Der Ahorn gilt als das Symbol Kanadas, schon an dem Ahornblatt auf der Nationalflagge ist dies deutlich zu erkennen. Aus dem Saft des Zuckerahorns (Sugar Maple) wird im Nordosten Amerikas seit Jahrhunderten der wertvolle Ahornsirup gewonnen. Indianer entdeckten, dass die Bäume im Frühjahr einen süßlichen Saft abgaben und fanden heraus, dass durch Erhitzen und Einkochen ein dicklicher, stark süßender Sirup entstand. Sie entwickelten und perfektionierten die Gewinnung und Verarbeitung des Ahornsaftes und gaben ihr Wissen an die weißen Einwanderer weiter. Der Ahornsirup gilt inzwischen längst als kanadische Spezialität und wird in die ganze Welt exportiert.
Ein rein natürliches Qualitätsprodukt
Der Saft beginnt in den Bäumen zu fließen, sobald die Tage wärmer werden, in den Nächten aber immer noch Frost herrscht. Der Sirup aus dem ersten Saft eines Jahres ist zunächst noch sehr hell und hat den typischen Ahorngeschmack. Schmilzt der letzte Schnee und die Tage werden wärmer und länger, wird der Sirup dunkler und erhält einen intensiveren Geschmack. Insgesamt gibt es fünf Geschmacks- bzw. Qualitätsstufen, welche sich in den USA leicht von den kanadischen unterscheiden:
Grade Canada (Grade USA, Farbe)
#1 extra light (AA ,sehr hell)
#1 light (A, hell)
#1 medium (B, mittel)
#2 amber (C, dunkel)
#3 dark (D, sehr dunkel)
Die kanadische Bezeichnung Grade Canada #1Extra Light ist die höchste Qualitätsstufe, die außerhalb Kanadas nur sehr schwer zu bekommen ist. Die fünfte und dunkelste Variante ist pur kaum genießbar und wird nur zur industriellen Weiterverarbeitung verwendet.
Wie aus Saft Sirup wird
Die Hauptproduktionsregion des Ahornsirups ist Quebec in Kanada, von dort kommen 80-90% der weltweiten Produktion. In den USA sind Vermont und Maine die Ahorn-Hochburgen.
Heute werden die Bäume systematisch angezapft, ihr Saft aufgefangen und durch Pipelines und Schläuche zu Sammelcontainern transportiert. Einige Hersteller sammeln den Saft auch noch ganz herkömmlich in Eimern. Tankwagen bringen den Saft dann direkt zu den zentralen Produktionsstätten, den sogenannten sugar houses, wo er lediglich eingekocht und anschließend gefiltert wird und somit ein rein natürliches Produkt bleibt. Durch die Einkochung wird der Zucker karamellisiert und gibt dem Sirup seine dunkle Farbe. Für einen Liter Sirup werden rund 40 Liter Saft benötigt. Die Erntezeit des Saftes beträgt nur etwa 3-6 Wochen im Frühjahr, meist zwischen Ende Februar und Mitte April. Ein Ahornbaum produziert ungefähr 70 bis 100 Jahre lang Saft, allerdings erst ab einem Alter von ca. 40 Jahren.
Reich an wertvollen Inhaltsstoffen
Traditionell wird Ahornsirup in Kanada und den USA vor allem zu Pancakes, French Toast, Waffeln oder Eis serviert, doch das süße Gold ist auch hervorragend zur Verfeinerung von Soßen, Suppen oder Salatdressings geeignet. Das Karamellisieren von Braten oder Gemüse mit Ahornsirup ist ebenfalls sehr beliebt, genau wie die Verwendung beim Kuchen- und Plätzchenbacken. Er stellt eine wertvolle Alternative zu normalem Zucker oder auch Honig dar, da er weniger Kalorien enthält und trotzdem sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. So ist zum Beispiel sein Calciumgehalt höher als der von Milch, er enthält mehr Kalium als Bananen, außerdem Magnesium, Phosphor und Eisen sowie alle Vitamine. Eine echte Bereicherung für die gesundheitsbewusste Küche.
