
- Flughafen Faro: Sturmschaden - Lucy M. Laube
In der Nacht von Sonntag, dem 23. auf Montag, den 24. Oktober 2011 zerstörte in den frühen Morgenstunden ein Unwetter mit starkem Regen und Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern Teile des Daches des Internationalen Flughafens Faro. Ganz Portugal war von dem schweren Sturm betroffen, die Algarve-Küste und den Flughafen hat es dabei am schwersten getroffen.
Teile des Flughafendaches eingestürzt
Das Unwetter wütete in zehn Gemeinden, am stärksten im Gebiet rund um den Flughafen von Faro, Ankunfts- und Abreisepunkt für Touristen im gesamten Algarve. Gegen fünf Uhr am Morgen des 24. Oktober sind Teile des Daches am Flughafengebäude eingebrochen. Der Sturm hatte sich über dem Meer zusammengebraut und erreichte die Küste am Strand von Faro, der sich gleich neben dem Flughafen befindet. Die ersten Opfer waren Einwohner vom der Küste vorgelagerten Strand, an dem sich überwiegend kleine Häuser und Hütten von Fischerfamilien befinden, sowie das Gasthaus Aeromar, dessen Dach komplett abgedeckt wurde.
Fünf Personen am Flughafen verletzt
Dachziegel flogen durch die Luft, Bäume wurden entwurzelt, Autos beschädigt. Am Flughafen gab es laut der Tageszeitung Diário de Notícias vom 25. Oktober 2011 fünf Verletzte – vier Touristen und ein Mitarbeiter des Flughafens –, da Teile des Daches über dem Check-in-Bereich eingestürzt sind. Einer der Verletzten musste ins Krankenhaus gebracht werden, die anderen wurden vor Ort von der Ambulanz versorgt. Am schwersten verletzt wurde ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde am Flughafen, der am Kopf getroffen wurde und noch stationär behandelt wird.
Eine der Uhren im Flughafengebäude blieb exakt eine Minute nach fünf Uhr morgens stehen. "Ich dachte, ich werde sterben", so die Augenzeugin Amy Cunningham aus Irland zu Diário de Notícias. "Ich hörte ein Krachen und dachte, ein Flugzeug sei auf uns hinabgestürzt. Einige Personen rannten weg, andere warfen sich auf den Boden, einige schrien, viele weinten."
Flughafen Faro teilweise gesperrt, Flüge verspätet, Sandverwehungen
Ein großer Bereich des Algarve-Flughafens bleibt vorerst gesperrt, was angesichts der großen Löcher im Dach und herunterhängenden Materials anders auch nicht vorstellbar ist. Glaswolle aus dem Dach hat sich in in der Nähe befindlichen Bauzäunen verfangen. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass die Platten, die die Dachkonstruktion bedecken, herunterfallen könnten, so der Kommandant der Städtischen Feuerwehr von Faro, Anibal Silveira, gegenüber Diário de Notícias.
Am Montagvormittag blieb der Aeroporto do Faro gesperrt, berichtet Die Welt. Alle Flüge, die für Montag vorgesehen waren, hatten Verspätungen von bis zu acht Stunden. Die Flughafendirektion entschied, auch nach Mitternacht – normalerweise die Sperrstunde des Flughafens – noch Flüge zuzulassen.
Große Mengen Sand vom Strand wurden vom Sturm auf die Straßen geweht und dort anschließend zu großen Sandbergen am Straßenrand aufgeschüttet. Die vollständige Renovierung der Schäden am Flughafen von Faro wird nach ersten Prognosen etwa sechs Monate dauern. An der Algarve stürmt es indes weiter – laut Vorhersagen noch bis Ende der Woche.
Zudem ist es auch politisch stürmisch in Portugal.
In Zusammenarbeit mit Sabine Kranich.
Quellen:
Diário de Notícias vom 25. Oktober 2011: "Ventos de 150 km/h abrem "auto-estrada" de destruição"
SIC (portugiesisches Fernsehen): Jornal da Noite (Nachtjournal) vom 25. Oktober 2011
