Albrecht Dürer - ein begnadeter Maler und Visionist seiner Zeit

Albrecht Dürer - Der Greis - curry123
Albrecht Dürer - Der Greis - curry123
Das Vermächtnis Albrecht Dürers besteht in erster Linie darin, dass er das Kunsthandwerk zum Künstlertum adelte. Als Visionär war er wegweisend.

Wer kennt sie nicht, seine berühmten Werke, die schon für Kinder faszinierend sind und ihnen so die Malerei näher bringen. Fast alle kennen seine berühmten Kunstwerke. Da ist sicher nicht nur der weltberühmte "Hase" oder auch seine verschiedenen Selbstbildnisse, die „Mutter“ oder „Adam und Eva“ zu nennen. Seine „betende Hände“ berühren heute noch manchen Trauernden.

Albrecht Dürers Kupferstich Melencolia, bei dem er seine mathematischen Fähigkeiten auf dieses bildende Werk angewandt hat, ist ein treffliches Beispiel für seinen überragenden Intellekt und seine allumfassende Begabung. Nach ihm wurden Straßen, Wege, Schulen und auch Gesellschaften benannt, sogar der Bleistift-Hersteller Faber-Castell nennt seine Zeichenstifte nach Albrecht Dürer.

Die ersten Jahre Albrecht Dürers – Jahre des Lernens

Albrecht Dürer der Ältere, der Vater des später weltbekannten Malers, wanderte aus Ungarn nach Oberfranken ein. Der talentierte Handwerker kam in das Nürnberg, dass man zu heutiger Zeit vielleicht technologisch-geistiges Zentrum nennen würde. Nürnberg zog im 15 Jahrhundert viele begabte Kunsthandwerker, Mechaniker und Gewerbetreibende an. Dort entstanden die ersten Papiermühlen, Drahtziehereien und feinmechanische Arbeiten. Der Uhrmacher Peter Henlein fertigte in Nürnberg 1500 seine erste Taschenuhr.

Im Jahre 1471 kommt hier Albrecht Dürer, der Sohn des Goldschmiedes Albrecht Dürer zur Welt. Nachdem er bei seinem Vater das Handwerk des Goldschmiedens gelernt hatte, kam er 1486 zu einem der wichtigsten Nürnberger Maler zu Michael Wolgemut in die Künstlerwerkstatt. Von 1490 an begab er sich auf seine Wanderjahre. Er kam nach Basel und Colmar. Dort wollte er sein Vorbild Martin Schongauer (um 1450-1491) besuchen und von ihm lernen. Schongauer war der bedeutendste Zeichner und Kupferstecher vor Albrecht Dürer. Auch dessen Vater war Goldschmied und Schongauer lernte ebenfalls das Kunsthandwerk in ähnlicher Weise. Als Dürer in Colmar ankam, war Schongauer kurz zuvor verstorben. Er hinterließ etwa 115 Kupferstiche und 52 Zeichnungen. 1494 befand sich Dürer erstmalig in Venedig. Dort lernte er intensiv die italienische Art zu malen. Ein Jahr später eröffnete Albrecht Dürer in Nürnberg seine eigene Werkstatt.

Ein nächster entscheidender Lebensabschnitt – Entwicklung zur Reife

Er wandte sich den Humanistenkreisen zu. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn seither mit Willibald Pirckheimer (1470-1530). Pirckheimer war Übersetzer und Herausgeber griechischer, lateinischer und volkssprachiger Texte. Im humanistischen Kreis, dem neben Pirckheimer und Dürer auch Conrad Celtis und Erasmus von Rotterdam angehörten, wurden intellektuelle Diskussionen geführt und ein für die Epoche der Renaissance, fortschrittliches gesellschaftliches Leben praktiziert.

Um seine graphischen Zeichnungen und seine Linienführung zu verbessern, kehrte er ein zweites Mal nach Venedig zurück. Dieses Mal blieb er zwei Jahre dort 1505-1507. Er setzte sich mit dem dort ansässigen Maler Giovanni Bellini (1430-1516) auseinander und das machte ihn zu einem der größten europäischen Malern der Hochrenaissance.

