Alentejo, fruchtige Rotweine und moderne Weißweine aus Portugal

Frisch geschälte Korkeiche - Sylvia Schöbe
Frisch geschälte Korkeiche - Sylvia Schöbe
Das Alentejo im Osten Portugals hat sich zum Weinanbaugebiet mit DOC-Status entwickelt. Kenner schätzen die Rotweine mit Fruchtaroma und moderne Weißweine.

Das Alentejo (Übersetzt: „Jenseits des Flusses Tejo") im Osten Portugals gehört zu den jüngsten Weinanbaugebieten des kleinen Staates auf der Iberischen Halbinsel. Weite parkähnliche Ebenen prägen das Landschaftsbild. Bereichert wird die doch recht karge Natur von alten Beständen an Olivenhainen. Ab und zu begegnet man auch einem sanften Hügel. Ein idealer Ort für die Ansiedlung von großen Weingütern oder gar ganzen Dörfern. Außerdem wachsen hier die dunklen Korkeichen, aus denen mit die besten Flaschenkorken weltweit hergestellt werden.

Ideale Lage für schwere dunkle Rotweine

Die Lage für die Reben ist günstig, der Boden reich an Granit, Kalkstein- und Schiefer. Besonders schwere Rotweine mit Fruchtaromen können hier wunderbar gedeihen. Allerdings kann es in den Sommermonaten extrem heiß und trocken werden. Bewässerungsanlagen sind daher unbedingt notwendig.

Das Alentejo als Vorreiter

Allgemein war das Alentejo ein Vorreiter bei der Modernisierung des portugiesischen Weinanbaus. Die erprobten neuen Methoden erzeugten eine beachtliche Qualität, so dass sie von vielen anderen Winzern des Landes übernommen wurden. Die Vorzüge der Alentejo-Weine, die Kenner aus der ganzen Welt immer mehr schätzen, sind ihre beeindruckende Reifezeit und ihr körperreiches Volumen.

Die wichtigsten roten Rebsorten sind Alfrocheiro, Moreto, Periquita, Aragonez (bekannter als Tempranillo) und Trincadeira.

Erzeugung von Weißwein durch temperaturgesteuerte Gärung

Obwohl die Erzeugung von exzellenten Rotweinen zu den besonderen Stärken des Alentejo-Gebietes gehört, sind die Weißweine nicht von minderer Qualität. Im Gegenteil: Die Weißweine werden mittels moderner Keltertechnik produziert. Besonders Wert gelegt wird auf die Gärung, die per Temperatur gesteuert wird. Mit Hilfe von Messsonden und per Computer wird Kühlmittel in die Gärbehälter geleitet. Die niedrige Temperatur bewahrt die natürliche Kohlensäure und die Aromastoffe, die bei einer zu schnellen Gärung verloren gehen würden. Das Ergebnis ist ein betont bukettreicher und fruchtiger Tropfen.

Die wichtigsten weißen Rebsorten sind Antão Vaz, Arinto, Roupeiro, Rabo de Ovelha und Tamarez.

Das Alentejo und seine Subregionen

Das Alentejo ist in verschiedene Subregionen untergliedert. Portalegre, Redondo, Borba, Vidigueira, Reguengos sind immer beliebter werdende Herkunftsgebiete für portugiesische Weine, die über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind und DOC-Status haben. Es sind somit kontrollierte Ursprungsgebiete, die gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der verwendeten Rebsorten, des Alkoholgehalts, der Lagerung und so weiter unterworfen sind.

Die drei Regionen Granja-Amareleja, Moura und Évora haben IPR-Status. IPR ist die Abkürzung für die portugiesische Bezeichnung „Indicacão de Proveniencia Regulamentada" und bezeichnet Qualitätsweine mit der Vorstufe zur DOC-Klassifizierung.

Bekannt ist vor allem die Gegend um Portalegre. Hier ist die Landschaft besonders hügelig und die Weinberge können nach Süden ausgerichtet werden. Erzeugt werden daher vor allem kräftige, granatrote Weine mit langer Haltbarkeit sowie alkoholstarke Weißweine.

Zu welchen Gerichten die Weine aus dem Alentejo passen

Zu den Rotweinen, die im Alentejo angebaut werden, passen Pasta, helles und dunkles Fleisch wie Geflügel oder Rind sowie ein kräftiger Käse. Empfehlenswert zu den Weißweinen aus dem Alentejo sind Fisch oder Gerichte der asiatischen Küche.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

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