
- Ogregod 1 - Die Schiffbrüchigen - Ehapa Comic Collection
Zu Alejandro Jodorowsky braucht man nicht mehr viel zu sagen. Der Autor ist bekannt durch zahrleiche Serien, hat mit den talentiertesten Zeichnern zusammengearbeitet und hat sich quer durch die Genres geschrieben. Der Chilene hat bereits in Die Techno-Väter (Ehapa Comic Collection) oder Die Meta-Barone (Splitter) mit dem Zeichner Zoran Janjetov zusammengearbeitet. Auch in Ogregod (Ehapa Comic Collection) präsentieren die beiden wieder Science Fiction-Mystery.
Die Schiffbrüchigen
Der Auftaktband "Die Schiffbrüchigen" führt den Leser in eine dystopische Zukunftswelt ein: Ein präfaschistischer Diktator herrscht auf dem Militärplanet Okkar über Mensch, Maschine und blauhäutige Vierfüßler. Der Vierfüßler-Sklave Zeland begleitet zusammen mit dem Roboter Otto-6 eine achtköpfige Schar an elitären Sprösslingen auf eine Raumpatrouille.
Verwöhnt, degeneriert, arrogant und egoistisch zanken sich die jungen Emporkömmlinge untereinander bis sie auf einem unbekannten Planeten notlanden. Die Streitigkeiten und Rivalitäten droht die Gruppe zu zersplittern. Dabei sind sie auf dem Planeten aufeinander angewiesen, da ihnen dort unbekannte Gefahren drohen.
Widmung an Jules Verne
Grundlegende Motive aus Ogregod basieren auf einem Roman vom Science Fiction-Vorreiter Jules Verne. Der Franzose hat mit seinem Abenteuerroman Zwei Jahre Ferien (auch Abenteuer auf Chairman oder Ein Pensionat von Robinsons) von 1888 die Ausgangslage für Jodorowskys Szenario geliefert. Doch Jodorowsky hat den ursprünglichen Plot, der sich um 14 elitäre Jungen, die eine Schifffahrt um Neuseeland geschenkt bekommen stark verändert und in ein Science Fiction-Mystery-Gewand gekleidet.
Innovatives Artwork
Janjetovs Zeichnungen sind atemberaubend. Die blauhäutigen Vierfüßler hat er im Gegensatz zu den Zweifüßlern (foto-)realistisch gezeichnet. Die normalen Menschen sind in einem leicht karikierenden Strich gezeichnet, wodurch die politisch, mystisch und psychologisch geprägte Story auch noch graphisch um eine satirische Note erweitert wird.
Die absonderlichen Vierfüßler wirken durch die realistische Darstellung menschlicher als die Zweifüßler. Ansonsten bestechen die Illustrationen durch eine detailreiche bis stellenweise detailverliebte Strichführung. Auch die Kolorierung von Janjetov wirkt sehr innovativ, weil sie viele Effekte erzeugt und eine sonderbare Atmosphäre schafft.
Recycling
Was die beiden Comickünstler im Auftakt zu Ogregod präsentieren könnte man im positiven Sinne als Recycling bezeichnen. Denn Jodorowsky hat aus einem klassischen Stoff etwas völlig neues kreiert. Die Story ist nicht nur fesselnd, sondern auch interessant und macht neugierig auf die Fortsetzung. Ob mit Ogregod ein Klassiker vorliegt muss allerdings noch abgewartet werden, je nachdem in welche Richtung der zweite Band einschlägt. Die Weichen sind jedoch schon gestellt.
Wertung: 4,5 von 5
Alejandro Jodorowsky & Zoran Janjetov: Ogregod 1 - Die Schiffbrüchigen. Ehapa Comic Collection, 2011. Hardcover, 56 Seiten. Euro 13,99.
