Aixtron: Ein Portrait des Unternehmens

Aixtron Produktion und Hauptsitz in Aachen - Aixtron SE
Aixtron Produktion und Hauptsitz in Aachen - Aixtron SE
Zur Herstellung von LEDs braucht es spezielle Anlagen, auch Depositionsanlagen genannt. Weltmarktführer in diesem Segment ist Aixtron aus Aachen.

Da in China die Herstellung von LEDs staatlich subventioniert werden, stieg die Nachfrage nach Depositionsanlagen in den vergangenen Jahren rapide an. Und so steht Aixtron in China hoch im Kurs.

Aixtron stellt Depositionsanlagen her und projektiert diese. Ursprünglich stammten die Kunden des Aachener Unternehmens insbesondere aus der Halbleiterindustrie. Mittlerweile hängt man bei Aixtron immer mehr von der LED-Branche ab. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt es eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor-Technologie von Philips. Im Jahr 1997 folgte dann der Börsengang von Aixtron. Mit Aixtron-Maschinen lassen sich Bauteile herstellen die in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt werden. Auch in der Solarbranche können Halbleiter genutzt werden, die auf Aixtron-Anlagen produziert wurden.

Zahlen von Aixtron

Nach eigenen Angaben konzentriert man sich bei Aixtron auf drei Produktbereiche: Verbindungs-, Silizium- und organische Halbleitermaterialien. Und damit ist man zwangläufig in vielen Technologiemärkten beheimatet. Die LED-Branche trägt dabei mit großem Abstand am meisten zum Umsatz von Aixtron bei. Im vergangenen Geschäftsjahr (2010) waren es 93 Prozent. In der Produktion von Displays machte man vier Prozent des Unternehmensumsatzes. Die Zielbranche Telekom / Datacom trug mit zwei Prozent zum Umsatz bei und in der Silizium-verarbeitenden Branche machte Aixtron letztlich nur ein Prozent des Unternehmensumsatzes.

Bei der Produktion von LED-Produktionsanlagen sieht man sich bei Aixtron selbst als Weltmarktführer und hat den Marktanteil mit 72 Prozent angegeben. Damit profitieren die Aachener unmittelbar von den chinesischen LED-Subventionen. Allerdings haben andere Branchen in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass Unternehmen, die direkt oder indirekt von Subventionen abhängen, ins Schlingern geraten, wenn die Subventionen eines Tages nicht mehr gezahlt werden. Die Chip-Industrie und auch die Solarbranche kann hiervon ein Liedchen singen.

Aixtron an der Börse

Was in diesem Kontext allerdings für Aixtron spricht: Das Unternehmen hat sein Wachstum nicht durch Kredite finanziert. Kurzfristige Verbindlichkeiten können auch kurzfristig bedient werden und die langfristigen Verbindlichkeiten wurden erst im Geschäftsjahr 2010 noch halbiert.

Die Aktien von Aixtron werden an der Börse unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A0WMPJ gehandelt. Zum gegenwärtigen Kurs von knapp 16 Euro ergibt sich für das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 1,59 Milliarden Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2011 wird mit 7,73 angegeben. Analysten von Morgan Stanley sagten jüngst (Ende August 2011), dass in Asien bereits Überkapazitäten an Anlagen zur LED-Produktion herrschen. Zudem bieten Wettbewerber ihre Anlagen zu Kampfpreisen an. Das dürfte langfristig die Wachstumsaussichten von Aixtron belasten.

Eric Wilde, Eric Wilde

Eric Wilde - Im "echten Leben" bin ich Familienvater, Kleinstadtbewohner, Kommunikations-Berater, Volkswirt, Westfale. Bei Suite 101.de bringe ich ...

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