
- Blutabnahme für einen HIV-Antikörpertest - Fotograf Rainer Sturm by pixelio.de
Erstmals 1988 rief die WHO den Welt-AIDS-Tag zum 1. Dezember aus. Dieser Gedenktag erinnert die Öffentlichkeit an die weltweite Präsenz von AIDS. Der Verein AIDS-Aufklärung e.V. aus Frankfurt am Main erlebt in der täglichen Beratungspraxis immer wieder, welche Unsicherheiten und Informationslücken zu AIDS in der Bevölkerung vorhanden sind. Deshalb nutzt der Verein die Woche um den Gedenktag aktiv für mehr öffentliche Aufmerksamkeit.
Die HIV-Testaktion bis zum 02.12.2011 in Frankfurt
In den Räumen der Großen Seestraße 31 des Frankfurter Vereins werden anonyme HIV-Antikörpertests angeboten. Regulär kostet der Test dort 25 Euro pro Person. Interessierte bezahlen bis zum 2.12.2011 jedoch nur 15 Euro. Für den Test kann sich telefonisch unter 069-762933 angemeldet werden. Er wird von ehrenamtlich tätigen Ärzten des Vereins durchgeführt. Für den Termin benötigen Interessierte etwa eine halbe Stunde Zeit. Nach der Blutabnahme dauert es 15 Minuten, bis das Testergebnis vorliegt. Es wird im ärztlichen Beratungsgespräch persönlich mitgeteilt. Bei Bedarf ist auch ein namentliches Attest zum Ergebnis möglich.
Der HIV-Test gehört zu den reaktiven Verfahren, der die körperliche Reaktion auf HI-Viren etwa 3 Monate nach einer Ansteckung nachweisen kann. Ist das Testergebnis nicht-reaktiv, wurden keine Antikörper im Blut gefunden. Bei einem reaktiven Ergebnis besteht ein Verdacht. Da es sich um hochempfindliche Verfahren handelt, können im ersten Test auch Reaktionen auf andere Antikörper vorhanden sein. Deshalb wird in solch einem Fall immer ein zweiter Test durchgeführt. Erst mit dem Bestätigungstest kann zweifelsfrei überprüft werden, ob eine HIV- Infektion vorliegt.
Wichtige Gründe für einen HIV-Test
Die Beweggründe jedes Einzelnen für einen HIV-Test können unterschiedlich sein. Hat jemand jedoch grundsätzlich den Verdacht, einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt gewesen zu sein, ist ein Test nach etwa 3 Monaten wichtig und sinnvoll. Auch bei Sexualkontakten ohne Kondom macht ein Test vorab Sinn. Weiterhin ist ein HIV-Test bei Kinderwünschen zu empfehlen. Einige möchten auch durch das namentliche Attest verlässlich versichern, dass von ihrer Seite kein Ansteckungsrisiko besteht.
Trotz intensiver Forschung konnte noch kein Medikament oder Impfstoff entwickelt werden, der den AIDS-Virus komplett aus dem Körper entfernt oder die Vermehrung völlig verhindert. Eine Infektion mit dem Virus ist behandelbar, jedoch derzeit nicht heilbar. Obwohl es bereits deutliche Behandlungsfortschritte gibt, sollte dies nicht über die immer noch bestehende Unheilbarkeit hinweg täuschen. Infizierte Menschen sind durch neue Medikamente lange Zeit in der Lage zu überleben. Doch sie erleiden auch starke Einschränkungen durch pharmazeutische Nebenwirkungen.
Je besser der Einzelne über AIDS informiert ist, um so wirksamer lässt sich die Ansteckung vermeiden. Besteht nur ein Restzweifel, ob man nicht doch einer Ansteckungssituation ausgesetzt gewesen sein könnte, ist ein Test vor neuen Sexualkontakten angeraten. Nicht nur für das eigene Sicherheitsbedürfnis, sondern auch um andere vor möglicher Infektion zu schützen.
Verdrängung hilft nicht gegen AIDS
Bei vielen Menschen bestehen immer noch Unsicherheiten darüber, wie der HI-Virus übertragen wird. Risiken einer Ansteckung bestehen, wenn Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Muttermilch mit offenen Hautverletzungen oder Schleimhäuten in Kontakt kommt. Eine Infektion durch Speichel, Schweiß, Urin oder Tränen ist unwahrscheinlich. Die Infektionskrankheit AIDS ist lebensgefährlich, da sie schrittweise die Immunabwehr des Körpers zerstört. Die Fähigkeit der körpereigene Abwehr von Krankheiten wird zunehmend geschwächt. Nach einer Ansteckung können in den ersten Wochen Symptome auftreten, die einer Grippe ähneln. Anschließend bemerkt der Betroffene jedoch oft jahrelang keine deutlichen Anzeichen, da die Abbauprozesse zunächst unbemerkt im Körper verlaufen. Erst nach durchschnittlich 8 - 10 Jahren ist die Immunabwehr von HIV-Infizierten merklich verringert. Dann wird AIDS in Vorstadien sichtbar. Dazu gehören etwa chronische Lymphknotenschwellungen, Fieber, Durchfälle, deutliche Gewichtsabnahme oder auch Persönlichkeitsveränderungen. Ist AIDS voll ausgeprägt, enden schon für gesunde Menschen eher harmlose Infektionskrankheiten bei Erkrankten nicht selten tödlich.
Da sich Infizierte noch jahrelang weitgehend gesund fühlen und auch äußerlich nicht als erkrankt erkennbar sind, bleiben zeitnahe HIV-Tests immer sinnvoll und richtig. Sexuell aktive HIV-Infizierte mit wechselnden Kontakten können in einem knappen Jahrzehnt eine große Anzahl weiterer Infektionen verursachen. Nur umfangreiche Aufklärung über AIDS hilft die Verbreitung der Infektion zu verhindern. Es ist für jeden wichtig, Fakten zu kennen. In Deutschland leben derzeit etwa 87.000 HIV-Infizierte. Die erfasste Gesamtzahl der Todesfälle in Deutschland durch AIDS wird mit 28.000 Menschen angegeben. Weltweit sind etwa 33 Millionen Menschen infiziert. Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten bedeuten keine Heilung. Die Gefahr von AIDS beim Sex zu ignorieren, verhindert die Ansteckung nicht. AIDS muss in der öffentlichen Wahrnehmung präsent bleiben, auch wenn das Medieninteresse schwankt. Der jährliche Gedenktag am 1. Dezember hilft gegen Verdrängung und Vergessen von AIDS.
Literaturquelle: Homepage aidsaufklärung.de des Vereins AIDS-AUFKLÄRUNG e.V., Große Seestr. 31, 60486 Frankfurt-Bockenheim
Bildquelle: Fotograf Rainer Sturm by pixelio.de, Foto Blutabnahme 1
