Ein Agility-Trainer mit VDH-Sachkundenachweis fördert Hundehalter und Hund, um zu einem Team zusammen zu wachsen und Wettbewerbsreife zu erlangen.

Um eine gute Bewertung bei einem Wettkampf zu erhalten, sollte der Hund den Parcours innerhalb eine vorgegebenen Zeit frei laufend meistern. Fehlerhaft gelten Verweigerungen, Vorbeilaufen, das Nichtberühren von Kontaktzonen, das Abwerfen von Stangen oder auch die falsche Reihenfolge. Gewinner sind die Teams, welche in der eingehaltenen Standardzeit in den Klassen A-1, A-2 und A-3 die wenigsten Fehler machen. Bewertungen erfolgen nach einem Punktesystem. Die geringste Punkteanzahl kennzeichnet das beste Ergebnis.

Agility ist ein Hundesport, der ideale Möglichkeiten zu einer sinnvollen und erfüllenden Beschäftigung mit dem Hund bietet. Die Bausteine erfolgreichen Trainings sind Geduld und Lob, Motivation und Bestätigung. Eine Freizeitbeschäftigung, die für Zweibeiner und Vierbeiner gesund ist und viel Freude bringt.

Quelle: Hans-Günter Hertrich, Hundespaß Agility, 2003, Stuttgart, Franck-Kosmos Verlag, 62 Seiten, ISBN 3-440-08970-3

Astrid Treumann, Astrid Treumann

Astrid Treumann - 1967 in Berlin geboren, habe ich dort als berufliche Grundlage Kunst und Germanistik studiert (Hochschulabschluss 1991). Meine berufliche ...

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