HIV und AIDS

Wie AIDS entsteht: Von der Infektion bis zur Erkrankung

Die Entstehungsgeschichte einer erworbenen Immunschwäche - vom HI-Virus bis zur AIDS-Erkrankung.

Mit dem Bekanntwerden von AIDS Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind bis heute weltweit rund 33 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland leben heute nach einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 63.500 Menschen mit einer HIV- oder AIDS-Erkrankung. Von ihnen haben sich rund 3.000 in den vergangenen zwölf Monaten infiziert. Bei etwa 1.100 Infizierten haben sich im Jahr 2008 die HI-Viren so stark vermehrt, dass sie an AIDS erkrankt sind. Etwa 650 Menschen mit einer HIV-Infektion verstarben bereits in diesem Jahr.

HI-Virus: Das menschliche Immundefekt-Virus

Doch was ist HIV und was AIDS? Wie sind beide miteinander verbunden? HI-Virus steht abgekürzt für Human Immunodefenciency Virus. Übersetzt bedeutet dies „menschliches Immundefekt-Virus". Es handelt sich dabei um ein Retrovirus aus der Familie der Lentiviren. Man unterscheidet hier zwei verschiedene Typen: HIV-1 und HIV-2, wobei der letztere Typus von geringer Bedeutung ist. HIV-1 allerdings hat verschiedene Untertypen, die unterschiedlich verbreitet sind: Subtyp C tritt vorwiegend im westlichen Afrika auf, während in Europa und Nordamerika eher Subtyp B vertreten ist. Das HI-Virus ist der Erreger von AIDS, des Aquired Immunodeficiency Syndrome, einem erworbenen Immundefekt. AIDS ist die Krankheit.

Das HI-Virus schädigt das Immunsystem, die Körperabwehr, indem es bestimmte Zellen, die T-Helfer-Zellen, befällt und sich in ihnen vermehrt. Der Körper bildet sogenannte Antikörper (Abwehrstoffe gegen das Virus) als Reaktion darauf. Das tückische daran ist allerdings, dass das Virus durch die Antikörper nicht vernichtet, sondern vermehrt wird. Es kommt zu einer Schwächung des Immunsystems.

HI-Virus verschmilzt im Kern: Es entsteht eine neue DNA

Das HI-Virus hat eine Größe von etwa 100nm. Umhüllt von einer Eiweißmembran trägt das Virus seine RNA (Erbgut) im Inneren, im Kern. Bei einer Infektion setzt sich das Virus auf die Zielzellen, die T-Helfer-Zellen, wo die Moleküle durch Rezeptoren miteinander verschmelzen. Auf diesem Wege gelangen die Erbinformationen des Virus in die Zelle des Menschen, von wo aus sie sich in die DNA (Desoxyribonukleinsäure) durch RNA (Ribonukleinsäure) umbauen. Es entsteht eine neue DNA. Durch den Einbau des neu entstandenen DNA-Stranges wird die Zelle dauerhaft geschädigt und infiziert. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto geringer ist auch die Anzahl der T-Helfer-Zellen im Körper und um so geschwächter wird dieser. Das hat zur Folge, dass HIV-Infizierte häufig und schwer an sogenannten opportunistischen Infektionen erkranken.

Krebs ist eine opportunistische Erkrankung bei HIV und AIDS

Zu den opportunistischen Erkrankungen gehört unter anderem eine durch Bakterien verursachte Tuberkulose (TB) oder Lungenentzündung, durch Parasiten ausgelöste Toxoplasmose oder auch Krebs, Kaposi-Syndrom und Gebärmutterhalskrebs.

HIV-Infektionen verlaufen von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So können schwere Krankheitssymptome bereits in sehr frühen Krankheitsstadien ausbrechen, ebenso ist es möglich, dass keinerlei Symptome eines Immundefektes sichtbar werden.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Nicole Kuchenbecker, Nicole Kuchenbecker

Nicole Kuchenbecker - Nicole Kuchenbecker arbeitet seit mehr als 15 Jahren in den Bereichen Journalismus und Public Relations. Journalistisch arbeitet sie ...

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