
- Grippeimpfung - Sabine Peter
Es naht die neue Influenzasaison. Nachdem sich vorletztes Jahr große Verunsicherung in der Bevölkerung breit gemacht hatte, ob und wie am besten gegen die sogenannte „Schweinegrippe“ zu impfen sei, hat sich die Lage seitdem verändert. Da das Grippevirus A(H1N1), welches als „Schweinegrippevirus“ vorletztes Jahr die Influenza-Pandemie ausgelöst hat, nun gut bekannt ist, konnte in diesem und wie auch schon im vergangenen Jahr dieser Virustyp in die saisonale Produktion des aktuellen Impfstoffes integriert werden. Was das für die diesjährige Grippe-Schutzimpfung 2011/2012 bedeutet, soll nachfolgend geklärt werden.
Wovor schützt die aktuelle Grippeimpfung?
Der sogenannte trivalente Influenzaimpfstoff schützt sowohl vor den herkömmlichen Influenzaviren als auch vor der „Schweinegrippe“, da der Impfwirkstoff neben den Komponenten des Schweinegrippenvirus A(H1N1) auch Bestandteile anderer herkömmlicher Grippevirustypen (A(H3N2) und Influenza B-Virustyp) enthält. Weil zu erwarten ist, dass das Virus A (H1N1) auch in der kommenden Saison zirkulieren wird, ist die Entwicklung dieses Kombinations-Impfstoff durchaus sinnvoll. Für die Grippeimpfung der kommenden Influenzasaison 2011/2012 bedeutet das, dass man sich- genau wie in der vergangenen Influenzasaison nun nicht mehr zwei voneinander getrennten Impfungen unterziehen muss, sondern dass eine einzige Grippeimpfung ausreicht, um einen ausreichenden Schutz gegen drei unterschiedliche Grippevirustypen, inklusive „Schweinegrippe“, zu erhalten. Eine Impfung sollte in den nächsten Wochen erfolgen, da es 2-3 Wochen dauert, bis ein voller Impfschutz aufgebaut werden kann.
Handelt es sich um die gleichen Impfstoffe wie im vergangenen Jahr?
Bei dem neuen Impfstoff handelt es sich wieder um einen verträglichen Totimpfstoff, der auch während einer Schwangerschaft geimpft werden kann, was von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfohlen wird. Während der „Schweinegrippeimpfstoff“ aus dem Jahre 2009/2010 noch künstliche Wirkstoffverstärker, sogenannte „Adjuvantien“ enthielt, wurde bei dem diesjährigen kombinierten Impfstoff wieder überwiegend auf einen solchen Verstärker verzichtet. Bestimmte Adjuvantien wie beispielsweise „Squalen“ standen vorletztes Jahr in dem Verdacht, in seltenen Fällen Komplikationen und Nebenwirkungen wie zum Beispiel systemische Autoimmunreaktionen oder das Guillan-Baree-Syndrom, eine gravierende neurologische Erkrankung, ausgelöst zu haben.
Der Impfstoff aus dieser Saison 2011/2012 hat die gleiche Antigenzusammensetzung wie im vergangenen Jahr. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt aber trotzdem eine erneute Impfung für alle Zielgruppen (siehe weiter unten) , da der Impfschutz aus dem letzten Jahr bereits erloschen sein kann.
Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
Den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sollten sich alle Menschen über 60 Jahre, alle Menschen, die an einer Grunderkrankung wie z.B. Herz- und Kreislauferkrankung, Leber- und Nierenerkrankung, chronischer Atemwegserkrankung und Stoffwechselkrankheit wie Diabetes leiden, impfen lassen. Außerdem wird eine Impfung für Personen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen. Hierzu gehören HIV-Infektionen und Tumorerkrankungen, aber auch Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem aufgrund einer Chemotherapie oder Cortisonbehandlung haben. Auch der Personenkreis, der berufsbedingt häufigen Kontakt zu anderen ungeimpften Menschen hat, wie beispielsweise medizinisches Personal, Lehrer, Erzieherinnen im Kindergarten, Busfahrer etc., sollte sich impfen lassen. Bei diesen Menschen besteht eine erhöhte Gefährdung, selbst zu erkranken, aber auch andere Personen zu infizieren. Außerdem sollten alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen, die direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben, geimpft werden.
Grippeimpfung auch für Schwangere?
Auch in diesem Jahr gilt die Impfempfehlung des Robert-Koch-Instituts auch für Schwangere. Untersuchungen der letzten Influenzasaison haben ergeben, dass an Grippe erkrankte schwangere Frauen ein ungleich größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und/oder Komplikationen haben. Hervorgerufen wird dieses Risiko durch eine veränderte immunologische Lage während der Schwangerschaft, die dazu führt, dass die Abwehr von Schwangeren gegenüber viralen Erregern geschwächt ist. Empfohlen wird die Impfung auch deswegen, weil das Kind während der Schwangerschaft von der geimpften Mutter Antikörper gegen Grippeviren übernehmen kann, die es in den ersten Monaten nach der Geburt vor einer Influenzainfektion schützen. Aufgrunddessen sollten sich schwangere Frauen ohne Grunderkrankungen im zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen, Schwangere mit Grunderkrankungen hingegen sollten unabhängig von ihrem Schwangerschaftsstadium geimpft werden.
Bei Unsicherheiten zu Impffragen im Allgemeinen ist es ratsam, sich von seinem Arzt beraten zu lassen
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat -zum Beispiel durch einen Arzt- nicht ersetzen kann.