Seine nunmehr geschulte, nach italienischem Vorbild und seine neue Bildauffassung kommt erstmals in einem Auftragswerk für die Deutsche Kaufmannschaft in Venedig zum Tragen. Für diese Gesellschaft schuf er das Werk „Rosenkranzfest“, das sich nun in Prag in der dortigen Narodni Galeri befindet. Nur einmal noch verlässt Albrecht Dürer sein Haus in Nürnberg, welches heute das „Albrecht-Dürer-Haus“ genannt wird, um eine Studienreise zu unternehmen. Er reiste 1520-1521 in die Niederlande.

Seit 1512 stand er im Dienst Kaiser Maximilian des Ersten (Deutscher König und Erzherzog von Österreich und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er lebte von 1459 bis 1519). Dürers Arbeiten in Holzschnitt und Kupferstich leiteten eine neue künstlerische Epoche in Europa ein.

Prägende Arbeiten für ein neues Kunstverständnis in Europa

Albrecht Dürer hat mit seinen Schnitten in Holz und Kupfer, ebenso mit seinen Zeichnungen, Grafiken und Gemälden eine sehr schnelle Entwicklung der Grundlagen seiner Epoche, der Hochrenaissance, geschaffen. Sein ständiger Drang zur Weiterbildung hat ihn ein enormes Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eingebracht, die ihn mit gleichzeitiger außerordentlicher Anerkennung in Italien und in Deutschland, nicht zuletzt in ganz Europa adelten. Durch seine Studienaufenthalte in Italien wurde er zum wichtigsten Vermittler zwischen deutscher und italienischer Malerei und umgekehrt.

Seine Selbstbildnisse machten zum ersten Mal, in der Abbildung der Realität, die äußere Wandlung eines Menschen mit zunehmenden Alter deutlich. Von einer sehr großen Bedeutung und gleichzeitig auch Vielfalt sind seine Landschaftsbilder, die er vorwiegend in Aquarellen malte. Sie zeigen topographisch lokalisierbare Punkte und Ansichten. Seine Hauptwerke entstanden vorwiegend in Nürnberg. Hier sind die folgenden Gemälde von großer Wichtigkeit für das damalige Kunstverständnis, dass er zum Teil neu definierte, als da wären:

Auch seine Meisterstiche

  • Ritter, Tod und Teufel,
  • Melancolia und
  • Hieronymus im Gehäuse

fallen darunter.

Albrecht Dürer hinterließ einen nachweisbaren Schatz von zirka: 70 Gemälden, 350 Holzschnitten, 100 Kupferstiche, 900 Zeichnungen und Aquarellen. Seine kunsttheoretischen Schriften, denen er im Übrigen auch das erste deutschsprachige Mathematikbuch zuordnen konnte, sind heute noch für Kunststudenten unverzichtbar. Er starb in Nürnberg als ein reicher Künstler, der sich dem Humanismus und dem Reformergeist Martin Luthers verschrieben hatte.

Im Zuge der „Wiederentdeckung des Mittelalters“ im 19. Jahrhundert, fand eine wahre Dürer-Mania statt. Das Wiederaufleben-Lassen der Renaissance ließ mitunter das Bild des Künstlers, was die Menschheit von ihm haben sollte, auch verfälscht darstellen. Auch wurden ihm Arbeiten zugeschrieben, die er nicht selbst geschaffen hatte. Aus diesem Grund ist das Beschäftigen mit seiner Person ein wichtiges Kulturgut, um die deutsche Kunstgeschichte, in seiner wahren Fassung, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Quellen:

„Kunst in Deutschland – vom Karl dem Großen bis Heute“ - Autorenkollegium

„Malerei der Welt - eine Kunstgeschichte in 900 Bildanalysen“ - Autorenkollegium

Sara Ebersbach, M. S.

Sara Ebersbach - "Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze Sätze einfallen. " Ernest ...

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